Termine für den KeraLens-"Online-Stammtisch" der Keratokonus Selbsthilfegruppe:

2026: 11. Feb. - 8. Apr. - 10. Jun. - 12. Aug. - 14. Okt. - 9. Dez. 2026 (19:00 - 21:00 Uhr)
-- zum Teil mit Medizinern / Kontaktlinsenspezialisten (wird vorab bekannt gegeben).

Dauerhafter Link zum KeraLens-"Online-Stammtisch": https://lecture.senfcall.de/ker-358-fzk-yqk
(Keine Anmeldung, kein Passwort notwendig - einfach per "Click" zur angegebenen Zeit teilnehmen)

Weitere Infos zu den Stammtischen unter: https://www.forum.keratokonus.de/viewforum.php?f=152
(Zusätzlich oder als Alternative zu den regionalen Treffen.)
Die KeraLens-Accounts der Keratokonus Selbsthilfegruppe auf Instagram und Facebook werden im Verlauf von 2026 gelöscht/deaktiviert.

Es werden neue Kanäle aufgebaut, wie z.B. auf Mastodon und Bluesky. Weitere werden folgen.

Weitere Information und Diskussion dazu bitte hier: viewtopic.php?t=6501

PKP mittels Excimerlaser, Uni-Klink Homburg, 03.05.2016

Jorrit
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KC-Experience: z.B.: Erste Diagnose 199x, bei Augenarzt xxxxx / Klinik xxxx
z.B.: Erste Vernetzung: links, 200x, Hamburg, Klinik xxxxx
z.B.: Erste Transplantation: rechts, 201x, München, Klinik xxxxx

PKP mittels Excimerlaser, Uni-Klink Homburg, 03.05.2016

Post by Jorrit »

Mein Leben mit frischer Hornhaut ist nun etwas älter als eine Woche. Am 03.05. wurde an meinem rechten Auge eine vollständige Hornhauttransplantation durchgeführt. Mir hat die Recherche in diesem Forum sehr dabei geholfen eine Entscheidung zu treffen und mich auf den OP-Termin vorzubereiten. Daher möchte ich auf diesem Weg auch meine Erfahrungen mit Ratsuchenden teilen.

Der Keratokonus wurde bei mir mit 15 Jahren (2004) auf dem rechten Auge diagnostiziert - die Sehschwäche hatte sich allerdings schon etwas früher angekündigt. Später wurde auch mein linkes Auge durch einen Keratokonus beeinträchtigt. In den nachfolgenden fünf Jahren ist meine Sehleistung auf 0,1 (RA) bzw. 0,3 (LA) gesunken. Mit harten Kontaktlinsen kam ich auf akzeptable Werte von 0,8 (RA) bzw. 1,0 (LA). Seit mehreren Jahren ist der Keratokonus auf meinem linken Auge relativ stabil - 2010 wurde bei mir ein Cross-Linking (LA) durchgeführt, dass seine Wirkung wohl nicht verfehlt hat.

Auf dem rechten Auge (dass bereits zu dünn für eine Hornhautvernetzung war) schritt der Keratokonus jedoch weiter fleißig voran, wodurch die Sehleistung auf wenige Prozent abgesunken ist. Auch mit Kontaktlinse war hier nur noch 0,5-0,6 möglich. Ein weiteres Problem, mit dem ich immer mehr zu kämpfen hatte war jedoch, dass Auge und Kontaktlinse nicht so recht miteinander auskamen. Regelmäßige Auseinandersetzungen zwischen Auge und Linse führten zu einem entsprechend regelmäßigen Verlust der Kontaktlinsen und das wiederum zu einer beachtlichen Summe, die jedes Jahr zusammen kam. Abgesehen von den nervigen einäugigen Perioden nach dem Verlust. Ein weiterer Faktor, der mich in Richtung Hornhauttransplantation gelenkt hatte, war ein akuter Hydrops, von dem ich subjektiv allerdings kaum was bemerkt habe. Dieser scheinte eher den betreuenden Ärzten ein Dorn im Auge zu sein, denn plötzlich fragte man mich bei jeder Kontrolle ob der Wusch nach einer Hornhauttransplantation besteht. Ich setzte mich also mehr und mehr mit Thema auseinander und konnte mich so recht bald mit dem Gedanken einer Keratoplastik anfreunden.

Ich besuche die Uni-Klinik in Homburg seit mittlerweile zehn Jahren und bin vollauf zufrieden. Es war für mich daher auch keine Frage, dass auch die Transplantation hier erfolgen soll. Ich ließ mich also nach einem weiteren Beratungsgespräch auf die Warteliste setzen (Piorität: 2, wenn ich mich nicht irre). Ca. 1,5 Jahre später kam der Anruf der Hornhautbank - danach ging alles ziemlich schnell: Sachen gepackt, alle Verpflichtungen der kommenden Wochen abgesagt und drei Tage später lag ich schon unterm Messer. Von der OP selber weiß ich nicht viel: sie dauerte eine Stunde, wurde mithilfe eines Excimer-Lasers und von einem Prof. Seitz durchgeführt (soll ein begnadeter Kerl sein, die Putzfrau schwärmte mir bereits vor, als ich für die OP vorbereitet wurde). Von dem restlichen Tag habe ich keine erwähnenswerten Erinnerungen. Hab viel geschlafen, Schmerzen waren vorhanden, hielten sich in Grenzen (eine Ibu am Folgetag hat ausgereicht). Von dem Versuch ein Fußballspiel anzuschauen musste ich allerdings nach kurzer Zeit wieder ablassen, dafür war mein frisch operiertes Auge wohl noch nicht bereit.

Dann, am nächsten Morgen wars endlich so weit: nachdem meine Augenklappe entfernt wurde konnte ich die Welt zum ersten mal durch mein neu modelliertes Auge bestaunen...naja, zu staunen gab es da eigentlich nichts - alles sehr unscharf und verschleiert; eben so wie vorher - oder sogar noch schlechter. Auch wenn ich im Vorfeld versucht habe meine Erwartungen an die OP nicht zu hoch zu schrauben, so fühlte ich mich dennoch irgendwie enttäuscht. Ich erinnerte mich daran, dass die OP erst ein Tag her ist und relativ schnell wurde mir dann auch klar, dass diese Enttäuschung viel zu voreilig kam und letzten Endes auch fehl am Platz war. Von da an versuchte ich dem Auge mit mehr Optimismus und Geduld zu begegnen. Also abwarten, Tee trinken und Hörbüchern lauschen. Nach drei bis vier Tagen waren die Schmerzen vollständig verschwunden und ich konnte mich zwischen den Tropfzeiten frei auf dem Klinikgelände bewegen. Es war nun auch kein Problem mehr mich draußen im hellen Tageslicht aufzuhalten, ohne meine Augen andauernd zusammen kneifen zu müssen. Die Ärzte waren mit dem Operationsergebnis und dem Heilungsverlauf sehr zufrieden und ich konnte nach fünf Tagen die Klink verlassen. Mein Visus hatte sich kaum geändert, aber ich war erstmal wieder froh zu Hause sein zu können.

Jetzt, zwölf Tage nach der OP freue ich mich wahnsinnig, behaupten zu können, dass der Optimismus tatsächlich angebracht war. Der tägliche obligatorische Sehtest nach dem Aufstehen ergab fast jeden Tag eine Besserung. Mal gespannt, weiter das noch weiter geht. Am Dienstag habe ich den nächsten Augenarzttermin und kann danach mein subjektives Empfinden hoffentlich auch mit Zahlen stützen!


Ich habe versucht ein Großteil der Unklarheiten, die ich vor der OP hatte mit diesem Bericht abzudecken. Keine Ahnung inwieweit das auch eure Fragen befriedigt, aber ich beantworte gern jede weitere Frage und würde mich freuen, wenn ich dem ein oder anderen mit meiner Erfahrung weiterhelfen kann.
felix83
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z.B.: Erste Transplantation: rechts, 201x, München, Klinik xxxxx

Re: PKP mittels Excimerlaser, Uni-Klink Homburg, 03.05.2016

Post by felix83 »

Hallo Jorrit

Als erstes einmal danke für deinen ausführlichen Bericht. Auch bei mir wurde früh ein Keratokonus auf beiden Augen diagnostiziert (mit 12 Jahren) und unterdessen (32) sitze ich nun schon den zweiten akuten Hydrops aus, der bei mir im Gegensatz zu dir, relativ schmerzhaft und hartnäckig erscheint. Natürlich denke ich immer wieder einmal über eine Keratoplastik nach, doch noch bin ich nicht so weit. Was mich an deinem Fall interessieren würde: mir wurde von den Ärzten gesagt, dass nach einem Hydrops durch die Vernarbung der Hornhaut eigentlich nicht mehr viel passieren kann. War bei dir das Auftreten des Hydrops tatsächlich ausschlaggebend für die Durchführung der Transplantation oder gab es noch andere Gründe?

Und kannst du auch darüber berichten, wie es dir jetzt mehrere Monate nach der Transplantation ergeht? Wie ist der Visus? und trägst du immer noch harte Kontaktlinsen? Ist noch ein Fremdkörpergefühl bezüglich der Keratoplastik vorhanden?

Würde mich freuen, noch ein paar Infos von dir zu bekommen.

Gruss Felix