hier nun auch meine Geschichte, nachdem ich mir hier in den letzten Monaten Mut für den Eingriff angelesen habe
Bin 41 Jahre alt und trage seit ca. 14 Jahren formstabile Kontaktlinsen, da die Korrektur der Sehschwäche mit Brille immer schwieriger wurde. Bei mir wurde vor ca. 20 Jahren eine Entwicklung des Keratokonus auf dem rechten Auge vermutet, was sich nach ca. 2 Jahren bestätigte. Nach einigen Fehlversuchen, hatte ich nach weiteren 2 Jahren endlich Linsen, mit denen ich zufriedenstellend sehen konnte. Vor ca. 8 Jahren wurde dann auch der Keratokonus auf dem linken Auge festgestellt. In den letzten Jahren, hat sich der Keratokonus leider immer wieder verschlechtert und die Linsen rieben mir immer wieder die Hornhaut auf. Im Februar diesen Jahres war es dann auch auf dem besseren Auge auch soweit. Mein Optiker meinte, dass es langsam immer schwieriger wird, LInsen zu finden, die überhaupt noch halten und mein Augenarzt empfahl mir das Crosslinking. (Ich hatte nun auf beiden Augen einen Visus von 0,7 mit Kontaktlinsen und 0,5 mit Brille.)
Ich hatte dann einen "Beratungstermin" in der Uni Würzburg, der eigentlich keine Beratung war, da der ziemlich gestresste Oberarzt überhaupt nicht auf meine Fragen einging. Somit entschloss ich mich jemanden zu suchen, dem ich mein Auge anvertrauen würde und bin in der Augenklinik Lohr (Main) bei Dr. Märker fündig geworden. Da man vor den Untersuchungen 1 Woche keine Linsen tragen darf, entschied ich mich, diese in meinem Sommerurlaub durchführen zu lassen. War dann Anfang September dort und war begeistert. Inklusive Wartezeit, allen Untersuchungen und einem sehr ausführlichen und informativem Gespräch mit dem Arzt benötigte ich ca. 2 1/4 Stunden. Hier fühlte ich mich gut aufgehoben. Alle waren sehr professionell und Dr. Märker nahm sich die Zeit, mir wirklich ALLE Fragen zu beantworten und was für mich sehr wichtig war, er fragte mich "Wie ich zu dem Eingriff stehe". Danach durfte ich mir das Ganze durch den Kopf gehen lassen. Ich machte aber gleich einen Termin für den 14.10 bevor mich der Mut wieder verließ.
Am 14.10.2010 war es dann soweit: OP-Tag. Ich war sehr nervös, was die Schwester auch bemerkte und ich erhielt dann eine Beruhigungstablette. Die tat richtig gut. Nach 20 Minuten war ich dann relativ entspannt. Der Eingriff selbst wurde hier schon mehrmals beschrieben, daher führe ich nur auf was bei mir anders war: Bei mir wurde nach dem Abschaben die Hornhautdicke gemessen, dann nach dem Tropfen, dann musste die Hornhaut aufgeschwemmt werden und wieder wurde gemessen. Vor der Bestrahlung wurde mit der Spaltlampe das Auge überprüft. Bei der Bestrahlung durfte ich mir immer in regelmäßigen Abständen einen neuen Punkt zur Fixierung suchen (hoch, runter, rechts, links....) sodass wohl das ganze Auge bestrahlt wurde. Während des gesamten Eingriffs bekam ich immer wieder Betäubungstropfen.
Auf dem Nachhauseweg, war ich noch guter Dinge und meinte, dass man ja wohl auch bald das andere Auge machen könnte, wenn es weiterhin so gut läuft.
entfernt) machte ich erst einmal ein Schläfchen von gut 2 Stunden und als ich aufwachte; Überraschung!!! Ich sah alles nur noch durch eine dicke Nebelwand, die Schmerzen setzten auch so langsam ein und geschlossene Rollos, sowie Sonnenbrille waren für die nächsten 2 Tage Pflicht. Jegliche Lichtquelle (sogar die Schrift auf dem Radiowecker) verursachten ein sehr schmerzhaftes Stechen im Auge.
Am nächsten Tag (Freitag) durfte ich zu meinem eigenen Augenarzt zur Kontrolle. Für das Wochenende hatte ich eine Handy-Notfallnummer der Klinik, die mich direkt mit Dr. Märker verband. Ich hatte Samstag angerufen und ihm berichtet, was mein Augenarzt bei der Kontrolle feststellte (Hornhaut geschwollen, wird wohl noch etwas dauern bis es wieder zu gewachsen ist und wir brauchen Kortison wenn es nicht besser wird).
Am Montag drauf (= 4 Tage nach der OP) musste ich zur Kontrolle wieder nach Lohr. Hier war soweit alles OK, konnte 3 Finger der Sprechstundenhilfe erkennen und habe 3 Zahlen auf einer Tafel ca. 1 m von mir entfernt gelesen. Da war ich richtig stolz drauf. Das Epithel war geschlossen, die Verbandslinse wurde entfernt. Dr. Märker erklärte mir, dass das Epithel zwar geschlossen ist, die Hornhaut aber noch ziemlich "verbeult" wäre und jetzt wäre der Zeitpunkt für Kortison, um einer Narbenbildung vorzubeugen. Ich bekam also Efflumidex, das ich bis auf Weiteres 3 x täglich nehmen soll. Am Mittwoch (7 Tage nach OP) kam bei mir der erste große Durchbruch: Plötzlich war der Nebel gelichtet und ich konnte die Finger meiner rechten Hand wieder sehen. Innerhalb von 24 Stunden verschwand der Nebel komplett und die Sehschärfe nahm wieder zu. Mitte bis Ende der Woche sollte ich noch einmal zu meinem Augenarzt gehen. Bei diesem Kontrolltermin konnte ich schon die ersten 4 Zeilen an der Wand lesen. Am 02.11. werde ich wieder nach Lohr fahren.
Alles in Allem empfand ich das Abschaben des Epithels, die Lichtempflindlichkeit und den "Nebel" vor meinem Auge am Schlimmsten. Hier halfen mir aber einige Forumbeiträge, bei denen andere Patienten berichteten, dass sie den Nebel wesentlich länger ertragen mussten. Die Schmerzen konnte ich gut unter Kontrolle halten, da ich sobald es schmerzte eine Tablette nahm (OP Tag Novalgin und am 1. Tag nach der OP Ibuprofen, danach nichts mehr).
Wie es jetzt weiter geht, bleibt abzuwarten. Im Moment wird das Auge noch sehr schnell müde und fängt dann an zu zucken. Ich hoffe, dass die Sehschärfe weiter zunimmt und ich bald wieder Kontaktlinsen tragen darf, bzw. eine neue anpassen lassen kann. Sollte ich mit Brille wieder auf einen Visus von 0.7 kommen, wäre das für mich der Himmel auf Erden. Sobald das rechte Auge komplett ausgeheilt ist, werde ich mich mit Dr. Märker über eine Behandlung des linken Auges abstimmen. Die Augenklinik Lohr ist auf jeden Fall sehr empfehlenswert.