2026: 11. Feb. - 8. Apr. - 10. Jun. - 12. Aug. - 14. Okt. - 9. Dez. 2026 (19:00 - 21:00 Uhr)
-- zum Teil mit Medizinern / Kontaktlinsenspezialisten (wird vorab bekannt gegeben).
Dauerhafter Link zum KeraLens-"Online-Stammtisch": https://lecture.senfcall.de/ker-358-fzk-yqk
(Keine Anmeldung, kein Passwort notwendig - einfach per "Click" zur angegebenen Zeit teilnehmen)
Weitere Infos zu den Stammtischen unter: https://www.forum.keratokonus.de/viewforum.php?f=152
(Zusätzlich oder als Alternative zu den regionalen Treffen.)
Es werden neue Kanäle aufgebaut, wie z.B. auf Mastodon und Bluesky. Weitere werden folgen.
Weitere Information und Diskussion dazu bitte hier: https://forum.keratokonus.de/viewtopic.php?t=6501
Vernetzung in Dortmund am 5.12.06 und DIE ZEIT DANACH
-
Georg
- -
- Posts: 41
- Joined: 2006-11-12, 17:09
Vernetzung in Dortmund am 5.12.06 und DIE ZEIT DANACH
In meinem Bericht über die Vernetzung meines linken Auges möchte ich den Schwerpunkt auf die Zeit NACH der Vernetzungs-OP legen, da die Vernetzung selbst relativ harmlos ist und der Patient lediglich auf die Zeit danach Einfluss nehmen kann. Außerdem ist diese Zeit auch bedeutend unangenehmer. Mein Ziel ist es hierbei, Informationen aus Sicht eines Betroffenen zu geben, die man (oder besser gesagt ich) von den Ärzten so nicht erhalten hat.
Aber zunächst zur Vernetzungs-OP: Auf dem OP-Tisch legend bekommt man eine Flüssigkeit ins Auge getropft, die anfangs ganz leicht brennt und das Auge betäubt. Das war im Prinzip das einzige, was ich bei der Vernetzungs-OP gespürt habe - war also ziemlich harmlos. Unangenehm wurde nur mit der Zeit die Klammer zum Öffnen des Auges, aber hierzu später.
Parallel hat Frau Kischk mit der OP-Schwester die Apparatur der Beleuchtungseinheit aufgebaut, die an einer Art Stativ gehalten wurde. Irgendetwas ist hierbei abgebrochen, (was weiß ich jedoch nicht) das aber keinen Einfluss auf die weitere Behandlung hatte.
Dann fing schließlich die Behandlung mit der Entfernung des Epithels an. Hiervor hatte ich am meisten Angst, wobei sich dies als relativ harmlos gezeigt hat. Es wurde mit einer Art kleiner Klammer an einem Stift über die Augenoberfläche gefahren, wovon ich überhaupt nichts gespürt (und nur gesehen) habe. Nach mehrfachen Streichen über die Oberfläche in verschiedenen Richtungen, was nur einige Sekunden in Anspruch genommen hatte, war das Auge für die weitere Behandlung vorbereitet.
Da bei mir die Hornhaut an der dünnsten Stelle "nur" 395 ym (nach einer alten Messung von vor zwei Jahren waren es lediglich 385 ym) dick war, die Mindestdicke für die Vernetzung jedoch bei 400 ym liege, wurde das Auge zuerst mit Kochsalz aufgeschwemmt. Hierfür wurde 10 Minuten lang ein mit Kochsalz getränktes Teil auf das Auge gelegt, damit das Auge die Feuchtigkeit aufnimmt. Nach den 10 Minuten hatte das Auge (an einer zufälligen Stelle gemessen) über 500 ym Dicke.
Also konnte die eigentliche Vernetzung beginnen: Dazu wurde das Auge mit Ribuflafin betropft und dann mit dem UV-Licht bestrahlt. Bei dem Ribuflafin handelt es sich um eine gelbliche Flüssigkeit, die mit mehreren Tropfen auf dem Auge verteilt wird. Alle 5 Minuten wurde die Schicht nachgetropft. Insgesamt dauerte die Bestrahlungszeit 30 Minuten. Danach wurde das Auge mit Kochsalzlösung gereinigt und eine weiche Kontaktlinse als Schutzlinse eingesetzt.
Abschließend bekam ich noch ein Rezept über zwei unterschiedliche Augentropfen, die man stündlich im Wechsel nehmen sollte. Die Augentropfen FLOXAL EDO sind gegen Entzündungen und die Augentropfen CORNEREGEL EDO zum heilen und benetzen. Erst am nächsten Tag wurde mir gesagt, dass ich die Heilungtropfen Corneregel auch öfter als zweistündlich nehmen kann, was aber in der ersten Nacht hilfreich gewesen wäre.
Als Schmerzmittel habe ich lediglich sechs Tabletten Paracetamol 500 bekommen, was wahrlich nicht viel bringt und sollte mich am nächsten Morgen gegen 10 Uhr zur Nachkontrolle melden.
In der Apotheke habe ich mir dann sicherheitshalber noch Ibuprofen 400 besorgt, die jedoch auch nicht viel gebracht haben. Beim nächsten Mal (beim zweiten Auge) werde ich mir die von anderen in diesem Forum empfohlenen Gelonida besorgen, da diese stärker sein sollen.
Also habe ich mich in das empfohlene Hotel Fürst Garden, das zwar nichts besonderes und mit rund 85 EUR pro Nacht für das Doppelzimmer mit Frühstück auch nicht billig, aber trotzdem akzeptabel ist und seinem Zweck erfüllt, begeben. Das Auge war ziemlich Lichtempfindlich und hat furchtbar getränt. Nach einiger Zeit kam fruchtbares Kratzen, was ziemlich wehgetan hat. Auch die geringen Schmerzmittel hatten hier nicht viel geholfen (wie bereits beschrieben). Geschlafen habe ich dementsprechend in der Nacht relativ wenig. Am nächsten Morgen bei der Kontrolle war alles soweit in Ordnung und ich wurde wieder heimgeschickt bis zum nächsten Tag um 10 Uhr. Das Epithel war angeblich noch in einer Größe von 6 mm offen.
Ziemlich genau nach 24 Stunden nach der Operation wollen die Schmerzen geringer und es war wieder erträglich. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich auch das erste Mal das Auge von selber wieder öffnen. Das Tränen der Augen ging jedoch weiter.
Am zweiten Tag nach der Operation bin ich dann nach der Untersuchung mit dem Zug von Dortmund zurück nach München gefahren (was ein Fehler war). Hier war das Epithel angeblich nur noch 2 mm offen. Das Auge war immer noch gerötet, sehr empfindlich und sehr gereizt. Das nächste Mal würde ich einen Tag länger bleiben, um das Auge länger zu schonen.
In der Nacht vom zweiten auf den dritten Tag hat das Auge dann immer stärker getränt und wurde immer lichtempfindlicher und röter. Dies ging so weit, dass selbst die Bettleuchte schmerzte. Ich beschloss daraufhin, in die Münchner Augenklinik zu fahren, was ich nicht bereut habe. Der junge diensthabende Augenarzt war sehr nett und hilfsbereit. Er stellte fest, dass das Epithel noch an zwei Stellen offen war und der Pupillenmuskel krampfhaft versuchen würde, die Pupille zu schließen. Er gab mir daraufhin ein Mittel zur Weitung der Pupille, um das Auge ruhig zu stellen und außerdem Cortison gegen die Entzündung. Das Mittel hieß DEXIASINE, das ich daraufhin 2x am Tag nehmen sollte. Diese Sofortbehandlung war so wirkungsvoll, dass ich danach schlafen konnte und das Auge sich erholte. Seitdem ist das Auge auf dem Weg der Besserung. Krank war ich übrigens insgesamt 5 Arbeitstage.
8 Tage nach der OP wurde dann die Schutzkontaktlinse herausgenommen. Die Floxal- und die Dexiasine-Tropfen soll ich bis 2 Wochen nach der OP weiternehmen, und zwar die Floxal noch 4x pro Tag. Die Corneregel soll ich dagegen weiterhin nehmen, damit das Auge befeuchtet bleibt.
Über die Sehleistung kann ich derzeit noch nicht viel sagen, da ich die Kontaktlinsen noch nicht tragen kann. Ich sehe jedenfalls ohne Trübungen (von denen andere berichtet haben) auf dem linken Auge wieder, wenn auch unscharf (wegen meinen rund 10 Dioptrien Kurzsichtigkeit). Ob die Unschärfe anders ist als vorher, kann ich dagegen noch nicht sagen. Morgen möchte mein Augenarzt die ersten Aufnahmen von dem Auge machen und die Hornhautdicke messen. Danach werde ich mehr berichten.
Nun ein paar Fragen an die mit Betroffenen und die Fachleute:
Grundsätzlich dient die Vernetzung zur Sicherung des Status Quo. Nach der Statistik und den Berichten im Internet bildet sich jedoch die Hornhautverkrümmung bei den meisten etwas zurück. Nach der informativen PDF-Datei von Professor Kohlhaas im Internet wären diese Veränderung bei den (damals) rund 250 vernetzten Augen durchschnittlich 2,87 Dioptrien +/-2,56 Dioptrien. Wenn ich als medizinischer Laie dies richtig deute, liegt die Veränderung somit zwischen 0,31 und 5,37 Dioptrien (!) Astigmatismus, was doch ganz beachtlich ist. So habe ich beispielsweise angeblich auf meinem schlechten Auge rund 3,5 Dioptrien Astigmatismus. Wenn sich dies um 2 Dioptrien zurückbilden würde (was ich nicht glaube, da ich dann mit meiner alten Brille besser sehen müsste), wäre dies doch ein riesiger Erfolg!
Ich finde deshalb, dass diese potentielle Verbesserungsmöglichkeit nicht verachtet, sondern so weit wie möglich genutzt werden sollte.
Also stellt sich die Frage, wie man sich hier am besten verhalten soll. Bei dem sog. Cross-Linking (= die Vernetzung) werden die bisherigen schwachen Verbindungen kreuz und quer untereinander vernetzt und führen so zum Teil zu einem Rückgängigmachung des negativen Zustandes. Dieser biochemische Vorgang dauert bis zu seiner endgültigen Starre nach den Aussagen im Forum bis zu drei Monate (!).
Also stellt sich für mich die Frage, ob man diesen Vorgang in seinem Sinne beeinflussen kann, zum Beispiel durch Tragen von harten, regelmäßig gekrümmten Kontaktlinsen (also keine speziellen Keratokonus-Linsen). Falls nämlich unter dem Einfluss der Kontaktlinsen andere regelmäßigere Verknüpfungen entstehen würden, könnte man ggf. eine gleichmäßigere Oberfläche erzielen als ohne das Tragen von Kontaktlinsen. Voraussetzung wäre hierbei selbstverständlich, dass das Auge die Kontaktlinsen auch verträgt.
Auch hier fehlen mir bislang Informationen. So hat Frau Dr. Kischk gemeint, ich könne die Kontaktlinsen nach ca. acht Wochen wieder tragen, was mir etwas lang erscheint. Professor Kohlhaas hatte in seiner Voruntersuchung dagegen gemeint, dies wäre höchst individuell unterschiedlich. So würden manche Kontaktlinsen bereits nach zwei Wochen wieder vertragen, andere dagegen mehrere (5-6) Monate lang nicht.
Welche Informationen und Erfahrungen habt Ihr, liebe Mitbetroffene, hier gesammelt?
Hat jemand Erfahrungen, ob unter dem Einfluss von Kontaktlinsen die Vernetzung anders (regelmäßiger) abläuft?
Im Moment bin ich der Meinung, dass ich noch keine Kontaktlinsen tragen könnte, aber dies kann sich vielleicht in ein bis zwei Wochen ändern.
So, ich hoffe Euch mit meinen langen Ausführungen nicht genervt zu haben!!!
Alles Gute, Georg
-
Mario87
- Beiträge: < 10 - Forenrechte eingeschränkt
- Posts: 3
- Joined: 2009-12-22, 18:03
- KC-Experience: Gerade erst diagnostiziert
Re: Vernetzung in Dortmund am 5.12.06 und DIE ZEIT DANACH
erstmal vielen Dank für deinen Beitrag und die vielen Infos. Bin jetzt 22 und daher in einem ähnlichen Alter wie du damals.
Ich muss sagen, es war schon ein kleiner Schock und ich hatte 2-3 wirklich schlechte Nächte. Ging es dir da ähnlich?
Mich würde vor allem interessieren ob deine Hornhaut stabil ist nach den ganzen Jahren und ob sich für dich noch Einschränkungen ergeben?
Zudem arbeite ich in einem, vom Prinzip der Arbeitsbelastung und Art her, ähnlichen Bereich (Unternehmensberatung) wie du. Welche Probleme und Einschränkungen hast du erlebt?
Ich würde mich wirklich sehr über Infos freuen!!
Gruß und alles Gute!
Mario
-
nhackenberg
- -
- Posts: 28
- Joined: 2009-03-16, 17:57
- KC-Experience: hallo habe auch keratokonus und soll eine kollagenquervernetzung machen.
hat jemand das schon hinter sich.
bin um jede info dankebar
nathalie
Re: Vernetzung in Dortmund am 5.12.06 und DIE ZEIT DANACH
bitte finde meinen bericht unter vernetzung-op-berichte-linkes auge prof kohlhaas vom ende mai09 oder anfang juni.da kannst du alle infos bekommen,die du brauchst.
falls du noch was wissen willst,schreibe mir eine private nachricht.
vg nati