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OP wirft fragen auf
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mexsi01
OP wirft fragen auf
Jetzt frage ich mich um wie viel Prozent wird es sich verbessern? Wie lange hält das Transplantat? Wie verarbeitet man die Tatsache dass dies von einen Fremden Menschen stammt? Hinzu kommt das ich ohne Kontaktlinsen nicht Autofahren darf (Führerscheineintrag) bin Beruflich aber darauf angewiesen deshalb interessiert mich wie lange darf ich keine Linsen tragen stimmt es das dies erst möglich ist wenn die Nähte entfernt sind?
Ich möchte wirklich niemanden nerven aber als ich das Forum durchlas fand ich keine befriedigende Antwort vielleicht ist jemand so nett und gibt mir Antworten.
Lieben Dank
Markus
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Thomas Quinkert
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Re: OP wirft fragen auf
das Ergebnis einer OP kann man nie voraussagen. Das hängt von zu vielen verschiedenen Faktoren ab. Bei mir wurde im April 2003 links eine tief-lamelläre Hornhauttransplantation durchgeführt (im Gegensatz dazu gibt es die perforierende). Meine Sehstärke war vor der OP ohne Linse gleich Null, mit Kontaktlinse kam ich gerade mal so auf 40 %. Nach der OP verbesserte sich die Sehkraft deutlich, heute kann ich mit Brille (+1,5 Dioptrien) wieder 70 % Sehstärke vorweisen. Ich habe allerdings die Fäden noch nicht entfernt bekommen. Solange die Fäden im Auge sind, kann tatsächlich keine Kontaktlinse angepasst werden, es kann aber bereits kurz nach der OP eine Korrektur mit Brille versucht werden. Dies ist etwas schwierig, da meine Werte anfangs stark schwankten. Zu der Tatsache, dass das Transplantat von einem Fremden stammt, habe ich mir auch zunächst meine Gedanken gemacht, mittlerweile habe ich dies aber verarbeitet und freue mich, dass es von Tag zu Tag besser wird. Das Transplantat soll bei einer tief lamellären Keratoplastik lebenslang halten, während man bei einer perforierenden von einer Lebensdauer von 10-15 Jahren spricht, da sich hier die Endothelzellen des Transplantates nach und nach abbauen.
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Markus
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- KC-Experience: Ich hab alles mal ausprobiert... Man will ja mitreden können... Transplantation, Laserung, Vernetzung...
...als nächstes kommt dann logischerweise die Kunstlinsen-Implantation... ;) - Has thanked: 4 times
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Re: OP wirft fragen auf
Ich habe einen Bericht über meine Transplantation und den bisherigen Verlauf geschrieben. Die findest ihn unter "Operationsberichte".
Und ich habe übrigens vor erst 4 Monaten die neue Hornhaut bekommen und bekomme schon jetzt eine Linse. Obwohl die Fäden noch liegen. Es ist eine Mini-Skleral-Linse, die kaum auf der Hornhaut aufliegt, sondern im weissen Bereich des Auges. Montag habe ich wieder einen Anpassungstermin...
Viele Grüße,
MARKUS
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Guest
Re: OP wirft fragen auf
vorweg gefragt: Die von Dir angegebenen Werte (30% und 50%) gelten ohne Korrektur? Ansonsten fände ich Autofahren unverantwortlich, zugelassen wäre es ja ohnehin nicht.
Zur Antwort: Die Ergebnisse einer Transplantation sind tatsächlich schwer vorhersehbar. Meine Klinik-Ärzte haben gemeint, man solle mit 70% (brillen-)korrigiert rechnen. Dieser Wert gilt nach dem endgültigen Fadenziehen nach ca. einem Jahr. Wesentlicher Aspekt ist die Passgenauigkeit des Transplantats in den Hornhautausschnitt. Daher ist wohl die Operation per Laser grundsätzlich erfolgversprechender als die per herkömmlichen Trepan. Der Hauptgrund für nicht optimales Sehen nach Transplantation (abgesehen von Eintrübung oder ähnlichen Problemen beim Einwachsen) ist ein verbleibender Astigmatismus, der eben mit der Einpassung zusammenhängt. Ist dieser zu stark, kann er ggfs. in einer Nachoperation verringert werden.
Nach meiner OP im März 2003 hatte ich max 20% unkorrigiert bis der erste Faden nach einem halben Jahr gezogen wurde, danach hat es sich deutlich verbessert (durch die Fäden entstehen Spannungsfalten, die die Sicht ziemlich beeinträchtigen können), komme aber derzeit vielleicht auf 40%, gehe aber von einer deutlichen Verbesserung nach Ziehen des zweiten Fadens aus.
Nach dem Ziehen des ersten Fadens wurde mir eine Linsenanpassung angeboten, die ich allerdings nicht wahrgenommen habe.
Was das Fadenlegen und -ziehen angeht sind die Vorgehensweisen meines Wissens sehr unterschiedlich. Einige Ärzte legen z.B. nur eine Naht, der Zeitpunkt des Ziehens variiert recht stark, natürlich auch abhängig vom individuellen Heilungsverlauf.
Was die Haltbarkeit der Transplantate angeht, gehen die Aussagen stark auseinander. Sowohl die Ärzte in der Klinik als auch meine Augenärztin kennen grundsätzlich kein Limit, vorausgesetzt das Transplantat stammt von einem altermäßig passenden Spender. Dies hängt damit zusammen, dass sich bei jedem die Endothelzellen in der Hornhaut abbauen und nicht reproduziert werden, d.h. jede Hornhaut hat halt eine Gesamtlebensdauer von 100 Jahren oder so.
Meine Augenärztin hat jedenfalls in Ihrer Praxis Patienten, die bereits in den Fünfzigern und Sechzigern (unter ganz anderen Bedingenen also) ein Transplantat erhalten haben und nach wie vor 100% Visus mit dem ersten Transplantat haben.
Was die psychologische Komponente einer Transplantation angeht, habe ich mir keine allzugroßen Gedanken gemacht. Ich bin dem unbekannten Spender zutiefst dankbar, habe aber nicht versucht, wie in Amerika wohl üblich, seine Identität herauszubekommen und mit den Verwandten Kontakt aufzunehmen. So eine kleine Hornhautscheibe hat halt auch eine andere Bedeutung als z.B. ein pochendes Herz....
Alles Gute,
Niels