Termine für den KeraLens-"Online-Stammtisch" der Keratokonus Selbsthilfegruppe:

2026: 11. Feb. - 8. Apr. - 10. Jun. - 12. Aug. - 14. Okt. - 9. Dez. 2026 (19:00 - 21:00 Uhr)
-- zum Teil mit Medizinern / Kontaktlinsenspezialisten (wird vorab bekannt gegeben).

Dauerhafter Link zum KeraLens-"Online-Stammtisch": https://lecture.senfcall.de/ker-358-fzk-yqk
(Keine Anmeldung, kein Passwort notwendig - einfach per "Click" zur angegebenen Zeit teilnehmen)

Weitere Infos zu den Stammtischen unter: https://www.forum.keratokonus.de/viewforum.php?f=152
(Zusätzlich oder als Alternative zu den regionalen Treffen.)
Die KeraLens-Accounts der Keratokonus Selbsthilfegruppe auf Instagram und Facebook werden im Verlauf von 2026 gelöscht/deaktiviert.

Es werden neue Kanäle aufgebaut, wie z.B. auf Mastodon und Bluesky. Weitere werden folgen.

Weitere Information und Diskussion dazu bitte hier: viewtopic.php?t=6501

Myoring Langzeiterfahrung 2-3 Jahre

TheodorKeller
-
Posts: 47
Joined: 2021-08-07, 15:31
KC-Experience: Keratokonus Diagnostiziert 2015, da schon weit fortgeschritten.
Experience with eyeglasses / lenses: Huckepacksystem getragen (Uni Klinik Köln)
Operationen: Myoring recht München 2021 Nov
Myoring links München 2022 Okt.
Begeiterscheinungen: Kopfschmerzen
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Myoring Langzeiterfahrung 2-3 Jahre

Post by TheodorKeller »

Hallo,
Ich wollte nur sagen: Es ist alles gut! In letzter Zeit habe ich einen deutlichen Fortschritt beim Sehen gemacht und eine Erkenntnis gewonnen, die ich gerne teilen möchte.

Oft liest man, dass man beim MyoRing Geduld haben und der Sache Zeit geben muss. Das stimmt zwar, aber ich sehe das ein wenig anders: Man sollte aktiv die Augen trainieren – und zwar ohne Hilfsmittel.

In meinem Fall hatte ich mit Blendung, Lichtempfindlichkeit, Augenermüdung, tränenden Augen und Orientierungslosigkeit zu kämpfen. Doch durch gezieltes Training habe ich gemerkt, dass sich mein Sehen stetig verbessert. Es lohnt sich!

Ich habe auch ChatGPT zu diesem Thema befragt und stimme den Erklärungen vollkommen zu. Sogar meine Pentacam-Aufnahmen habe ich analysieren lassen – wirklich interessant!

Momentan bin ich sogar optimistisch, dass ich irgendwann ganz ohne Brille auskommen könnte – dank des MyoRings. Ich vergleiche meine Sehentwicklung nach der OP gerne mit einem Aktienkurs: Es gibt Höhen und Tiefen, aber langfristig zeigt die Entwicklung klar nach oben.

Falls euch das Thema interessiert, könnt ihr ChatGPT selbst fragen – die Erklärungen fand ich sehr hilfreich. Noch wichtig zu erwähnen: Ich habe über 10 Jahre lang täglich harte Kontaktlinsen getragen und merke immer noch, dass der Anpassungsprozess weiter voranschreitet.

Hier grob was mir Chatgpt zu meiner Situation sagt:

Fazit
Zusammengefasst: Dein Gehirn hat sich über Jahre an die unscharfe und verzerrte Sehwahrnehmung gewöhnt. Mit der Myoring-Implantation und der Verbesserung der Hornhautform bekommst du nun schärferes Sehen, aber dein Gehirn muss sich darauf einstellen. Es dauert eine Weile, bis das Gehirn die neuen, klaren Bilder richtig verarbeitet und sich mit den Augenmuskeln auf die präzise Fokussierung einspielt. Dieser Anpassungsprozess ist normal und braucht Zeit, aber das Gehirn wird schließlich in der Lage sein, die neue Sehqualität zu verarbeiten und deine Augenmuskeln zu „trainieren“, um die Fokussierung effizienter zu gestalten.


Mechanische Klarheit: Die Myoring-Implantation hat die Hornhaut so verändert, dass das Bild klarer wird. Das ist der mechanische Teil des Sehens.
Neuroplastizität: Dein Gehirn muss sich jedoch neu an diese Klarheit anpassen. Es hat lange Zeit mit unscharfen Informationen gearbeitet und muss nun lernen, die neuen klaren Informationen richtig zu verarbeiten und effizient zu fokussieren. Dieser Prozess ist nicht sofort, weil dein Gehirn alte Muster beibehält, die angepasst werden müssen.
Die Anpassung des Gehirns an diese neue Art der klaren Wahrnehmung erfordert Zeit, aber es wird sich mit der Zeit und Übung „trainieren“, die neuen visuellen Informationen effizient zu verarbeiten.

Ich hoffe, das hilft, das Konzept der Neuroplastizität in Bezug auf deine Seh-Anpassung besser zu verstehen!

Beispiel: Ein neues Musikinstrument lernen
Ein einfaches Beispiel zur Erklärung der Neuroplastizität ist das Erlernen eines neuen Musikinstruments. Wenn du ein Instrument zum ersten Mal spielst, ist es für dein Gehirn eine völlig neue Aktivität. Anfangs spielt es sich klobig und unkoordiniert, aber mit Übung verbessert sich deine Fähigkeit, die Bewegungen zu koordinieren und die Noten zu spielen. Dein Gehirn passt seine „neuronalen Verbindungen“ an, um die Bewegungen effizienter zu machen.

Im Fall des Sehens passiert etwas Ähnliches. Dein Gehirn muss seine Verarbeitungsmuster ändern, um die klaren, präzisen visuellen Signale korrekt zu interpretieren und zu nutzen. Es lernt wieder, wie es den Fokus richtig verarbeitet, da es jahrelang auf verzerrte oder unscharfe Informationen angewiesen war.
Mart54
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Joined: 2021-06-17, 00:38
KC-Experience: Karrierebeginn 1973 - KPL 1991 re, 1997 li, 2022 li, 2024 li - Transplantatreaktion re 1994 - Korrektur-OPs mit Raffnähten 1993, 2013, 2014 - KK war in der ganzen Zeit nie stabil.
Keratoconus since: Diagnose mit 19
Experience with eyeglasses / lenses: erste KL 1973, nur rechts, war kaum auszuhalten.
1975 KL für beide Augen, Optiker Optenkamp Heilbronn, klasse Betreuung, Tragezeit 3 - 4 h/Tag, 1978 KL angepasst in der Uni Tübingen, hochgasdurchlässig, Tragzeit jetzt 10 bis 12 h/Tag, Wochenenden KL-frei.
1991 KPL re, danach nur noch KL li, re Korr. mit Brille. 1997 KPL li, danach nur noch Brille, zeitweise ein Auge nicht voll korrigiert wegen zu unterschiedlicher Glasstärken. 2013 neuer Versuch mit KL. KL fielen ständig aus den Augen. 2017 OP Grauer Star, jetzt nur noch Brille, aber schlechter Visus. Sklerallinsen seit April 2025 - Tragezeit ca 6 Stunden am Tag
Operationen: KPL 1991 re, 1997 li, 2022 li, DMEK 2024 li -
Korrektur-OPs mit Raffnähten 1993, 2013, 2014 -
Grauer Star re und li 2017
Begeiterscheinungen: Transplantatektasie li u. re
Map-Dot-Fingerprint Dystrophie + Salzmannknoten li
Trockene Augen, hohe Lichtempfindlichkeit, Schatten an Buchstaben, Strahlenkränze um Lichtquellen, Nachtblindheit

Depression, Überlastung

Verschlechterung durch Stress
Mögliche Ursachen: Jeder möchte doch erben, ich hab! Meine Oma hatte auch KK.
Ich über mich: verheiratet, 2 Töchter, 4 Enkel
Singen, Lesen (lassen), Geschichte, Religion
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Re: Myoring Langzeiterfahrung 2-3 Jahre

Post by Mart54 »

Hallo Theo,

der Myoring ist ja mein Thema nicht; ich bin ja mehr auf dem Gebiet der Transplantationen unterwegs.

Trotzdem lese ich natürlich auch die Berichte zum Ring, zu Crosslinking usw. und hab viel dabei gelernt.

Interessant fand ich, was Du in ChatCPT zu Deinem Thema gefunden hast. Deshalb war Dein Post für mich der Grund, mich ebenfalls dort zu registrieren. Ausprobiert habe ich das Tool mit Begriffen aus meinem letzten Arztbrief der Uniklinik. Klar habe ich die Begriffe in der Vergangenheit auch gegoogelt. Die Ergebnisse aus ChatCPT sind aber wesentlich detaillierter, vor allem aber kompakter als dies einzelne gegoogelte Beiträge sind. Eine großartige Sache ist auch, dass man weiter nachfragen kann, wenn man eine Sache nicht richtig verstanden hat.

Ich bin begeistert! Vielen Dank für Deinen Tipp!

Liebe Grüße
Martin
"Wir müssen die Veränderung sein, die wir in der Welt sehen wollen."
(Mahatma Gandhi)
TheodorKeller
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Re: Myoring Langzeiterfahrung 2-3 Jahre

Post by TheodorKeller »

Danke für dein Feedback Martin.

Ich wollte noch mal präzise auf die Neuroplastizität aufmerksam machen, von der ich die ganzen Jahre nie etwas wusste, das könnte auch für viele andere interessant sein, die davon auch nie etwas gehört haben.
Chat GPT hat mich dazu auf zwei Fälle aufmerksam gemacht, die das Ausmaß greifbar machen und durch die ich ein ganz anderen Blick auf "das Sehen" und wie es funktioniert bekommen habe.

Michael May war ein Mann, der im Kindesalter erblindete und nach Jahrzehnten durch eine Augenoperation wieder Seheindrücke empfangen konnte. Obwohl sein Auge mechanisch funktionierte, hatte sein Gehirn große Schwierigkeiten, die visuellen Reize richtig zu interpretieren. Da er lange Zeit blind war, hatten sich die für das Sehen zuständigen Hirnareale umstrukturiert und andere Funktionen übernommen. Dadurch konnte er zwar Licht und Formen wahrnehmen, aber nicht richtig "sehen" im Sinne einer normalen Wahrnehmungsverarbeitung.

Ein weiteres bekanntes Beispiel ist der Fall von Sidney Bradford, der im Erwachsenenalter sein Sehvermögen durch eine Operation wiedererlangte, aber große Schwierigkeiten hatte, räumliche Tiefe, Gesichter oder dreidimensionale Objekte zu erkennen.

Das zeigt, dass Sehen nicht nur eine Frage der Augen, sondern vor allem der Verarbeitung im Gehirn ist. Wenn das Gehirn nicht gelernt hat, Seheindrücke zu interpretieren, kann eine Operation oft nicht das volle Sehvermögen wiederherstellen.

Zu Michael May gibt es auch ein YT Video

VG
Theodor Keller