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Müdigkeit/Konzentrationsprobleme mit Fehlsichtigkeit
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Dominic
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Müdigkeit/Konzentrationsprobleme mit Fehlsichtigkeit
ich habe eine Frage zu euren Erfahrungen mit Fehlsichtigkeiten, Doppelbildern und Verzerrungen beim Sehen.
Wie schon 2-3 mal hier im Forum erwähnt habe ich kein KK, aber Narben in der Hornhaut und habe auch schon eine KPL über mich ergehen lassen müssen.
Meine Frage bezieht sich auf Kontentrationsprobleme und Müdigkeit aufgrund erhöhter Konzentration im Verlauf eines Tages. Ich fange morgens um 7 an zu arbeiten und bin bis mittags noch topfit. Allerdings verschlechtert sich mein Visus im Verlauf des Tages. Für das linke Auge, welches vor 8 Monaten operiert wurde(KPL), trage ich eine Brille und komme morgens auf einen Visus von ca 0,4. Für das rechte Auge benötige ich eine Linse und komme morgens auf einen Visus von 0,6. Im Laufe des Tages komme ich links auf 0,1-0,2 und rechts auf schätzungsweise 0,5. Problmatisch dabei wirken sich allerdings Verzerrungen aus. Die Konzentration beim Lesen eines Textes und das Arbeiten am Monitor ist dann höher. Dadurch kommt es mir oftmals so vor, als ob ich mich nicht auf die eigentlichen Zusammenhänge konzentrieren kann und Müdigkeit bzw. Erschöpfung ins Spiel kommen.
Die ganze Beobachtung führe ich vor allem auf einen Vergleich mit "früher" zurück, als ich noch unproblemtisch und verzerrungsfrei sehen konnte.
Habt ihr da ähnliche Erfahrungen gemacht oder gibt es sogar irgendwelche Studien zu der Problematik "Konzentrationsschwierigkeiten/schnellere Erschöpfung und Müdigkeit bei Menschen mit beeinträchtigtem Sehvermögen"?
Für eure Antworten wäre ich sehr dankbar, denn ich mache mir momentan sehr viele Gedanken um dieses Problem.
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Dom
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- KC-Experience: Der tägliche Kampf um das beste Sehen ist anstrengend, aber lohnt sich; vor allem wenn Augenarzt und Optiker Hand in Hand arbeiten und man selbst bereit ist, auch mal als Testperson herzuhalten. Ich habe meine Krankheit akzeptiert und gehe daher recht unkompliziert mit meiner "Sehbehinderung" um. Das hilft mir, den psychischen Druck abzubauen und mich auf das Wesentliche zu konzentrieren: das schöne Leben!
- Keratoconus since: Irregulärer Astigmatismus und Keratokonus diagnostiziert beidseitig seit 07/1998, vorher als "einfache" Kurzsichtigkeit behandelt (Brille, seit 1985).
Eine kleine Historie meines Keratokonus (absteigend mit kurze Werte-Übersicht):
2013: CCL an der Augenklinik BelleVue, Kiel. Ergebnis noch offen.
2012: hingegen aller ärzlicher Meinung (UKE Augemnklinik, generelle Lehrmeinung):ab Ende 30 bewegt sich am KK nichts mehr, kräftiger Schub links mit Hornhautausdünnung auf die kritische Grenze von 400µ, subjektiver visus links (sc) 0,05
2008-2012: ruhige und tatsächlich progressionslose Zeit, visus stabil zwischen 0,8 bis 1,1 mit beiden Augen (cc)
2008: Visus mit Linsen linkes Auge zwischen 1,1 (morgens) und 0,8 (abends), rechtes Auge 1,3 (morgens) und 0,9 (abends) bei durchschnittlicher Tragezeit von 14 Std.
2007: Excimer-Laser-OP mit dem Femtosekunden-Laser linkes Auge
2006: starker Verlust der Sehkraft links auf -6,50
2005: Werte vom Doc und Optiker links: sphär. +1,25, Zyl. -2,50, Achse 98°, rechts: sphär. +0,00, Zyl. -2,50, Achse 72° visus r/l sc unter 0,25 cc annähernd 1,0 (morgens, abends 0,6 ++ 2004 Werte vom Doc und Optiker
links: sphär. +0,50, Zyl. -0,75, Achse 60°, rechts: sphär. +0,00, Zyl. -0,75, Achse 130° visus r/l sc unter 0,3 cc annähernd 1,2
2001: Werte Uniklinik Kiel (14/05/01) visus rechts sc = 0,8 cc = 0,63, visus links sc = 0,4 cc = 0,8, tensio 16mm HG, Befund: eindeutiger Keratokonus beidseitig. - Experience with eyeglasses / lenses: Korrektur beidseitig durch Kontaktlinsen, formstabil, gasdurchlässig, seit 1998.
Benutzte Benetzungsflüssigkeit: Oculotect fluid sine; Urteil: brauchbar, etwas "klebrig" und Hylo-Comod ohne Konservierungsmittel. Benutzte Reinigungs-/Aufbewahrungsflüssigkeit:
Lenscare Desinfektions- und Aufbewahrungslösung für harte, gasdurchlässige Kontaktlinsen, Lenscare Hartlinsenreiniger für harte, gasdurchlässige Kontaktlinsen, AMO Total Care Proteinentfernungstabletten (1x wöchentlich). - Operationen: 2007 Excimer-Laser-OP mit dem Femtosekunden-Laser linkes Auge, Dr Opel, Hamburg. Durch die OP-Methode ist die Hornhaut "geliftet"/gestrafft worden und wieder in eine Kuppelform überführt worden
2013 CCL linkes Auge, da die Hornhaut an der magischen 400µ-Grenze schrammt, Dr Holland, Augenklinik BelleVue, Kiel - Begeiterscheinungen: dauerhafte halos und ghosts selbst mit Kontaktlinsen (dann aber deutlich weniger), Mehrfachbilder und Verwischungen machen das tägliche Arbeiten am PC anstrengend. Ständig dunkle Ränder unter den Augen. Kalte und trockene Luft tut meinen Augen merkwürdigerweise am besten. Große Probleme bei klimatisierten Räumen und Fussbodenheizung. Helles Licht, starke Sonneneinstrahlung sind ebenfalls unangenehm.
- Mögliche Ursachen: ... wenn ich das wüßte, könnte ich an den Ursachen arbeiten und müßte nicht mit Ärzten und Optikern an den Symptomen herumlaborieren.
Klar kann es zu deutlichen Konzentrationsproblemen kommen! Das Gehirn arbeitet ja ständig daran, die Verzerrungen/Doppelbilder auszugleichen/zur Deckung zu bringen, um ein einwandfreies Ergebnis zu erhalten. Du solltest daraufhin rechtzeitig und genügend Pausen machen und Dich nicht von irgendwelchen Arbeiten zum Sklaven machen. Halte die gesetzlich geregelten Arbeitszeiten am Bildschirm ein, tropfe genügend und habe immer ein wenig Traubenzucker, Bananen oder Schokolade zur Hand. So kann die Ermüdung herausgezögert werden.
CU Dom
------ Der mit dem Knick in der Linse -----
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blue eye
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- KC-Experience: Die Diagnose Keratokonus habe ich seit 1975. Obwohl man mir damals schon eine Hornhautverpflanzung machen wollte, habe ich mich bis Heute dagegen gewehrt und bin damit gut gefahren. Erst eine deutliche Verschlechterung vor zwei Jahren macht mir Probleme. Im Moment trage ich auf jedem Auge je eine weiche Tageslinse und darauf eine harte Linse. Damit sehe ich noch ca. 50%. Sie kann ich nur noch 8 bis 12 Std. tragen, wobei ich nach rund 4 Std. starke Konzentrationsschwierigkeiten habe und das Tragen der Linsen fast unerträglich wird. Dann steige ich auf die Brille um, mit ihr sehe ich noch rund 20 bis 40%, je nach Licht usw. Das letzte halbe Jahr war ich bei der Sehbehinderten Hilfe in Basel und gehe Ende April wieder an meine Arbeit zurück. Ich habe das Glück einen sehr verständnisvollen Arbeitgeber zu haben. Vor einer Operation habe ich immer noch starken Respekt, weil ich unsicher bin, wie ich danach die, wohl nicht zu vermeidenden Kontaktlinsen, vertragen werde.
Ich kenne die Konzentrationsschwierigkeiten wie du sie beschreibst. Eigentlich sind sie mein Hauptproblem. Weil ich z.Z. Abklärungen für die Invalidenversicherung machen muss, hatte ich deswegen auch Frau Irina Wahrendorf angeschrieben. Nebst vielen Ratschlägen hat sie mir auch folgendes geschrieben:
"Wenn Sie in Berlin wohnen würden, würde ich Ihnen bei dieser ganzen, verzwickten und seltenen Thematik die Sehberatungsstelle empfehlen. In Dtl. ist die einzigartig. Eine Augenärztin, ein Optiker, eine Orthoptistin und eine Sozialarbeiterin arbeiten hier interdisziplinär zusammen und können so die Patienten relativ ausgewogen beraten (auch zu Gesetzen, Anträgen usf). Aber vielleicht gibt es in der Schweiz ja auch etwas Vergleichbares."
Ich hatte im Vorfeld immer Angst, dass mir dies so niemand glaubt. Es ist ja ähnlich wie ein Schleudertrauma. Ich hatte es auch bei einem Neurologen an der Universitätsklinik abklären wollen. Dort meinte man nur: "Sie waren 20 Jahre Berufstaucher und dann rauchen sie noch! Alles klar, ihr Hirn ist halt reduziert, das kennt man von Rauchern, Tauchern und im Weiteren auch von Bergsteiger (was ich in jungen Jahren auch machte)." Inzwischen bin ich aber mit den medizinischen Gutachten für die Versicherung gut weiter gekommen. Also für Ärzte mit Erfahrung mit dem Keratokonus scheint es klar zu sein, dass gerade Doppelbilder (ich nenn sie eigentlich lieber Mehrfachbilder, weil auch mit KL sehe ich alles 5x, mit Brille 12x und ohne 26x) zu einer Reizüberflutung und damit zu Konzentrationsschwierigkeiten führen können. Für mich ist es eigentlich egal was ich mache, um den Mittag herum bin ich mehr oder weniger im "Keller unten" und erst durch das Schlafen kann ich mich wieder erholen. Durch die Hilfsmittel, welche ich inzwischen am Arbeitsplatz habe, arbeite ich am liebsten am PC. Weil da bleiben für mich die Verhältnisse, wie Licht und Distanz u.s.w. immer gleich.
Liebe Grüsse
Röbi
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sabine s.
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- KC-Experience: 4x transplantiert, 3x an einem auge, immunsuppression wegen ständiger transplantatabstoßungen, glaukom bereits mehrmals operiert, beginnender katarakt an beiden augen. visus mit brille um die 35%. Kontaklinsenunverträglichkeit .
augen-op´s insges. 13x. bin bei prof. th. neuhann in behandlung.
5. transpl. steht in den starlöchern.??? mehr oder weniger. das 5. transplantat war bereits am anfang märz 08 gefunden worden. 2 h später, anruf vom Prof. er könne es nicht nehmen. jetzt muß ich also weiter warten.
nävus auf der netzhaut inoperabel, tumor in der orbita nähe des sehnerves.
visus bleibt erwiesenermaßen schlecht, bzw. verschlechtert sich zumindest in der nähe und an den äußeren gesichtsfeldrändern. visus scheint irgendwie zu stagnieren, komme gerade so zurecht, wobei das Lesen immer schwieriger wird. - Experience with eyeglasses / lenses: Sehr schnell wurden mir harte KC-Linsen angepaßt, die sich aber andauernd veränderten, so, daß der Anpasser gar nciht mehr nachgekommen ist.
- Operationen: 1999 wurde die erste Keratoplastik gemacht. s.o. bei und von Prof. Thomas Neuhann. Alle anderen Keratoplastiken (mit wachsendem Vergnügen, ebenfalls vom Prof. Neuhann der sich absolut rührend um mich kümmert. Div. Trabekulektomien, Div. Cortisonspülungen....................alles zwar Operationen, aber immer irgendwie im Vorbeigehen.
- Been thanked: 2 times
@röbi!
genau, was du beschreibst, mit am liebsten am pc arbeiten, ist bei mir auch so!!!!! keiner glaubt einem das, weil man sonst kaum in der lage ist zu lesen, aber dauernd am PC hockt. ist aber so!
konzentration und überhaupt das wohlbefinden sinkt bei mir auch ab gegen nachmittags, dann hilft eben nur noch ne mütze voll schlaf..........
grüßle
sabine
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Dominic
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Ein kurzer Einwand bleibt mir nur noch: Es ist ja normal und menschlich, dass man um die Mittagszeit, gerade nach dem Mittagessen etwas träger oder müder ist als normal. Das kenne ich auch von früher so. Damals war es bei mir aber auch so, dass dieser Zustand nur bis ca. 3 Uhr nachmittags angehalten hat (unter der Vorraussetzuzng, dass man um halb 1 Mittag macht). Allerdings fällt es mir mitlerweile sehr schwer überhaupt wieder zur Energie zu kommen nach dieser Zeit.
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Dominic
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- Joined: 2006-02-02, 11:01
Ich würde mich freuen, wenn hier noch ein paar Leute schreiben würden die das von mir beschriebene Problem haben und die Lösung eines ärztlich/psychologischen Gutachtens. Ich habe das Gefühl, dass diese Dinge von den Menschen in meiner Umgebung nicht immer wahr und für Ernst genommen wird.
Und vielen Dank nochmal für die bisherigen Antworten!
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LBH49
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- KC-Experience: KC beidäugig, li. Auge 1987 transplantiert (Prof. Meyer in OS), re . Auge mit langsamerer Entwicklung; März 2007 Re-Keratoplastik li. Auge (mit Titanring) + re. Auge cirkuläre Keratotomie (Dr. Krumeich)
Geblieben ist auf dem linken Auge ein Glaukom postoperativ, das mit Cosopt vollständigt behandelbar ist und bisher keine Schäden am Sehnerv verursacht hat. - Keratoconus since: 1982, bis zur konkreten Diagnose vergingen etwa 2 Jahre
- Experience with eyeglasses / lenses: KC-Kunden sind des Optikers bester Freund!
- Operationen: Keratoplastik li. Auge 1987, Re-Keratoplastik 2007;
Cirkuläre Keratotomie re. Auge 2007
Deine Problemschilderungen treffen zu und sind sicher häufiger als der Einzelne glaubt. Dass die Umwelt sie nicht verstehen kann, ist menschlich. So heißt denn auch der Titel eines Merkblatts des Sehbehindertenvereins "Ich sehe so, wie Du nicht siehst".
Noch ein anderer Ansatz: Wenns denn finanziell geht, es gibt auch Teilzeitarbeit und schönere Plätze im Leben als den auf dem Bürostuhl vor einem Schreibtisch. Aber sicher muss hier jeder seine eigenen finanziellen Möglichkeiten bestimmen und der Arbeitgeber muss auch mitspielen.
Frdl. Gruß
Ludwig
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sabine s.
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- Joined: 2005-05-30, 11:25
- KC-Experience: 4x transplantiert, 3x an einem auge, immunsuppression wegen ständiger transplantatabstoßungen, glaukom bereits mehrmals operiert, beginnender katarakt an beiden augen. visus mit brille um die 35%. Kontaklinsenunverträglichkeit .
augen-op´s insges. 13x. bin bei prof. th. neuhann in behandlung.
5. transpl. steht in den starlöchern.??? mehr oder weniger. das 5. transplantat war bereits am anfang märz 08 gefunden worden. 2 h später, anruf vom Prof. er könne es nicht nehmen. jetzt muß ich also weiter warten.
nävus auf der netzhaut inoperabel, tumor in der orbita nähe des sehnerves.
visus bleibt erwiesenermaßen schlecht, bzw. verschlechtert sich zumindest in der nähe und an den äußeren gesichtsfeldrändern. visus scheint irgendwie zu stagnieren, komme gerade so zurecht, wobei das Lesen immer schwieriger wird. - Experience with eyeglasses / lenses: Sehr schnell wurden mir harte KC-Linsen angepaßt, die sich aber andauernd veränderten, so, daß der Anpasser gar nciht mehr nachgekommen ist.
- Operationen: 1999 wurde die erste Keratoplastik gemacht. s.o. bei und von Prof. Thomas Neuhann. Alle anderen Keratoplastiken (mit wachsendem Vergnügen, ebenfalls vom Prof. Neuhann der sich absolut rührend um mich kümmert. Div. Trabekulektomien, Div. Cortisonspülungen....................alles zwar Operationen, aber immer irgendwie im Vorbeigehen.
- Been thanked: 2 times
es gibt sicher den ein oder anderen aufgeklärten augenarzt, der diese problematik versteht und sie auch formuliert, aber..........in der regel ist es sch.......egal, weswegen man gehandicapt ist.
volle leistung kann nicht mehr gebracht werden, also schaut man sich nach leistungsfähigeren mitarbeitern um.
aber ich würde trotzdem auf alle fälle versuchen ein attest dafür zu bekommen. es müßte gemeinhin anerkannt sein, daß eine schwere sehbehinderung konzentrationsstörungen und müdigkeit hervorruft.
versuche es, und berichte dann bitte!
alles gute
grüßle
sabine
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blue eye
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- KC-Experience: Die Diagnose Keratokonus habe ich seit 1975. Obwohl man mir damals schon eine Hornhautverpflanzung machen wollte, habe ich mich bis Heute dagegen gewehrt und bin damit gut gefahren. Erst eine deutliche Verschlechterung vor zwei Jahren macht mir Probleme. Im Moment trage ich auf jedem Auge je eine weiche Tageslinse und darauf eine harte Linse. Damit sehe ich noch ca. 50%. Sie kann ich nur noch 8 bis 12 Std. tragen, wobei ich nach rund 4 Std. starke Konzentrationsschwierigkeiten habe und das Tragen der Linsen fast unerträglich wird. Dann steige ich auf die Brille um, mit ihr sehe ich noch rund 20 bis 40%, je nach Licht usw. Das letzte halbe Jahr war ich bei der Sehbehinderten Hilfe in Basel und gehe Ende April wieder an meine Arbeit zurück. Ich habe das Glück einen sehr verständnisvollen Arbeitgeber zu haben. Vor einer Operation habe ich immer noch starken Respekt, weil ich unsicher bin, wie ich danach die, wohl nicht zu vermeidenden Kontaktlinsen, vertragen werde.
Mir war die ganze Sachlage erst ernst geworden, als ich meine Behinderung der Invalidenversicherung klar machen musste. Also ich musste es auch medizinisch begründen können. Meine frühere Augenärztin meinte dazu nur, dass sie meine Hornhaut sieht und dies könne sie auch so unterschreiben. Was dann zwischen meiner Hornhaut und dem Hirn abläuft, sei der Psychiater zuständig. In der Schweiz ist es im Bezug zur Invalidenversicherung (IV) vermutlich oft der Psychiater, welcher das Zünglein an der Waage ist. Ich hätte ihn sicher auch aufgesucht, wenn es nötig gewesen wäre. Zum Glück hatte ich aber bei drei verschiedenen Augenärzten, von welchen jeder ein Gutachten für die IV machte den Atest erhalten. Reizüberflutung sagen sie dem. Ob dies für die IV so stimmt, weiss ich noch nicht, da warte ich immer noch auf einen Entscheid. Ich denke aber, dass das ok sein wird, weil unter den Ärzten waren auch Vertrauensärzte der IV.
Ich muss aber auch sagen, dass ich einen wirklich sehr guten Arbeitgeber (alter Betrieb) und noch eine bessere Chefin (neu an der jetztigen Arbeitsstelle) habe, welche mich die letzten Jahre stark unterstützt haben. Auch die Unterstützung, welche ich bei der Sehbehindertenhilfe in Basel bekam, war für mich aufbauend.
Die negativen Erfahrungen am Arbeitsplatz hatte ich früher auch gemacht. Obwohl meine Mitarbeiter von meiner Behinderung wussten, hatten sie es einfach ignoriert. Da hat mir einer auf dem Bildschirm was gezeigt und ich konnte noch hundert mal sagen, dass ich es nicht sehe, vor allem wenn ich noch einenhalb Meter davon wegstand. Da war es mir dann schnell mal egal und ich habe mir einfgach gedacht, erzähl du mal und ich hab geduldig gewartet bis er fertig war.
Frau Irina Wahrendorf hat mir noch weiter empfohlen:
Im Forum-Keratokonus ist der Hans Hirche sehr "bewandert", was Gesetze usf. angeht. Meines Wissens probiert er gerade einen ähnlichen Antrag durchzukämpfen. Vielleicht nehmen Sie ja mal mit ihm Kontakt auf.
Ich hatte nie Kontakt mit ihm, aber ich könnte mir vorstellen, dass er für euch aus Deutschland sicher einige Tipps weis.
Also meine Meinung ist, dass dies die Augenärzte eigentlich müssten bescheineigen können. Aber eben das zeigt auch unsere Erfahrung: Augenarzt heisst noch lange nicht auch über den Keratokonus im Bild zu sein. Schliesslich sind ja unsere Schwierigkeiten weder psychischer noch neurologischer Natur. Ich sage den Leuten oft wie es ist. Wenn ich mit den KL noch 50% und alles 5x sehe, ergibt dies mathematisch eine Sehkraft von 250%, dabei muss ich aber immer die 150%, welche zuviel sind, wieder "wegdenken" und das ist einfach ANSTRENGEND! Herrgottnochmal!
Ich hoffe dir ein wenig geholfen zu haben
Liebe Grüsse
Röbi
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Dom
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- Keratoconus since: Irregulärer Astigmatismus und Keratokonus diagnostiziert beidseitig seit 07/1998, vorher als "einfache" Kurzsichtigkeit behandelt (Brille, seit 1985).
Eine kleine Historie meines Keratokonus (absteigend mit kurze Werte-Übersicht):
2013: CCL an der Augenklinik BelleVue, Kiel. Ergebnis noch offen.
2012: hingegen aller ärzlicher Meinung (UKE Augemnklinik, generelle Lehrmeinung):ab Ende 30 bewegt sich am KK nichts mehr, kräftiger Schub links mit Hornhautausdünnung auf die kritische Grenze von 400µ, subjektiver visus links (sc) 0,05
2008-2012: ruhige und tatsächlich progressionslose Zeit, visus stabil zwischen 0,8 bis 1,1 mit beiden Augen (cc)
2008: Visus mit Linsen linkes Auge zwischen 1,1 (morgens) und 0,8 (abends), rechtes Auge 1,3 (morgens) und 0,9 (abends) bei durchschnittlicher Tragezeit von 14 Std.
2007: Excimer-Laser-OP mit dem Femtosekunden-Laser linkes Auge
2006: starker Verlust der Sehkraft links auf -6,50
2005: Werte vom Doc und Optiker links: sphär. +1,25, Zyl. -2,50, Achse 98°, rechts: sphär. +0,00, Zyl. -2,50, Achse 72° visus r/l sc unter 0,25 cc annähernd 1,0 (morgens, abends 0,6 ++ 2004 Werte vom Doc und Optiker
links: sphär. +0,50, Zyl. -0,75, Achse 60°, rechts: sphär. +0,00, Zyl. -0,75, Achse 130° visus r/l sc unter 0,3 cc annähernd 1,2
2001: Werte Uniklinik Kiel (14/05/01) visus rechts sc = 0,8 cc = 0,63, visus links sc = 0,4 cc = 0,8, tensio 16mm HG, Befund: eindeutiger Keratokonus beidseitig. - Experience with eyeglasses / lenses: Korrektur beidseitig durch Kontaktlinsen, formstabil, gasdurchlässig, seit 1998.
Benutzte Benetzungsflüssigkeit: Oculotect fluid sine; Urteil: brauchbar, etwas "klebrig" und Hylo-Comod ohne Konservierungsmittel. Benutzte Reinigungs-/Aufbewahrungsflüssigkeit:
Lenscare Desinfektions- und Aufbewahrungslösung für harte, gasdurchlässige Kontaktlinsen, Lenscare Hartlinsenreiniger für harte, gasdurchlässige Kontaktlinsen, AMO Total Care Proteinentfernungstabletten (1x wöchentlich). - Operationen: 2007 Excimer-Laser-OP mit dem Femtosekunden-Laser linkes Auge, Dr Opel, Hamburg. Durch die OP-Methode ist die Hornhaut "geliftet"/gestrafft worden und wieder in eine Kuppelform überführt worden
2013 CCL linkes Auge, da die Hornhaut an der magischen 400µ-Grenze schrammt, Dr Holland, Augenklinik BelleVue, Kiel - Begeiterscheinungen: dauerhafte halos und ghosts selbst mit Kontaktlinsen (dann aber deutlich weniger), Mehrfachbilder und Verwischungen machen das tägliche Arbeiten am PC anstrengend. Ständig dunkle Ränder unter den Augen. Kalte und trockene Luft tut meinen Augen merkwürdigerweise am besten. Große Probleme bei klimatisierten Räumen und Fussbodenheizung. Helles Licht, starke Sonneneinstrahlung sind ebenfalls unangenehm.
- Mögliche Ursachen: ... wenn ich das wüßte, könnte ich an den Ursachen arbeiten und müßte nicht mit Ärzten und Optikern an den Symptomen herumlaborieren.
CU Dom
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- Joined: 2006-02-02, 11:01
Ich weiß nicht inwiefern es auch vergleichbar ist, da es ja bei den meisten hier mit KK eine Krankheit ist die zur Fehlsichtigkeit führt und bei mir durch einen Unfall bedingt ist. Ob das ganze vergleichbar ist, gerade auch im juristischen Sinn weiß ich natürlich nicht. Fest steht dabei nur, dass beides zu Einschränkungen und heftigen Nebenwirkungen führt, wenn man es mit dem "normalen" unangetasteten und gesunden Auge vergleicht.
Für weitere Beiträge und persönliche Erfahrungen zu dem Thema Konzentrationsprobleme und Müdigkeit würde ich mich natürlich auch weiterhin sehr freuen, denn jede neue Erfahrung zeigt mir dabei wie andere Menschen mit dem Thema umgehen.