Termine für den KeraLens-"Online-Stammtisch" der Keratokonus Selbsthilfegruppe:

2026: 11. Feb. - 8. Apr. - 10. Jun. - 12. Aug. - 14. Okt. - 9. Dez. 2026 (19:00 - 21:00 Uhr)
-- zum Teil mit Medizinern / Kontaktlinsenspezialisten (wird vorab bekannt gegeben).

Dauerhafter Link zum KeraLens-"Online-Stammtisch": https://lecture.senfcall.de/ker-358-fzk-yqk
(Keine Anmeldung, kein Passwort notwendig - einfach per "Click" zur angegebenen Zeit teilnehmen)

Weitere Infos zu den Stammtischen unter: https://www.forum.keratokonus.de/viewforum.php?f=152
(Zusätzlich oder als Alternative zu den regionalen Treffen.)
Die KeraLens-Accounts der Keratokonus Selbsthilfegruppe auf Instagram und Facebook werden im Verlauf von 2026 gelöscht/deaktiviert.

Es werden neue Kanäle aufgebaut, wie z.B. auf Mastodon und Bluesky. Weitere werden folgen.

Weitere Information und Diskussion dazu bitte hier: https://forum.keratokonus.de/viewtopic.php?t=6501

Monitorausgabe auf Sehfehler anpassen?

Tipps und Tricks zum Umgang mit Keratokonus in Beruf und Freizeit. Erfahrungen mit Hilfsmitteln und psychologischer Beratung bei chronischen Krankheiten.
Michael H.
-
Posts: 13
Joined: 2006-03-04, 20:00
KC-Experience: KC, beidseitig.
Bis zu meinem 22. Lebensjahr hatte ich (subjektiv) noch nie Probleme mit den Augen oder mit der Sehstärke. Habe KC aber vermutlich schon seit dem 13.-14. Lebensjahr. Kann das ziemlich genau sagen, da ich mich an einige Dinge erinnere die ich erst seit geraumer Zeit richtig interpretieren konnte. Konnte auch mit dem linken Auge nie so gut sehen, das rechte hat die Arbeit geleistet. Allerdings ist das bei Sehtests immer nur mir aufgefallen, hätte eigentlich nicht immer „bestanden“. Aber ich habe mir nie etwas dabei gedacht und das leider etwas naiv gehandhabt (schlecht geschlafen, temporäre Sehschwäche etc.), da ich mit beiden Augen zusammen immer sehr gut sehen konnte.
Dann kam schlagartig ein „großer Schub“ bzw. Gehirn konnte plötzlich nicht mehr ausgleichen. Zuerst eine Brille, half nur wenige Wochen. Dann einige Wochen (und Augenärzte) später, die Diagnose im Jahre 2004 (22. Jahre). Seitdem harte Kontaktlinsen auf beiden Augen. Bis jetzt (seit Mitte 2004) keine (bzw. nur minimale) Veränderungen an der Hornhaut.
Ohne KL: links <0,3; rechts 0,6-0,8. Mit KL: links 0,4-0,7; rechts 0,9-1,0. Hornhautdicke: links unbekannt (nicht messbar mit Ultraschall), rechts etwa 0,48 mm (und Stadium 3)

Monitorausgabe auf Sehfehler anpassen?

Post by Michael H. »

Mir geht schon seit ein paar Tagen der Gedanke durch den Kopf, die Bildschirmausgabe an einem PC dahingehend zu verändern, dass es für KK-Patienten ohne Sehhilfen etc. realitätsgetreu wahrgenommen werden kann. Angenommen, das Bild aus der Umwelt sei x und wird durch R als x' wahrgenommen.
Durch den KK wird x verzerrt, unscharf, etc. wahrgenommen bzw. wiedergegeben zu x' (so dass x ungleich x' ist). Im Idealfall (bei gesunden Augen) ist die Abbildung ausschließlich reflexiv. Nun meine Frage: Existiert dazu eine inverse Funktion? Mit dem Hintergrund die Umwelt so zu ändern bzw. anzupassen, dass x=f(x) bzgl. R zu x' kongruent ist? Wenn das möglich ist, könnte man etwa die Bildschirmausgabe am PC dahingehend verändern, dass wir es normal sehen könnten (ohne KL/Brille).
Sorry, für die evtl. etwas merkwürdige Ausdrucksweise, vielleicht wird durch ein Beispiel besser klar, was ich meine (_ = Leerzeichen):
Umwelt:
_XXX
_XXX
_XXX
Wahrgenommenes Bild (verzerrt, unscharf):
X
_XXX
_XXXX
_XXX
Angepasste Umwelt:
__XX
_XX
_XXX
Wahrgenommenes Bild:
_XXX
_XXX
_XXX


Leider bin ich nicht sehr informiert über optische/physische Aspekte diesbezüglich; daher würde ich mich freuen wenn mir jemand kurz einen Durchblick erschafft :) - warum so was bei einem KK nicht funktionieren kann… aber bei einem normalen Astigmatismus müsste so was doch implementierbar sein?
Thomas F
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Post by Thomas F »

Hallo Michael,

ich glaube kaum, daß so etwas möglich ist.
Die Phänomene, die wir sehen durch Anzeigen auf dem Monitor zu "korrigieren".
Ich sah vor der Transplantation mit meinem rechten Auge alles 25-fach. Eine Kerze sah ich also als 25 Kerzen - eine in der Mitte - und die anderen darum herum. Ich wüßte nicht, wie man einen solchen Fehler auf dem Monitor so beeinflussen könnte, daß das gesehene Bild dann stimmt ....

Auch bei Unschärfe durch eine Eintrübung der Hornhaut.... Wie soll man ein auf der netzhaut ankommendes verwaschenes Bild im Vorhinein "scharfrechnen" - wenn es danach wieder durch den Weichzeichener geht?

Ich denike es ist sehr aufwendig, von irgendwoher verlorene Information wiederzubeschaffen. Wäre dies möglich, hätte die NASA sich damals sicher die sehr kostspielige Reparatur vom Hubble Weltraumteleskop gespart. Das hatte ja auch am Anfang einen "Sehfehler". Man konnte dann zwar am PC die unschrfen Bilder scharfrechnen - aber die Informationen, die durch die Unschärfe gar nicht abgebildet wurden, waren für immer verloren - daher auch die Weltraum-Reparatur.

Es gibt heute Verfahren, um bei optischen Systemen Unschärfen nicht entstehen zu lassen - etwa die sogenannte adaptive Optik bei astronomischen Teleskopen, die die Unschärfe durch Luftunruhe reduzieren - oder die Vibration-Reduction-Systeme in modernen Digital-kameras bzw. deren Objektiven, bei denen die Unschärfe durch Bewegen der Kamera durch das Bewegen eihner Linsengruppe bzw. des Chips im Kameragehäuse reduziert wird. Ein wirksames System gegen Verwackeln von Bildern. Ist aber ein Bild erst mal verwackelt kann man die dadurch verlorene Information wohl nicht mehr wiederholen.

Grußl,
Thomas

2.Mo 15:26 Gott spricht: ... ich bin der HERR, der dich heilt.
Günter
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Joined: 2003-06-03, 15:12
KC-Experience: - Ende 1978 Diagnose KC , mit 14 jahren
- Ende 1990 endgültiger zusammenbruch des rechten Auges, ca. 5% Sehfähigkeit
- April 1991 KP (Keratoplastik, Hornhauttransplantation) rechtes Auge in Heidelberg
- 1993 endgültiger Zusammenbruch des linken Auges, tragen von Linsen nicht mehr möglich, ca. 5% Sehfähigkeit (Visus)
- 1993 fast zur gleichen Zeit, rechtes Transplantiertes Auge wieder einsatzfähig, mit Linse ca. 80%
- Dezember 1995 KP linkes Auge in Jena
- 1997 linkes Transplantiertes Auge wieder einsatzfähig, mit Linse ca. 80%
- 2000 habe einen neuen Optiker, und klasse Linsen jetzt auf beiden Augen ca. 120%
- 2012 Abstoßungsreaktion auf dem linken Auge
- 2013 hohe Belastung für das rechte Auge, das Auge wird instabil. Rekeratokonus mit steigender Instabilität beider Augen
- 2015 März 2015 erneute KP links
- rechtes Auge wird mit Medikamenten einigermaßen stabil gehalten
- 2017 Mai, das linke Auge ist soweit stabil, das ich wieder eine
Kontaktlinse auf dem Auge tragen kann damit erreiche ich einen Visus
von ca. 1,0 (100%). Somit kann ich wieder auf beiden Augen vernünftig
sehen.
Keratoconus since: Ab dem Alter von 14 Jahren.
Experience with eyeglasses / lenses: Mit meinen harten Kontaktlinsen komme ich im großen Ganzen gut klar.

Ich trage sehr gut angepasste quartantenspezifische Kontaktlinsen, von FALCO. Mit diesen erreiche ich einen Visus von ca. 1,0 (100%) auf beiden Augen.

Die Tragezeit der Kontaktlinsen beträgt ca. 10 Stunden pro Tag.
Ohne Kontaktlinsen habe ich links einen Visus von ca. 0.05 (5%) und rechts < 0.05(5%).

Mit einer iScription Brille komme habe ich links ca. 0,3 (30%) und rechts 0,3 (30%).
Dir Brille hat die Werte:
R Spr. -2,75 Cyl -8,50 Achse 175
L Spr. +4,50 Cyl -3,75 Achse 131
Operationen: Auf beiden Augen eine Keratoplastik (Hornhauttransplantation)
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Post by Günter »

Hallo Michael,
es gibt sicher eine Funktion x=f(x) mit der ein scharfe Darstellung an einem Ort möglich ist.
Aber es ergeben sich ein paar Probleme. Die Übergänge zwischen den einzeln Bereichen müssen stetig sein – ob das hinzubekommen ist ohne Verzerrungen bezweifle ich.

Aber das größere Problem, wenn du eine Ausgleichsfunktion findest, wirkt die nur an einer Stelle vor dem Bildschirm in nur einem Abstand. Das bedeutet du müsstest deine Augen immer an der selben stelle mit dem selben Abstand halten – sehr schwer realisierbar.
So, und du hast 2 voneinander verschiedene Augen, eine Funktion x=f(x) würde leider immer nur die Eigenheiten eines Auges berücksichtigen
Gruß Günter
Mordamir

Post by Mordamir »

Also theoretisch ist eine solche Anpassung möglich, allerdings nur mit etlichem Aufwand und nicht in jedem Fall.
Zuerst die 2 Probleme, die Günter erwähnte.
- Das Bild muss für jedes Auge extra korrigiert werden. Das kann man schaffen, wenn man ein Shutter-Display verwendet. Sowas wird normalerweise für eine 3D-Darstellung benutzt, hier würde es für die Augenspezifische Korrektur genutzt.
- Korrektur ist Blickwinkel und Entfernungsabhängig, also muss auch die Position und Blickrichtung der Augen erfasst werden. Das ist auch machbar.
Nun noch 2 weitere Probleme:
- Es kann nur der Fehler auf dem Bildschirm korrigiert werden. Wenn sich ein Geisterbild außerhalb der Bildfläche manifestiert, kann auch nicht korrigiert werden.
- Es muss ein Helligkeitsspielraum für die Korrektur bleiben. Ein hellen Buchstaben auf einem dunklen Grund würde man dadurch korrigieren, indem man an den Stellen, wo das oder die Geisterbilder auftreten den hintergrund dunkler macht. Das klappt aber gerade dort nicht, wo der Effekt am störendsten ist, nämlich bei Weissen Objekten auf schwarzen Hintergrund, da man das schwarz ja nicht dunkler machen kann. Mann müsste dann ein relativ Kontrastarmes Grundbild haben, damit Spielraum für eine Korrektur bleibt.

Ich hab aber eine Idee für eine relativ einfache Abhilfe. Ich kann die nur nicht selbst ausprobieren, da meine Augen noch nicht ganz so schlimm sind. Wenn man als Texthintergrund einen relativ stark strukturierte, helle Fläche verwendet, dann sollte das Gehirn durch seine Bildverarbeitung die Geistereffekte relativ gut ausblenden können.