ich hatte am 23.04.2008 in Wien eine Hornhauttransplantation am rechten Auge, nach meiner Einschätzung ist das derzeitige Ergebnis "sehr gut" und wie ich sehe wurde schon über mich diskutiert. (Ich bin Pixis Freund.)
- - - Ich warne vorab, das wird jetzt ein ziemlich langer Text! - - -
Momentan erreicht das rechte Auge ohne jede Sehhilfe etwa 20%, mit Brille etwa 40%, auch die ganzen "Störeffekte" sind (erstmal) weg.
Zur Vorgeschichte:
Seit Mitte 2007 haben meine Augen eine ziemlichen Sturzflug begonnen. Etwa alle 1-2 Monate hat sich meine Sehschärfe "sichtbar" verschlechtert. (Ich benutze keine Sehhilfe, da ich Kontaktlinsen nicht vertrage.) Ende 2007 wurde es dann langsam "kritisch". - Das geringste Problem war dabei der "reine" Verlust von Sehschärfe. - Ich konnte nicht mehr richtig "tief" schlafen, war tagsüber immer müde, hielt mich mit Literweise Kaffee bei der Arbeit wach. - Seit Anfang 2008 (Januar / Februar) war das "Schmierbild" des rechten Auges so stark, das es das Linke beim Sehen "störte". (Um meine Sehschärfe zu "verbessern" reichte es, das rechte Auge zu schließen.) Etwa im März bekam ich erstmals „Probleme“ beim Einsteigen in die U-Bahn, weil mein rechtes Auge die gelbe Linie am Bahnsteig mit der gelben Linie im Zug „mischte“ und ich so den „Spalt“ zwischen Bahnsteig und Tür nicht mehr sehen konnte. (Das war ein einziges gelbes „Geschmiere“.) Einige Wochen vor der OP „verlor“ ich zunehmend die Fähigkeit, die Bilder der beiden Augen „richtig“ zu „mischen“. - Ich sah immer stärker „doppelt“. - Die Ärzte der Klinik, welche die Augen vor der OP untersuchten meinten, das die Hornhaut bereits so dünn sei, das Diese leicht reißen könnte. (Ich glaube ca. 360 Mikrometer.) Die Klinik hatte es wirklich sehr eilig mit der OP, denn eine Spenderhornhaut war schnell organisiert, so das ich nur eine Woche für sämtliche Vorbereitungen hatte.
Der Klinik-CheckIn:
Ich war in meinem Leben noch nie zuvor krank geschrieben, gehe nur zum Arzt, wenns „brennt“ und meine letzte OP hatte ich mit 3 (vor Jahrzehnten). Kurz: Ich hatte keinen blassen Schimmer, was mich erwartet. - Es wurden eine Menge Befunde benötigt, die ich aus Zeitmangel in einer der „Häuser, die Verrückte macht“ - Äh – Gesundheitszentren – machen lies. - Interessant war diese „Do-It-Yourself“-Medizin aber irgendwie trotzdem. Zum Lesen der „Romane“ die mir die Klinik mitgegeben hatte, war ich zwischen „vom-Kunden-grundlos-gnadenlos-zusammenscheißen-lassen“ (1st-Level-Support / Internet-Hotline) und Vorbereitungsstress nicht gekommen und der „Papierstapel“ wurde mir beim Klinik-Check-In „weg genommen“, was ich nicht wirklich verstand. - Ich werde die Welt der Götter in Weiß wohl nie verstehen. - Die Befunde waren OK, ich war/bin nur „zu dick“. (BMI > 40).
Die letzten Voruntersuchungen in der Klinik waren unangenehm und ich bin mir sicher, das es den Ärzten egal war. - Wie gesagt, verstehe ich Ärzte nicht. - Ich bekam bereits erste Medikamente (zur Senkung des Augeninnendrucks, wie ich später erfuhr, ) und es gab einige Gespräche mit Ärzten/Pflegepersonal, wo es aber um „08/15-Zeugs“ ging, (habe ich Diabetes? ... ) die Untersuchung des Oberarztes, welcher mir irgendwelche brennenden Tropfen in die Augen gab und natürlich der Narkosearzt. - Der sagte mir, das ich 6 Stunden vor und nach der OP Nichts Essen und Nichts trinken darf. Da ich es gewohnt bin, Massenhaft (3 Liter und mehr) am Tag zu trinken, befürchtete ich Schlimmes. - Zum Glück erfuhr ich noch „rechtzeitig“, das ich nach der OP beide Augen verbunden bekomme und konnte deshalb noch einige wenige Vorbereitungen treffen. (Dinge zurechtlegen, Handy „vorbereiten“, ...) die Illusion eines „2-3 Tageaufenthalts“ wurde mir an dem Tag auch genommen, „10 Tage“ war die Antwort des Oberarztes.
Die OP:
Der Tag der OP war – naja – hektisch und damit für mich (etwas) verwirrend. - Ich sollte vor der OP noch ein spezielles „OP-Höschen“ anziehen, zudem bat ich den Narkosearzt um ein Beruhigungsmittel vor der OP. - Ich wurde allerdings schon zur OP abgeholt, bevor ich mich „richtig“ anziehen und das Beruhigungsmittel nehmen konnte. Im OP selbst wurde mir das linke Auge „zugeklebt“, (damit auch ja nicht das Falsche operiert wird?, ) und das rechte Auge mit einer menge Zeugs vollgetropft. „Es wird gleich leicht brennen“, sagte der „tropfende“ Arzt noch und „kaum überrascht“ brannte das rechte Auge nach dem Eintropfen einer gelblichen Flüssigkeit höllisch. - Jaja, die Götter in Weiß. - Ich erinnerte mich zu diesem Zeitpunkt an einen Satz eines Psychiaters, der mir ein Medikament mit „ach, gerade dieses Medikament hat so gut wie keine Nebenwirkungen“ verschrieb, wobei ich wegen diesen „so gut wie keinen Nebenwirkungen“ beinahe Selbstmord beging, weil ich Diese nicht mehr aushielt. - An meinen Kopf wurde noch was befestigt, so das eine Art „Hammer“ auf das rechte Auge drückte und ich bekam noch ein Mittel gespritzt(???), wobei ich 500ml statt 250ml bekam. (Mehr habe ich nicht mitbekommen.) Interessant war, das der OP gekühlt wurde. (Ich glaubte bisher immer, in einem OP sei es besonders warm.) Während ich da liegend wartete, (es war noch eine OP vor mir, ) löste sich der Verband am linken Auge, da ich Dieses immer wieder auf und zu machte. Als es dann „los ging“, wurde dieser Verband „schnell“ durch einen Neuen ersetzt. Diese seltsame Konstruktion (mit dem „Hammer“) wurde von meinem Kopf entfernt, die drei EKG-Sensoren wurden festgeklebt, eine Oberarmmanschette (Blutdruckmessung) wurde angelegt und dann der Arm fixiert, der rechte Arm wurde an einer „Armlehne“ fixiert, (der Narkosearzt war rechts von mir, ) eine Atemmaske(???) wurde vorbereitet, der Narkosearzt meinte „scherzhaft“, das „hier“ hunderte von Schläuchen und Kabeln seien, um den Patienten ins Reich der Träume zu bringen, er sagte das einige Patienten sogar während der OP träumten und dann war es schwarz und ich hörte Jemanden („erfreut“???) rufen „Herr xxx, Herr xxx, es ist (etwa) 11:30 Uhr“, oder so ähnlich. - Die OP war für 8:30 Uhr vorgesehen, etwa 7 Uhr war ich im OP-Bereich. - Filmriss. - Die Zeit von etwa 8:30 Uhr und etwa 11:30 Uhr „fehlt“ mir. - Da ich nur „schwarz“ sah, dachte ich mir „schwrzhaft“ Sowas wie „Aha, Power-Palming“. Nachdem ich einigermaßen „wach“ war, wurde ich zurück auf die Station geschoben.
Die Nachbehandlung:
Über irgendeinen Weg erfuhr ich dann auch, das die OP erfolgreich verlaufen sei. ch selber war froh, das die Narkose richtig funktionierte und es zu keinem „Awareness“ kam. Zu Trinke bekam ich natürlich Nichts, nur so seltsame Zitronenstäbchen zum lutschen. Dementsprechend fühlte ich mich relativ schnell „ausgetrocknet“. Das operierte Auge wurde an dem Tag einmal „aufgedeckt“, um die ganzen Tropfen und Salben zu verabreichen. Das Sehen war zwar unscharf, aber möglich. (Damit war die OP tatsächlich erfolgreich.) Als mich „Pixi“ besuchen kam, bekam sie erstmal einen Weinkrampf. Ich versuchte sie zu beruhigen, aber es gelang mir nicht. Es gelang mir während des gesamten Klinikaufenthalts nicht. Das ging sogar soweit, das sie am ersten Wochenende sogar ihr Handy abschaltete.
Da ich durch meine Arbeit beim zusammenscheiss-lass-Service mit den Nerven am Boden war und in meinem Kopf ein höllisches Durcheinander herrschte, sah ich die permanent verbundenen Augen als eine willkommene Möglichkeit, mal wirklich viel zu schlafen und damit wenigstens Etwas von dem Stress ab zu bauen. Das funktionierte sogar und nach einigen wenigen Tagen normalisierte sich sogar mein Nacht-Schlaf wieder, d.h. ich schlief wieder tief, ja sogar ein Schlafen am Tag war wieder möglich.
Dazu gesellte sich dann noch der Terror wegen der Frage nach den Nutzen dieser intensiven und (offensichtlich?) unüblichen Nachbehandlung. Mein ständiges Nachfragen brachte eigentlich immer nur die selbe Antwort, „das es gut / wichtig für das Auge sei“ und eine immer schlechter werdende Laune von Ärzten und Pflegepersonal. - Aufklärung auf typisch medizinischem Niveau. So wie ich es kenne. - Andererseits wurde ich immer wieder auf den Zusammenhang zwischen den Druck im Magen/Darm und Augen hingewiesen/erinnert. - Soweit ich das mitbekommen habe, ist eine 3-Tage-Behandlung üblich, ich war 12 Tage in der Klinik. Allerdings habe ich (momentan) eine Chance, das eine Brille zur Korrektur reicht.
Bei den letzten Untersuchungen war der Oberarzt gerade zu euphorisch. „Ich bin verliebt in dieses Auge!“ rief er im Untersuchungsraum. „Sorry, aber das Auge gehört mir.“ Dachte ich mir und versuchte die Stimmung zu nutzen um heraus zu finden, was mein Auge „so besonders“ machte. - Keine Chance. Arzt bleibt Arzt. - Bei einer Nachkontrolle „merkte“ ich mir, das die Hornhaut zwar „stippungen“ hat, aber keine einzige „Stufe“. Das Transplantat ist klar, (was ich leidvoll bei der Entlasung merkte, ) und mit einer durchgehenden Naht befestigt. Die Naht soll bereits in 3-4 Monaten entfernt werden, was meines wissens auch unüblich aber durchaus positiv ist.
Die Entlassung:
Das rechte Auge wurde „erst“ am Tag der Entlassung aufgedeckt, die Schwester die mir an dem Morgen die Tropfen gab, war verwundert, weil ich noch immer das eine (operierte) Auge zugedeckt hatte. Bei einer letzten Untersuchung des Auges an dem Tag, erreichte ich etwa 30%.
Da ich das rechte Auge an dem Tag das erste Mal wieder verwendete, war ich mit den Reizen und mit dem extrem hellen Sonnenlicht etwas „überfordert“. Ständig waren die Augen (also Beide) müde. Zum Glück holte mich Pixi zwei Straßen von der Klinik entfernt ab.
Erfahrungen Zuhause:
Zuhause versuchte ich mich sehr zu schonen und Alles gaaaaaaaanz langsam zu machen, noch langsamer als sonst. Zudem legte ich selber immer wieder Pausen für meine Augen („Palming“) ein. Ich merkte jetzt auch, das dass Transplantat tatsächlich klar ist, das linke (nicht operierte) Auge allerdings nicht. Daher sah ich jetzt überhaupt erst, das dass linke Auge bereits trüb ist. Das Sehen auf dem rechten Auge wirkte auf mich wochenlang so, als hätte Jemand den „Farbkontrastregler“ zu hoch gedreht. Alles wirkte extrem scharf und extrem „knallig“. Das Sehen überanstrengte das Auge leicht, da es ja Monate lang nur „unscharfes Geschmiere“ sah und noch nicht einmal fokussieren konnte/musste. An sonnigen Tagen kann ich mich ohne Sonnenbrille eigentlich nicht mehr raus trauen.
Ein Unglück kommt selten alleine und wenn ich durch Kunden-Tobsuchtsanfall-Nervenzusammenbrüche (welche dem Unternehmen einige gute Mitarbeiter kostete) meinen Körper so vernachlässige und schädige, das meine Sehschärfe in sich zusammenfällt, fällt sicher noch mehr zusammen. Und als ich bereits zum zweiten Mal Blut pinkelte, beschloss ich doch einen Arzt zu konsultieren. Ich war ja eh noch Krank geschrieben. Meine Durchhaltetaktik um mit brennender Blase und schmerzenden Nieren 3 Tage zu „warten“, bis ein Arzt wieder „offen“ hatte, war erfolgreich. Die Nierenschmerzen, nachdem ich die erste Antibiotika-Tablette genommen hatte, waren kaum noch auszuhalten. - Das angeschlagene Immunsystem tat sicher dem Auge auch nicht gut, zumal noch nicht Alles überstanden ist. - Ein Lungentest (wegen meines Dauerhustens, sogar bei 25°C ) und ein Termin beim Hausarzt (wegen explosionsartig vermehrter Leberflecken) sind noch nötig, dann sollte das gesamte Ausmaß des Schadens bekannt sein.
Einen Vorteil hat sich das rechte Auge nach der OP immer halten Können. - Es sah schärfer/besser als das Linke.
Mit freundlich Grüßen aus Wien, BigCoder.