2026: 11. Feb. - 8. Apr. - 10. Jun. - 12. Aug. - 14. Okt. - 9. Dez. 2026 (19:00 - 21:00 Uhr)
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Es werden neue Kanäle aufgebaut, wie z.B. auf Mastodon und Bluesky. Weitere werden folgen.
Weitere Information und Diskussion dazu bitte hier: viewtopic.php?t=6501
Falsche Diagnosen in der Patientenakte?
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andreas
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- KC-Experience: Im Studium und im Beruf war es immer sehr anstrengend, mit den Kollegen mitzuhalten - trotz sehr großer Bildschirme und immer "vorne sitzen" bei Präsentationen. Feierabend war wirklich Feierabend; da war keine Kraft mehr für After-Work-Parties oder Work-Out im Fitnessstudio. Langes lesen oder schreiben von Texten war trotz aller Hilfsmittel anstrengend; oder lange Besprechungen mit Präsentationen.
Seitdem ich Rentner bin, kann ich mir meine Zeit / Pausen sehr viel großzügiger einteilen; trotz der regelmäßigen Struktur, die ich meinem Rentnerleben gegeben habe. - Keratoconus since: Die erste richtige Diagnose kam so 1978 - erst irregulärer Astigmatismus, dann Keratokonus. Bis zur richtigen Diagnose habe ich ca. 10 Augenärzte und 3-4 Jahre gebraucht. Seit ca. 2006 stabil in rechts Stufe II-III: links I-II; kaum Veränderungen bei Scanns in 4-6-Jahres-Abständen
- Experience with eyeglasses / lenses: Ich komme gut mit verschiedenen Brillen zurecht (Hell&Fern; NormalesTageslicht/Nah; Dunkel/Fern; Dunkel/Nah; reichen fast immer. Früher habe ich gelegentlich Tageslinsen getragen, dass brauche ich nun nicht mehr.
- Operationen: Keine OP´s
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Falsche Diagnosen in der Patientenakte?
Falsche Diagnosen, von denen man gar nichts weiß, können bei der Berufswahl / Bewerbungen zu Überraschungen oder bei der Inanspruchnahme von Versicherungsleistungen in einigen Fällen zum finanziellen Ruin führen.
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Hintergrund: Eine Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung kann man erst abschließen, wenn Versicherer sich einen Eindruck vom Gesundheitszustand gemacht hat. Hierfür können Versicherer – mit Einwilligung des Betroffenen – Einblick in dessen Krankenakte oder die sogenannte Patientenquittung nehmen. Letztere kann man als gesetzlich Versicherter bei der Krankenkasse anfordern. Die Patientenquittung gibt Aufschluss darüber, was genau Vertragsärzte mit der Krankenkasse abgerechnet haben – daraus gehen auch Diagnosen hervor.
Meist wird das bei Vertragsabschluss nur sehr oberflächlich gemacht. Der Patient füllt ein paar Formulare aus, gibt Krankheiten der letzten 5 oder 10 Jahre an, die er real erlebt hat. Es macht sich kaum jemand die Mühe vor Vertragsabschluss die Unterlagen der Krankenkasse anzufordern; wobei man ja auch bisher gar nicht auf die Idee gekommen wäre, dass dort völlig unbekannte Diagnosen aufgelistet sein könnten.
Falsche Diagnosen können unangenehme Auswirkungen haben. Bestimmte Diagnosen – etwa psychische Leiden oder Krebsdiagnosen – können nämlich dazu führen, dass man die Versicherung erst gar nicht abschließen kann. Oder man wird mit hohen Risikozuschlägen angenommen, weil man angeblich eine Vorgeschichte hat, von der man als Patient aber überhaupt nichts weiß.
Es kann sogar noch schlimmer kommen, wenn die Versicherung bei einer aktuellen Erkrankung die Leistung verweigert, weil in fast allen Fällen dann erst im nach hinein ganz extrem genau geprüft wird, welche Diagnosen tatsächlich alle in der Patientenakte aufgeführt sind. Im Fall von falschen oder für den Patienten unbekannten Diagnosen, kann die Versicherung nicht nur die Leistung verweigern, sondern den kompletten Versicherungsschutz kündigen.
Das ist z.B. bei Berufsunfähigkeitsversicherungen bereits mehrfach geschehen. Also gerade dann, wenn man die finanzielle Unterstützung ganz besonders dringend braucht.
Falls man unbekannte Diagnosen in der eigenen Patientenakte feststellt, kann man nur mit einem Attest, einer Bestätigung desjenigen Arztes, der die falsche Diagnose eingetragen hat, eine Korrektur erwirken. Falls der Arzt inzwischen z.B. in Rente gegangen ist, bleibt nur ein medizinischer Gutachter oder ggf. ein auf dem gleichen Gebiet tätiger Arzt, der aber vorab von der Krankenkasse anerkannt werden sollte.
Das alles ist sehr zeitaufwendig und teuer, gerade in einer Situation, in der man sowieso durch die akute Erkrankung kaum noch Kraft hat.
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Eine aktuelle Recherche zu diesem Thema gibt es u.a. in der ARD Mediathek:
Falsche Diagnosen: Böse Überraschung in deiner Krankenakte?
https://www.ardmediathek.de/film/falsch ... MzQ0MzM0OA
Hat jemand von euch erlebt, dass ein Augenarzt (oder ein anderer Arzt) falsche Diagnosen eingetragen hat? Ich selbst habe der ePA widersprochen; habe aber eine Übersicht aller Diagnosen und Therapien der letzten 10 Jahre von meiner Krankenkasse angefordert.
VG