Termine für den KeraLens-"Online-Stammtisch" der Keratokonus Selbsthilfegruppe:

2026: 11. Feb. - 8. Apr. - 10. Jun. - 12. Aug. - 14. Okt. - 9. Dez. 2026 (19:00 - 21:00 Uhr)
-- zum Teil mit Medizinern / Kontaktlinsenspezialisten (wird vorab bekannt gegeben).

Dauerhafter Link zum KeraLens-"Online-Stammtisch": https://lecture.senfcall.de/ker-358-fzk-yqk
(Keine Anmeldung, kein Passwort notwendig - einfach per "Click" zur angegebenen Zeit teilnehmen)

Weitere Infos zu den Stammtischen unter: https://www.forum.keratokonus.de/viewforum.php?f=152
(Zusätzlich oder als Alternative zu den regionalen Treffen.)
Die KeraLens-Accounts der Keratokonus Selbsthilfegruppe auf Instagram und Facebook werden im Verlauf von 2026 gelöscht/deaktiviert.

Es werden neue Kanäle aufgebaut, wie z.B. auf Mastodon und Bluesky. Weitere werden folgen.

Weitere Information und Diskussion dazu bitte hier: https://forum.keratokonus.de/viewtopic.php?t=6501

Katarakt oder Keratokonus?

Tipps und Tricks zum Umgang mit Keratokonus in Beruf und Freizeit. Erfahrungen mit Hilfsmitteln und psychologischer Beratung bei chronischen Krankheiten.
Erich
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KC-Experience: Ich kam mit einer Überweisung wegen eines Kataraks (grauer Star) in die Augenklinik und dort wurde der KeratoKonus festgestellt. Jetzt stehe ich vor der Katarak-Operation und weiß nicht, wie ich mit dem Keratokonus umgehen soll.

Katarakt oder Keratokonus?

Post by Erich »

Hallo,

ich bin im Februar zum Augenarzt gegangen, weil ich ein starkes Druckgefühl am rechten Auge hatte und wesentlich schlechter gesehen hatte.
Die Diagnose war ein Katarakt (grauer Star). Der Augenarzt hat auch etwas von schielen und Hornhaut.... erwähnt/gestummelt hatte sich aber auf den Katarakt fokusiert.

Ich bin 58 Jahre. Relativ früh für einen Katarakt.

Ich habe am kommenden Dienstag (21.03.) die Katarakt-Operation. Letzen Donnerstag war ich zur Operationsvorbereitung in der Augenklinik (Fürth). Der Arzt hat mich mit der Frage konfrontiert, ob mir bekannt sei, dass ich einen Keratokonus habe. Ich habe um eine "Übersetzung" gebeten. Er hat es mir ein bißchen erklärt, aber so richtig klar wurde es mir nicht.

Dank Wikipedia gibt es inzwischen ein Mittel um "ärztlich" in "verständlich" zu übersetzen. Bei meiner weiteren Recherche bin ich dann auf dieses Formu gestossen.

Soweit die Einleitung - jetzt mein Problem:
Bei dem was ich alles gelesen habe stellt sich bei mir die Frage: wie kann man anhand den Symptomen unterscheiden, ob das eigentliche Problem ein Katarakt ist oder ein KC? Gibt es eindeutige Untersuchensmethoden für beide Krankheiten?

Ich sehe mit dem rechten Auge alles "eingegraut" - neudeutsch: pixelisiert.
In der Nähe kann ich nur ganz große Schriften lesen - alles ist unscharf.
Ich sehe Halos, allerdings ohne Strahlen - das passt zum KC.
Doppelbilder sehe ich nicht.

Mein linkes Auge hat überhaupt keine Probleme - atypisch zu beiden Krankheiten, weil sie meistens bei beiden Augen auftreten.

Ich habe Angst davor, dass eine Katarakt-OP stattfindet und durch das zusätzliche Risiko mein KC verschlechtert wird.

Erich
sabine s.
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KC-Experience: 4x transplantiert, 3x an einem auge, immunsuppression wegen ständiger transplantatabstoßungen, glaukom bereits mehrmals operiert, beginnender katarakt an beiden augen. visus mit brille um die 35%. Kontaklinsenunverträglichkeit .
augen-op´s insges. 13x. bin bei prof. th. neuhann in behandlung.
5. transpl. steht in den starlöchern.??? mehr oder weniger. das 5. transplantat war bereits am anfang märz 08 gefunden worden. 2 h später, anruf vom Prof. er könne es nicht nehmen. jetzt muß ich also weiter warten.
nävus auf der netzhaut inoperabel, tumor in der orbita nähe des sehnerves.
visus bleibt erwiesenermaßen schlecht, bzw. verschlechtert sich zumindest in der nähe und an den äußeren gesichtsfeldrändern. visus scheint irgendwie zu stagnieren, komme gerade so zurecht, wobei das Lesen immer schwieriger wird.
Experience with eyeglasses / lenses: Sehr schnell wurden mir harte KC-Linsen angepaßt, die sich aber andauernd veränderten, so, daß der Anpasser gar nciht mehr nachgekommen ist.
Operationen: 1999 wurde die erste Keratoplastik gemacht. s.o. bei und von Prof. Thomas Neuhann. Alle anderen Keratoplastiken (mit wachsendem Vergnügen, ebenfalls vom Prof. Neuhann der sich absolut rührend um mich kümmert. Div. Trabekulektomien, Div. Cortisonspülungen....................alles zwar Operationen, aber immer irgendwie im Vorbeigehen.
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Re: Katarakt oder Keratokonus?

Post by sabine s. »

hallo erich,

einen katarakt kann man ganz klar erkennen. da ist nämlich die linse trüb. dies erkennet wohl JEDER augenarzt, hat von der diagnostik mit KC nicht viel zu tun.
mit 58 ist man nicht unbedingt zu jung für einen katarakt. gerade wenn man kc hat (keratokonus) dann trübt sich die linse oft viel früher ein.

vllt. solltest du zur sicherheit zu einem keratokonus spezialisten gehen oder z.b. nach erlangen, der kann dir dann sagen, ob und wie notwendig eine katarakt-op ist. und ob und wie diese op den kc beeinflussen kann.

grüßle
sabine
Erich
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Re: Katarakt oder Keratokonus?

Post by Erich »

Hallo,

danke Sabine für deine Erläuterungen.

Meine Operationsvorbereitungsuntersuchung hat ein Augenarzt aus dem "Medizinischen Vorbereitungszentrum Fürth - Augenheilkunde" (kurz: MVZ-Fürth) durchgeführt. Ich habe in meinem Posting vereinfacht "Augenklinik Fürth" dazu geschrieben.

In diesem MVZ soll ich morgen von Dr.Will wegen des Katarakts operiert werden. Dr.Will war nicht der voruntersuchende Arzt. Mir ist bekannt, dass Dr.Will (zusammen mit Dr.Ober und Dr.Scharrer) eigentlich Spezialisten sowohl zu Katarakt als auch zu KC sind. Eine zusätzliche Meinung aus Erlangen wäre vielleicht gut, aber ich habe nicht mehr die Zeit dazu.

Inzwischen habe ich vereinbart, dass morgen vor der Operation nochmals ein Gespräch zwischen mir, Dr.Will und dem untersuchenden Arzt aus dem MVZ stattfinden wird. Es hat mich positiv überrascht, dass hierzu die Bereitschaft vorhanden war.

Ich habe einfach Bedenken, dass ich mit einer Katarakt-Überweisung zur Operation komme und dann findet eine Katarakt-Operation statt,
weil es so auf der Überweisung steht (Fallpauschale). Der KC wurde ja nur deshalb so deutlich diagnostiziert, weil ich die zusätzliche Untersuchung zur exakten Vermessung der Linse beantragt/bezahlt habe.

Wenn ich es richtig verstanden (in Erinnerung) habe, soll sich mein Katarakt im Bereich 10-20% befinden. Ich selber kann im Spiegel keine Trübung des Auges erkennen - ja, ist eine leienhafte Vorstellung.

Und bezüglich des erhöhten Risikos bei der Katarakt-Operation, wenn auch ein KC vorliegt?

Erich
sabine s.
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Re: Katarakt oder Keratokonus?

Post by sabine s. »

hallo erich,

hm................10-20% ist da wirklich schon eine katarakt.op notwendig??????? siehst du denn so trüb oder ist das mehr der kc, der dich beeinträchtigt? warum will man denn unbedingt so schnell den star operieren?

grüßle
sabine
Erich
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Re: Katarakt oder Keratokonus?

Post by Erich »

Hallo,

das ist genau mein Problem.

Ich sehe trübe, ja. Insbesondere in der Nähe bis etwa 3 Meter.
Aber wie soll ich entscheiden können, ob es vom Katarakt oder vom KC oder vom Alter kommt?
Die KC-Beinträchtigungen (Lichter nachts / halo, ...) werde ich aber wohl durch eine Katarakt-OP nicht los werden.

Blöde Situation.

Erich
sabine s.
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Operationen: 1999 wurde die erste Keratoplastik gemacht. s.o. bei und von Prof. Thomas Neuhann. Alle anderen Keratoplastiken (mit wachsendem Vergnügen, ebenfalls vom Prof. Neuhann der sich absolut rührend um mich kümmert. Div. Trabekulektomien, Div. Cortisonspülungen....................alles zwar Operationen, aber immer irgendwie im Vorbeigehen.
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Re: Katarakt oder Keratokonus?

Post by sabine s. »

nein das wirst durch die star op nicht los, das stimmt.
genau DIESES müßte dir aber doch der augenarzt sagen................?!?!?!?!? wie stark der kc ist, das kann der doch feststellen unanbhängig davon ob du einen katarakt hast, oder nicht. indem er/sie nämlich die hornhaut vermißt (pentacam.......keratograph ect. pp)
wenn der star operiert werden MUSS! dann ists, denke ich schon besser, daß operiert wird, bevor eine irgendwie geartete kc-behandlung anfängt, dann hast du diesbezüglich nämlich ruhe und es muß nicht in eine operierte hornhaut eingegriffen werden.

grüßle
sabine
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Re: Katarakt oder Keratokonus?

Post by Erich »

Hallo,

jetzt melde ich mich wieder - und aus meiner Frage: "Katarakt oder Keratonokus?" wird jetz mehr oder weniger ein Erfahrungsbericht.

Ich hatte am 22.03 meine Katarakt-Operation.

Zuvor hat noch das Gespräch zwischen dem operierenden AA und mir stattgefunden. Ich bin in das Gespräch mit dem Vorsatz hineingegangen: ich will nur erreichen, dass die Entscheidung pro/contra Katarakt-Operation und auch die Reihenfolge: Katarakt-/KC-Behandlung bewußt getroffen wird. Ich will nicht dem AA vorschreiben was er tun soll - auch nicht indem ich gezielt einen Wunsch pro/contra die Operation vorgebe.

In dem Gespräch hat sich Dr.Will die Keratograph-Aufnahmen genau angesehen. Ich habe beim rechten Auge Werte von 41,5 bis 50, so richtig einen schönen rosa-roten Bereich nach unten. Von den KC-Behandlungsmaßnahmen kommen eigentlich nur eine speziell geschliffene Brille in Frage - mit zwei verschiedenen Achsen. Kontaktlinsen kommen weniger in Frage, weil ich bisher noch keine hatte und die Umstellung für mich zu groß wäre. Die Kollagen-Behandlung könnte man durchführen. Wie gut sie helfen wird, bleibt unklar.

Die eigentliche Aussage war aber: wir sollten auf jeden Fall den Katarakt behandeln. Wir wären damit alle Zweifel los, inwieweit gewissen Symptome über den Katarakt verursacht wären und könnten uns dann später gezielter auf die noch bleibenden Probleme konzentrieren. Aufgrund meiner selbstgestellten Haltung habe (füge dich dem Rat des Arztes) wurde ich dann nachmittags operiert.

Dr.Will hat noch zusätzlich die Untersuchung des linken Auges bzgl. Keratokonus empfohlen. Um bereits frühzeitig erkennen zu können, wie die Situation am anderen Auge ist. Ergebnis: links habe ich keine Anzeichens eines Keratokonus (vorwiegend grün/gelb, d.h 43 bis 44,50). Das war beruhigend.

Die Katarakt-Operation war dann eine relativ einfache Sache.

Bereits am nächsten Morgen nach der Operation habe ich beim betreuenden Augenarzt die Augenklappe abbekommen. Das Ergebnis ist einfach wunderbar. Ich sehe mit meinem rechten Auge in die Ferne wunderbar und scharf. In der Nähe ist es unscharf. das ist klar, weil ich keine multifokale Linse habe. Das wird sich durch die Brille ausgleichen lassen. Gestern abend war ich gespannt auch den Nachttest: ich habe die Laternenlampen wieder ohne einen Halo gesehen. Es sind ein paar Strahlen vorhanden. Da hoffe ich, dass es sich vielleicht noch gibt. Ich sehe auf dem rechten Auge alle viel heller (weißer) im Vergleich zum nicht operierten Auge, bei dem alles in einem gelberen Licht (wärmere Farbe) erscheint. Aber das ist klar, weil die Linse natürlich transparenter ist. Ich verwende jetzt noch Augentropfen und werde in etwa 2 Wochen neue Brillengläser bekommen.

Aus meiner Erfahrung heraus, kann ich allen Leuten, die sich in dem Konflikt: "Katarakt oder Keratokonus?" befinden, aus meiner aktuellen Erfahrung heraus (könnte sich vielleicht im Laufe der Zeit noch ändern) nur den Tipp geben, lasst zuerst den Katarakt operieren.

Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: wer die Diagnose KC erhällt, sollte aktiv nachfragen, wie es bei ihm bzgl. des Katarakts aussieht. Der Effekt des Halos um die Lichter läßt sich nicht eindeutig einem KC zuordnen.

Erich