Termine für den KeraLens-"Online-Stammtisch" der Keratokonus Selbsthilfegruppe:

2026: 11. Feb. - 8. Apr. - 10. Jun. - 12. Aug. - 14. Okt. - 9. Dez. 2026 (19:00 - 21:00 Uhr)
-- zum Teil mit Medizinern / Kontaktlinsenspezialisten (wird vorab bekannt gegeben).

Dauerhafter Link zum KeraLens-"Online-Stammtisch": https://lecture.senfcall.de/ker-358-fzk-yqk
(Keine Anmeldung, kein Passwort notwendig - einfach per "Click" zur angegebenen Zeit teilnehmen)

Weitere Infos zu den Stammtischen unter: https://www.forum.keratokonus.de/viewforum.php?f=152
(Zusätzlich oder als Alternative zu den regionalen Treffen.)
Die KeraLens-Accounts der Keratokonus Selbsthilfegruppe auf Instagram und Facebook werden im Verlauf von 2026 gelöscht/deaktiviert.

Es werden neue Kanäle aufgebaut, wie z.B. auf Mastodon und Bluesky. Weitere werden folgen.

Weitere Information und Diskussion dazu bitte hier: viewtopic.php?t=6501

DALK (Tiefe anteriore lamelläre Hornhauttransplantation) in Sulzbach (Saar)

Adrian307
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DALK (Tiefe anteriore lamelläre Hornhauttransplantation) in Sulzbach (Saar)

Post by Adrian307 »

Hallo liebe Forenmitglieder,

ich freue mich, Euch meinen Erfahrungsbericht über die DALK-OP mitteilen zu können.
Für diejenigen, die noch nicht wissen, was eine DALK ist: hierbei handelt es sich um eine Teiltransplantation der Hornhaut, bei der nur die vordere Schicht durch eine Spenderhornhaut ersetzt wird. Das heißt, die körpereigene Endothelschicht bleibt erhalten, was eine Reihe von Vorteilen gegenüber einer Volltransplantation mit sich bringt. Näheres zu dem Verfahren könnt ihr hier nachlesen: https://www.augenklinik-sulzbach.de/beh ... eratokonus

Die Operation ließ ich in der Augenklinik Sulzbach (Saar) machen, da ich in der Vergangenheit schon öfter gehört und gelesen habe, dass sie dort die absoluten Hornhautspezialisten sein sollen. Zugegeben läuft in der Klinik alles recht hektisch und die Wartezeiten sind schon extrem, aber alles in allem machen sie dort einen echt guten Job. Außerdem war die Wartezeit auf die Spenderhornhaut echt sehr kurz! Anfang Dezember 2024 war ich zur Erstuntersuchung in der Klinik und schon wenige Tage später bekam ich einen Anruf, dass wir schon im Februar 2025 die Operation durchführen können!

Nun zur OP:
Am 18.02.2025 fand die Operation unter Vollnarkose statt. Sie wurde mit dem Femtosekundenlaser durchgeführt und hat ca. 2-3 Stunden gedauert. Ich bekam eine Schutzlinse aufs Auge und wachte dann langsam im Aufwachraum wieder auf.
Anschließend ging es auf Station und am nächsten Morgen wurde mir schon der Verband abgenommen.
Insgesamt blieb ich in der Klinik 3 Tage, wobei der Heilungsverlauf natürlich regelmäßig kontrolliert wurde und ich auch regelmäßig Tropfen ins Auge bekam.
Bei der Schlusskontrolle am letzten Tag sagte der operierende Oberarzt, dass die Hornhaut bisher sehr gut verheilt und auch die OP selbst nicht besser hätte verlaufen können. Mein Visus bei der Entlassung betrug nur 0,05, also eine Sehstärke von nur 5%, was aber so kurz nach der OP völlig normal sein soll.
So weit so gut, scheinen also optimale Startbedingungen zu sein!

Ich nehme seit der Entlassung 6x täglich kortisonhaltige Augentropfen, sowie Augentropfen zur Befeuchtung der Hornhaut. Eine Woche später war ich schon bei meinem Hausaugenarzt zur Nachkontrolle und auch er bestätigte mir, dass die Hornhaut tadellos aussieht. Er stellte Descemetfalten fest, was aber bei der DALK nichts ungewöhnliches ist und diese sollen sich mit der Zeit von alleine glätten.

Ich war wirklich euphorisch, was so die ersten zwei Wochen anging, denn ich merkte, wie sich meine Sehstärke auf dem operierten Auge fast täglich verbesserte. Doch dann kam der Schock: von einem Tag auf dem nächsten war die Sicht plötzlich so trüb und milchig. Man sagte mir zwar, Schwankungen in der Sehschärfe wären in der Heilungsphase normal, aber das kam mir schon sehr extrem vor.
Also bin ich ab zum Augenarzt. Er konnte allerdings nichts feststellen: der Augendruck war normal, die Hornhaut war nicht aufgequollen, keine Entzündung. Allerdings beunruhigten ihn die Descemetfalten, die sich bis jetzt immer noch kein Stück geglättet haben und daher überwies er mich wieder in die Klinik.

Gestern am 14.03.2025, war ich also auf Anraten meines Augenarztes zur Nachuntersuchung wieder in der Klinik. Glücklicherweise ergaben die Untersuchungen, dass der Heilungsverlauf nach wie vor optimal ist. Die Spenderhornhaut scheint bislang gut mit dem Rest meiner eigenen Hornhaut zu verwachsen, zudem arbeiten meine eigenen Endothelzellen immer noch genau so, wie sie sollen. Die Descemetfalten sind auch kein Problem, denn bis diese sich glätten, kann noch viel Zeit vergehen.
Warum dann also meine trübe Sicht auf dem operierten Auge? Das lag tatsächlich an der Schutzlinse, die ich ja immer noch auf dem Auge hatte! Die hätte im Normalfall noch einige Zeit auf dem Auge bleiben können, aber da sie mir Probleme machte, wurde sie mir gestern entfernt. Seit dem merke ich, wie meine Sicht wieder deutlich besser geworden ist!

Das wäre so weit mein Bericht über die ersten 3 Wochen nach meiner DALK-OP. Ich werde Euch auf dem Laufenden halten, sofern es Neuigkeiten gibt. Ich schaue hier hin und wieder mal rein, also wenn ihr Fragen dazu habt, könnt ihr sie mir gerne stellen :)!
Adrian307
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Re: DALK (Tiefe anteriore lamelläre Hornhauttransplantation) in Sulzbach (Saar)

Post by Adrian307 »

Hallo zusammen,

ich teile euch mal ein kurzes Update mit:

leider ist das mit dem trüben Sehen auf dem operierten Auge immer noch ein Thema bei mir. Ich dachte, nach der Entfernung der Verbandlinse hätte sich das gelegt, wie in meinem letzten Beitrag erwähnt, dem war aber wohl nicht so.

Ich war diese Woche bei meinem Augenarzt und auch bei meinem Optiker, beide haben diesmal eine Wassereinlagerung in meinem Transplantat festgestellt. Das wäre aber erstmal nicht weiter schlimm und sollte sich mit der Zeit wieder legen. In 3 Wochen habe ich wieder einen Termin in der Klinik zur Nachkontrolle, da soll ich das auf jeden Fall ansprechen und nochmal ordentlich durchchecken lassen.
Davon abgesehen sieht das Transplantat aber nach wie vor gut aus und zeigt keine Abstoßungsreaktionen. Trotzdem verunsichert mich das alles schon ein wenig, denn wenn ich im Internet über getrübte Hornhäute recherchiere, kommt fast überall das Ergebnis, dass eine trübe Hornhaut in der Regel auf defekte Endothelzellen hindeutet und somit eine neue Transplantation erforderlich ist. Ich kann jetzt nur abwarten und hoffen, dass das nicht zutreffen wird...

Was gibt es sonst noch zu berichten? Die Operation ist nun schon eineinhalb Monate her und glücklicherweise hatte ich in der ganzen Zeit kein einziges mal Schmerzen oder Brennen im Auge. Es kommt höchstens mal ein leichtes Unwohlsein oder Fremdkörpergefühl vor, aber nichts dramatisches.
Mittlerweile nehme ich nur noch 5x täglich kortisonhaltige Augentropfen und nach wie vor regelmäßig Befeuchtungstropfen.
Das einzige, was mich stört, ist die immer noch relativ schlechte/milchige Sicht aufgrund der getrübten Hornhaut. Es gibt Tage, an denen ist es besser, dann aber wieder schlechter. Außerdem ist mein Augenlid immer noch ganz schön geschwollen und das sieht aus, als hätte ich vor kurzem eine Schlägerei gehabt, aber das ist ja eher ein „kosmetisches“ Problem und wird mit der Zeit abklingen.

Mal schauen, wie es weitergeht. Ich werde euch auf jeden Fall spätestens nach meinem nächsten Termin in der Klinik Ende April updaten!.
Adrian307
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Re: DALK (Tiefe anteriore lamelläre Hornhauttransplantation) in Sulzbach (Saar)

Post by Adrian307 »

Hallo zusammen,

anbei mein bereits angekündigtes Update:

heute war ich zur geplanten Kontrolle wieder in der Klinik. Die Hornhaut ist immer noch leicht eingetrübt, das sei aber überhaupt nicht besorgniserregend und sollte sich früher oder später normalisieren. Vom Sehen her würde ich sagen, hat sich das im Vergleich zu Anfang April ein wenig verbessert. Es gibt immer noch deutlich spürbare Schwankungen: an manchen Tagen habe ich das Gefühl, durch eine Klarsichtfolie zu schauen, und an anderen besseren Tagen bin ich von der Sehleistung schon ziemlich begeistert.

Jedoch gibt es bezüglich der Fäden eine Kleinigkeit zu berichten: eine der Fäden hat sich wohl leicht gelöst und steht nun ab. Die Assistenzärztin war verwundert darüber, dass ich das bis jetzt nicht bemerkt hab, in Form von einem Fremdkörpergefühl oder Stechen/Kratzen, aber ich selbst merke davon tatsächlich nichts. So lassen kann man das bis zum Fadenzug nicht, da es ein erhöhtes Risiko für eine Infektion darstellt.

Das abstehende Stück des Fadens muss nun also gekürzt werden. Leider haben sie das heute nicht machen können, da mein Transplantat noch zu "gestresst" ist, daher habe ich einen Termin im Juni bekommen, wo es dann ambulant erledigt wird. Für die Zeit bis dahin habe ich wieder eine Verbandlinse aufs Auge bekommen, um meine Augenlider von Innen zu schützen.
Außerdem muss ich nun bis auf weiteres neue, konservierungsmittelfreie Augentropfen nehmen, als das bisherige Inflanefran, da es wohl die Verbandlinse schädigen würde.

Alles in allem war die Oberärztin aber sehr zufrieden mit dem Transplantat. Die leichte Wassereinlagerung und der abstehende Faden sind nichts besorgniserregendes und davon abgesehen heilt die neue Hornhaut bis jetzt genau so ein, wie sie soll.
Ich selbst bin im Moment auch ganz zufrieden und hoffe darauf, dass es weiterhin keine größeren Probleme gibt. Ich halte euch auf dem Laufenden und werde spätestens Anfang Juni wieder berichten!

Grüße Adrian
Adrian307
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Re: DALK (Tiefe anteriore lamelläre Hornhauttransplantation) in Sulzbach (Saar)

Post by Adrian307 »

Hallo zusammen,

wie versprochen mein Bericht zum neusten Stand:

Seit Anfang/Mitte Mai ist mein Transplantat endlich wieder fast vollständig aufgeklart! Das wurde mir so auch vom Augenarzt bestätigt, also eine Ödemisierung liegt nur noch in sehr geringem Maße vor. Das merke ich auch deutlich an der Sehkraft, die ist seit dem sehr viel besser. Gelegentlich merke ich zwar noch, dass sich die Hornhaut manchmal kurzzeitig eintrübt, besonders bei größeren Anstrengungen, oder z.B. wenn ich gebückt bin und zu schnell aufstehe. Sie klart dann aber immer wieder innerhalb weniger Minuten auf, also ist das absolut kein Problem mehr. Ich hoffe nur, dass das auch so bleibt bzw. besser wird und sich nicht wieder verschlechtert.

Nun zu meinem gestrigen Krankenhausbesuch:
Wie angekündigt musste bei mir der abstehende Faden gekürzt werden, weshalb ich gestern in der Klinik war. Die ambulante OP verlief absolut harmlos und ohne Komplikationen, insgesamt dürfte sie wohl nicht länger als 5 Minuten gedauert haben.
Der Facharzt hat sich das Transplantat auch nochmal gründlich angeschaut und ist mit dem Heilungsverlauf sehr zufrieden. Doch eine besorgniserregende Bemerkung hat er leider feststellen müssen: der Augeninnendruck ist etwas erhöht. Zwar ist das seiner Ansicht nach noch lange kein Grund zur Panik, dennoch sollte das beobachtet werden. Infolge dessen habe ich nun Augentropfen zur Senkung des Augendrucks verschrieben bekommen.

Ich wäre natürlich sehr viel beruhigter, wenn der Druck normal wäre. Es gibt hier im Forum mehrere Berichte darüber, dass sich bei Patienten nach einer Hornhauttransplantation ein Glaukom bildet, nachdem der Augendruck aufgrund der ständigen Kortisontropfen zu lange erhöht ist. Mal schauen, ob die neuen Augentropfen, die ich nun zusätzlich einnehme, anschlagen werden.
Abgesehen davon bin ich aber nach wie vor sehr zufrieden mit der Gesamtsituation. Mitte Juli werde ich das nächste mal zur Nachkontrolle in die Klinik gehen und spätestens dann erhaltet ihr wieder einen Bericht über die Neuigkeiten!

Grüße Adrian
Adrian307
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Re: DALK (Tiefe anteriore lamelläre Hornhauttransplantation) in Sulzbach (Saar)

Post by Adrian307 »

Hallo zusammen,

leider haben mein Augenarzt und ich das Problem mit dem erhöhten Augendruck immer noch nicht in den Griff bekommen. Zwischenzeitlich hatte ich mal andere Tropfen probiert, noch zusätzliche Tropfen in die Tagesroutine eingebaut, doch leider habe ich trotzdem heute immer noch einen Augendruck von 30 mmHg. Letzte Woche war er sogar noch bei 40, was viiieeel zu hoch ist!

Heute war wieder mein planmäßiger Termin zur Kontrolle in der Klinik in Sulzbach. Die Oberärztin ist sehr zufrieden mit meiner Hornhaut, das Transplantat sieht sehr gut aus und daher haben wir auch schon einen Termin für den ersten Fadenzug Ende Oktober ausgemacht.

Jedoch war auch sie von dem hohen Augendruck überhaupt nicht begeistert und hat mir ab sofort verboten, die Inflanefran Augentropfen zu nehmen, die ich bis jetzt 2x täglich getropft habe. Laut ihrer Aussage reagiert mein Auge wohl viel zu empfindlich auf das darin enthaltene Kortison, daher muss es dringend abgesetzt werden. Stattdessen soll ich ab jetzt 1x täglich Lotemax tropfen, was scheinbar ein anderes Steroid und andere Wirkstoffe enthält, die hoffentlich nicht den Augendruck beeinflussen werden.
Das wird sich dann zeigen, auf jeden Fall soll ich nun vorerst zu regelmäßigen Kontrollen bei meinem Augenarzt vorbeischauen.

Auf die Frage, ob mein Sehnerv aufgrund des hohen Drucks vielleicht schon geschädigt sein könnte, antwortete die Oberärztin, dass man das nicht so pauschal sagen kann, die Gefahr aber durchaus besteht. Ich werde das demnächst mal bei meinem Augenarzt kontrollieren lassen.

Wie immer halte ich euch auf dem laufenden. Sobald sich mein Augendruck wieder auf einem normalen Niveau bewegt, melde ich mich.

Grüße Adrian
Mart54
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KC-Experience: Karrierebeginn 1973 - KPL 1991 re, 1997 li, 2022 li, 2024 li - Transplantatreaktion re 1994 - Korrektur-OPs mit Raffnähten 1993, 2013, 2014 - KK war in der ganzen Zeit nie stabil.
Keratoconus since: Diagnose mit 19
Experience with eyeglasses / lenses: erste KL 1973, nur rechts, war kaum auszuhalten.
1975 KL für beide Augen, Optiker Optenkamp Heilbronn, klasse Betreuung, Tragezeit 3 - 4 h/Tag, 1978 KL angepasst in der Uni Tübingen, hochgasdurchlässig, Tragzeit jetzt 10 bis 12 h/Tag, Wochenenden KL-frei.
1991 KPL re, danach nur noch KL li, re Korr. mit Brille. 1997 KPL li, danach nur noch Brille, zeitweise ein Auge nicht voll korrigiert wegen zu unterschiedlicher Glasstärken. 2013 neuer Versuch mit KL. KL fielen ständig aus den Augen. 2017 OP Grauer Star, jetzt nur noch Brille, aber schlechter Visus. Sklerallinsen seit April 2025 - Tragezeit ca 6 Stunden am Tag
Operationen: KPL 1991 re, 1997 li, 2022 li, DMEK 2024 li -
Korrektur-OPs mit Raffnähten 1993, 2013, 2014 -
Grauer Star re und li 2017
Begeiterscheinungen: Transplantatektasie li u. re
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Trockene Augen, hohe Lichtempfindlichkeit, Schatten an Buchstaben, Strahlenkränze um Lichtquellen, Nachtblindheit

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Verschlechterung durch Stress
Mögliche Ursachen: Jeder möchte doch erben, ich hab! Meine Oma hatte auch KK.
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Re: DALK (Tiefe anteriore lamelläre Hornhauttransplantation) in Sulzbach (Saar)

Post by Mart54 »

Hallo Adrian307,
wie geht es Dir?
Habt ihr Deine Augendruck jetzt im Griff?
Liebe Grüße
Martin
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Adrian307
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Re: DALK (Tiefe anteriore lamelläre Hornhauttransplantation) in Sulzbach (Saar)

Post by Adrian307 »

Hallo Martin,

was für ein Zufall, dass du fragst, denn eigentlich wollte ich euch am Wochenende einen kurzen Zwischenstandsbericht schreiben, bin aber nicht dazu gekommen!

Letzte Woche war ich bei meinem Augenarzt und er konnte endlich mal wieder einen deutlich gesenkten Augendruck feststellen! Er lag bei 8mmHg, was "eigentlich" schon fast zu wenig ist, aber seiner Aussage nach in meiner aktuellen Lage vollkommen in Ordnung. Wir haben jetzt lange gebraucht, den Druck überhaupt zu senken, also bin ich froh, dass es jetzt so ist, wie es ist. Noch weiter sinken sollte er aber lieber nicht, daher muss ich in 3 Wochen wieder zur Kontrolle zum Augenarzt.

Als Ursache für den erhöhten Augendruck kann man also definitiv vom kortisonhaltigen Inflanefran ausgehen, denn wie in meinem letzten Post erwähnt, habe ich es ja damals absetzen und durch Lotemax ersetzen müssen. An der Stelle wäre das auch mein Tipp an alle, die das selbe Problem haben: fragt euren Augenarzt, oder noch besser direkt in der Klinik, in der ihr operiert wurdet, ob ihr das Inflanefran durch Lotemax bei erhöhtem Augendruck ersetzen könnt. Je früher euer Augendruck sich wieder normalisieren kann, umso besser für euren Sehnerv!

Die Operation liegt nun fast ein halbes Jahr zurück und aktuell halte ich täglich folgenden Tropfenplan ein:

1x Lotemax zur Behandlung des Transplantats, entzündungshemmend
1x Latanoprost Pfizer und 2x Brinzolamid/Brimonidin zur Augendrucksenkung
Mehrmals am Tag bei Bedarf Hylo Gel zur Befeuchtung

Ich melde mich Anfang September wieder und teile euch mit, wie es dann mit meinem Augendruck aussieht, aber ich bin sehr optimistisch!

Grüße Adrian
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Re: DALK (Tiefe anteriore lamelläre Hornhauttransplantation) in Sulzbach (Saar)

Post by Mart54 »

Hallo Adrian,

vielen Dank für Deinen Bericht.

Als ich ihn gelesen hatte war ich echt froh und erleichtert darüber, dass bei Dir alles wieder in normales Fahrwasser kommt.

Grund meiner Beunruhigung:

Ich war Anfang Juli beim ersten Teil meiner Blickpunkt-Auge-Beraterschulung in Berlin. Dort habe ich eine Dame kennengelernt, bei der, nachdem sie wegen Keratokonus an beiden Augen Transplantate bekommen hatte, beidseitig der Augendruck aus dem Ruder gelaufen war. Dies hat bei ihr beidseitig die Sehnerven zerstört und hat zur völligen Erblindung geführt.

Für mich war diese Info zunächst ein echter Schock. Dann habe ich sofort an Dich gedacht und habe überlegt, wie ich es schaffen könnte, Dich zu „warnen“, ohne Dich „verrückt“ zu machen.

Deshalb habe ich einfach ganz harmlos nachgefragt, wie es Dir geht und bin jetzt froh über Deine positive Rückmeldung.

Halte uns bitte auf dem Laufenden!

Liebe Grüße
Martin
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Re: DALK (Tiefe anteriore lamelläre Hornhauttransplantation) in Sulzbach (Saar)

Post by Adrian307 »

Hallo Martin,

es ist wirklich nett von dir, dass du dabei direkt an mich gedacht hast.

Aber das ist ja ein richtiges Horrorszenario, was dieser Frau passiert ist! Da fragt man sich, wie konnte es denn so weit kommen? Es gibt ja mehrere medikamentöse Wege, mit denen man den Augendruck wieder stabilisieren kann. Möglicherweise hat nichts davon bei ihr angeschlagen, oder sie wurde von ihren Ärzten nicht ausreichend beraten.

Wer weiß, aber jetzt wird man ihr wohl leider auch nicht mehr helfen können. Ich denke, wir müssen daraus einfach eine Lehre ziehen und direkt zum Arzt gehen, sobald wir merken, dass irgendwas an den Augen nicht stimmt. Denn in manchen Fällen kann man nur bei Früherkennung behandelt werden und wenn es zu spät ist, ist es zu spät.

Grüße Adrian
Mart54
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Re: DALK (Tiefe anteriore lamelläre Hornhauttransplantation) in Sulzbach (Saar)

Post by Mart54 »

Hallo Adrian,

ja, diese Geschichte war auch für mich eine echte Horrorstory.

Als ich dann noch erfuhr, dass der Kollegin vor den Transplantationen ein Crosslinking empfohlen worden war und sie sich dieses finanziell nicht erlauben konnte, gingen bei mir beinahe die Lichter aus. Transplantation war damals Kassenleistung, das Crosslinking nicht.

Ich habe aus dieser Geschichte die Lehre gezogen: Wenn´s um die Augen geht, ist Bescheidenheit fehl am Platz. Angriff ist der beste Schutz!, denn mit dem Ergebnis muss der Patient leben, nicht der Arzt.

Dir alles Gute!

Liebe Grüße
Martin
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Re: DALK (Tiefe anteriore lamelläre Hornhauttransplantation) in Sulzbach (Saar)

Post by Adrian307 »

Hallo zusammen,

nach längerer Zeit melde ich mich mal wieder mit einem Update:

Mit dem Augendruck habe ich Gott sei Dank seit längerem keine Probleme mehr! Ich war zwischendurch immer mal wieder zur Kontrolle beim Augenarzt und jedes mal stellte er einen Druck von ca. 12-13 fest, was einem völlig normalen Wert entspricht. Auch das Transplantat selbst sieht gut aus und verheilt so, wie es soll.

Gestern war ich für den ersten Fadenzug wieder in der Klinik. Bei der Voruntersuchung war die Oberärztin ganz erstaunt und verwirrt darüber, dass der erste Faden bei mir jetzt schon gezogen werden sollte, da meine Transplantation ja erst 8 Monate her ist und man mit Fäden ziehen ihrer Meinung nach eigentlich erst nach einem Jahr beginnt. Sie wunderte sich darüber, dass die andere Oberärztin im Sommer mir damals den Termin für den Fadenzug jetzt schon gegeben hatte, was mich natürlich völlig verunsichert hat.
Allerdings habe ich im Internet gelesen, dass bei dem DALK-Verfahren in der Regel früher mit Fäden ziehen begonnen werden kann. Vermutlich ist das selbst unter den Oberärzten eher Ansichtssache, wann man es am besten macht.

Schlussendlich sah sie darin aber keine Probleme, da meine Hornhaut bereits sehr gut eingeheilt ist und da schon alles eingeplant war, haben wir den Fadenzug dann auch durchgezogen.

Alles verlief problemlos und nach wenigen Minuten konnte ich den OP schon wieder verlassen.
Ich muss aber zugeben, dass ich Anfangs leichte Schmerzen hatte und das Auge viel getränt hat. Es ist selbst jetzt noch stärker gereizt, als ich es mir vor dem Fadenzug vorgestellt hatte. Naja, auch das wird mit Sicherheit vorbeigehen.
Vom Gefühl her würde ich sagen, dass ich nach dem Fadenzug sogar noch ein kleines bisschen schärfer sehen kann, als vorher! Das ist schon sehr motivierend und bestätigt mir, dass die ganze Operation kein Fehler war.

Für eine Woche soll ich nun Antibiotika nehmen, aber davon abgesehen bleibt mein Tropfenplan wie bisher erhalten.
Im Dezember soll ich das nächste mal zur Nachkontrolle wieder in die Klinik und spätestens danach melde ich mich wieder mit dem aktuellen Stand.

Grüße Adrian
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Re: DALK (Tiefe anteriore lamelläre Hornhauttransplantation) in Sulzbach (Saar)

Post by Adrian307 »

Hallo zusammen,

erstmal wünsche ich allen nochmal nachträglich frohe Weihnachten! Die Familienfeiern sind nun alle vorbei, daher habe ich auch wieder Zeit, euch von meinem Update zu berichten:

Anfang Dezember war ich zur Kontrolle bei meinem Hausaugenarzt und leider stellte sich heraus, dass mein Augendruck wieder leicht erhöht ist.
Eigentlich war der Augendruck seit August immer so bei ca. 10-12., aber Anfang Dezember wieder bei 17 und Mitte Dezember sogar schon 19.
Die 19 wurden bei mir letzte Woche bei dem Kontrolltermin in der Klinik gemessen. Anscheinend reagiert mein Auge mittlerweile selbst auf das geringe Kortison, das sich in den Lotemax Tropfen befindet.

Glücklicherweise ist es laut den Ärzten in der Klinik erstmal nichts besorgniserregendes und ich soll weiterhin verstärkt die druckmindernden Augentropfen nehmen. Sofern es keine merkbaren Verschlimmerungen gibt, soll ich spätestens im Februar wieder zur Kontrolle zu meinem Hausaugenarzt gehen.
Tatsächlich habe ich auch schon den Termin für den zweiten Fadenzug bekommen: am 3. März 2026 werde ich voraussichtlich endlich keine Fäden mehr im Auge haben! Ich hoffe nur, dass es bis dahin keine größeren Probleme mehr mit dem Augendruck geben wird, aber da bin ich zuversichtlich. Selbst wenn, gibt es noch mehrere Mittel und Wege, dem entgegen zu wirken.

Sofern es damit keine Probleme gibt, werde ich mich vermutlich auch erst wieder direkt nach dem Fadenzug in ca. 2 Monaten melden. Daher wünsche ich allen schonmal einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Grüße Adrian