bei mir wurde Anfang Oktober diesen Jahres auf beiden Augen Keratokonus festgestellt. Da er links bereits recht weit fortgeschritten war und mit Brille keine zufriedenstellende Sehschärfe mehr erreicht werden konnte, riet mir mein Augenarzt zum Crosslinking. Natürlich (und so geht es sicherlich jedem hier) war ich über die Diagnose nicht glücklich, aber man muss ja das beste daraus machen.
Ich habe mich im Internet über die Krankheit informiert. Bei meiner Reserche bin ich auf diese wirklich sehr aufschlussreiche Seite gelangt und hab mich gleich im Forum registriert. Die Qualität der Auskunft, die ich beim medizinischen Dienst meiner Krankenkasse bekam, hielt sich sehr in Grenzen und ich konnte dort nichts erfahren, was ich nicht schon auf dieser Website gelesen habe.
Nachdem ich mich mehrere Male durch diverse OP-Berichte geklickt habe, habe ich mich für das Klinikum rechts der Isar in München entschieden, da ich auch in München arbeite (in meiner Heimat in Niederbayern glaube ich, gäbe es auch nur in Landshut eine Augenklinik, in der das Crosslinking durchgeführt wird).
Ich hatte dann bereits am 31.10. einen Termin in der sog. Hornhautsprechstunde (bei Dr. Gerl). Dort wurde eine Hornhauttopographie sowie eine Messung der Sehleistung durchgeführt mit folgenden Ergebnissen:
linkes Auge: Visus 0,4, Hornhautdicke 522µm
rechtes Auge: Visus 1 (mit -4,5 Dioptrien), Hornhautdicke 536µm
Auf Basis dieser Ergebnisse wurde mir auch hier zum Crosslinking, vorläufig auf dem linken Auge geraten.
Als Operationstermin wurde dann der 02.12. anberaumt. Mit jedem Tag, den dieser Termin näherrückte, wuchs auch meine Aufregung (manchmal dachte ich mir, ich lass das einfach sein und hoffe, dass meine Sehstärke sich nicht mehr verschlechtert). Als wir nach einer halben Stunde des Suchens (im Klinikum finden Umbauarbeiten statt und es ist überhaupt etwas unübersichtlich, wenn man erst einmal da war) fanden wir endlich 10 Minuten vor dem Termin den richtigen Raum. Ich bekam einen Kittel, eine Plastikhaube und -schuhe und dann gings auch schon los. Dr. Gerl tropfte einige Male Betäubungstropfen in mein linkes Auge (übers Gesicht wurde mir so eine Abdeckung gelegt, so dass nur das linke Auge noch frei war), der Bereich rund ums Auge wurde desinfiziert und die Klammer wurde angebracht, um das Auge offenzuhalten. Dann kam das meiner Meinung nach Unangenehmste an der ganzen Sache, das Abschaben des Epitels mit dem sog. Hockeymesser (wenn ich mich recht erinnere); das ist wie wenn man durch eine Glasscheibe ganz nah vor seinem Auge schaut und darauf schabt jemand rum. Anschließend kam das bekannte Prozedere, in die UV-Lampe schauen und immer wieder die Riboflavin-Tropfen. Was ich sehr beruhigend fand war, dass Herr Dr. Gerl die ganze Zeit da war und auch zwischendurch immer wieder mit mehr redete. Schmerzen hatte ich während der ganzen Zeit keine. Am Ende kam noch die (durchsichtige) Verbandslinse ins Auge und ich bekam den OP-Bericht sowie die Medikamente (Schmerztabletten, Tränenersatzmittel, Antibiotika und noch 2 Tabletten, die ich leider nicht mehr benennen kann) mit nach Hause (mit Sonnenbrille wg. der Lichtempfindlichkeit).
Zu Hause habe ich mich dann gleich ins Bett gelegt, im abgedunkelten Zimmer. Die Tropfen sowie das Tränenersatzmittel und die 2 Tabletten habe ich nach Anweisung verwendet. Obwohl mir Dr. Gerl gesagt hatte, man sollte die Schmerztabletten nur im Notfall nehmen (sie könnten die Heilung negativ beeinflussen), habe ich trotzdem vorsorglich abends eine genommen. Mein Auge war ziemlich geschwollen und tränte stark aber überraschenderweise habe ich gut geschlafen ohne Schmerzen (natürlich kratzte es etwas, aber als starke Schmerzen würde ich das nicht bezeichnen).
Früh am nächsten Tag bin ich zur Nachkontrolle nochmal in die Klinik. Alles soweit in Ordnung
Heute, am 3. postoperativen Tag, war ich bei meinem Augenarzt, wo mir die Verbandslinse entfernt wurde. Die Sicht ist immer noch nicht viel besser als die beiden Tage zuvor, aber es ist bereits alles gut verheilt. Da ich zumindest heute (Freitag) noch nicht das Gefühl habe, mich am Montag bedenkenlos hinters Steuer setzen zu können, um zur Arbeit zu fahren, und dann noch gut 8 Stunden vor den Bildschirm, hat mich der Augenarzt nochmal für die nächste Woche krankgeschrieben. Abwarten, wie meine Sehstärke dann Anfang nächster Woche ist. Am nächsten Freitag muss ich nochmal zu ihm zur Kontrolle.
Was mich verwundert ist, dass die Nachkontrolle in der Klinik (das Crosslinking wird wohl rd. 300 € kosten) scheinbar von der KK getragen wird, ich aber von meinem Augenarzt eine Rechnung bekommen soll. Ich werde mich diesbezüglich noch bei meiner KK (BKK BMW) erkundigen. Bei dieser habe ich auch bereits Mitte Oktober einen Antrag auf Kostenübernahme gestellt, der allerdings abgelehnt worden ist. Natürlich werde ich Widerspruch einlegen und versuchen wenigstens einen Teil der Kosten erstattet zu bekommen.
Hat hier schon jemand Erfahrung? Wie stehen die Chancen, dass der Antrag zuerst abgelehnt wird und nach dem Einspruch doch noch etwas übernommen wird? Ist bei dem Widerspruch etwas zu beachten?
So, jetzt bin ich am Ende angelangt. Da ich es sehr hilfreich fand, die Berichte anderer Keratokonus-Mitstreiter zu lesen, wollte ich ebenfalls einen (dann doch recht ausführlichen
Dankeschön,
steffi0108