Termine für den KeraLens-"Online-Stammtisch" der Keratokonus Selbsthilfegruppe:

2026: 11. Feb. - 8. Apr. - 10. Jun. - 12. Aug. - 14. Okt. - 9. Dez. 2026 (19:00 - 21:00 Uhr)
-- zum Teil mit Medizinern / Kontaktlinsenspezialisten (wird vorab bekannt gegeben).

Dauerhafter Link zum KeraLens-"Online-Stammtisch": https://lecture.senfcall.de/ker-358-fzk-yqk
(Keine Anmeldung, kein Passwort notwendig - einfach per "Click" zur angegebenen Zeit teilnehmen)

Weitere Infos zu den Stammtischen unter: https://www.forum.keratokonus.de/viewforum.php?f=152
(Zusätzlich oder als Alternative zu den regionalen Treffen.)
Die KeraLens-Accounts der Keratokonus Selbsthilfegruppe auf Instagram und Facebook werden im Verlauf von 2026 gelöscht/deaktiviert.

Es werden neue Kanäle aufgebaut, wie z.B. auf Mastodon und Bluesky. Weitere werden folgen.

Weitere Information und Diskussion dazu bitte hier: https://forum.keratokonus.de/viewtopic.php?t=6501

Kontaktlinsen vs. Brille

Chris
Beiträge: < 10 - Forenrechte eingeschränkt
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Joined: 2010-01-27, 20:49
KC-Experience: Diagnose wurde gerade gestellt...

Kontaktlinsen vs. Brille

Post by Chris »

Hallo!

Vor kuzem wurde bei mir die Diagnose Keratokonus gestellt. Der Augenarzt sagt, dass man durch spezielle Keratokonuslinsen den fortschreitenden Keratokonus stoppen bzw. verlangsammen könne. Dies wäre ein Vorteil gegenüber einer Brille.
Wie sind hier eure Informationen? Der Artikel bei Wikipedia ist da ziemlich ambivalent. Ich habe mal einige Stellen zitiert:
Eine Möglichkeit zur Behandlung ist die Brille, welche meist zu Beginn der Erkrankung eingesetzt wird. Manche Augenärzte sind der Meinung, diese Möglichkeit sei besser als Kontaktlinsen, da Kontaktlinsen den Keratokonus auslösen oder zumindest verstärken könnten. Ein Nachweis dazu fehlt aber. Andere berichten, dass eine Behandlung mit harten Kontaktlinsen eine weitere Ausbildung des Hornhautkegels unterbindet. Es soll sogar zu einer Abflachung der Kegelspitzen kommen.
Harte (formstabile) Kontaktlinsen werden meist dann eingesetzt, wenn mit Brille oder weichen Linsen keine ausreichende Korrektur der Sehstärke mehr erreicht werden kann, oder aufgrund von Hornhautverformungen mehrere Bilder gesehen werden. Eine Neuentwicklung seit 2006 stellen sogenannte hart-weiche Hybridkontaktlinsen speziell für Keratokonuspatienten dar, die aus einen harten formstabilen, sauerstoffdurchlässigen Kern und einer weichen Ummantelung bestehen.
Viele Behandelnde und Betroffene sind auch der Meinung, dass das Tragen von Kontaktlinsen eine ganz erhebliche Belastung für die Hornhaut des Auges ist und so weit wie möglich vermieden werden sollte. Es ist bis heute nicht durch Studien belegt, dass ein Tragen von Kontaktlinsen den Keratokonus fördert.
Der häufigste Behandlungsfehler besteht im Verschreiben von „normalen“ (harten) oder weichen Kontaktlinsen. Keratokonus sollte so früh wie möglich mit speziellen hochgasdurchlässigen Keratokonus-Linsen versorgt werden.
Das sind aus meiner Sicht ziemlich widersprüchliche Aussagen. Ich möchte für mich den besten Weg finden, wie ich mit dem Keratokonus umgehe.
Ich habe mich zunächst auf die Aussage des Augenarztes verlassen und mir Kontaktlinsen anpassen lassen, die ich nun die zweite Woche trage. Allerdings bin ich damit alles andere als zufrieden. Meine Sehschärfe lässt beim Tragen der Kontaktlinsen sehr zu Wünschen übrig! Mit Brille aber auch ohne Brille sehe ich erheblich besser als mit den Linsen.Erschreckend finde ich aber, wenn ich abends die Linsen aus dem Auge nehme, dass meine Sehschärfe dann noch schlechter ist, egal ob mit oder ohne Brille! Am nächsten Morgen sehe ich dann wieder "normal". Momentan hoffe ich ja, dass es an der Eingewöhnungsphase liegt, befürchte aber, dass Kontaktlinsen für mich nicht unbedingt die richtige Wahl sind, zumal ich beruflich fast ausschließlich vor dem PC sitze.

Kennt jemand Aussagen von Spezialisten, irgendwelche Studien oder anderes Material, dass sich mit dem Vergleich Brille vs. Kontaktlinse in Bezug auf Keratokonus auseinander setzt? Mir geht es momentan primär darum, herauszufinden, welche Auswirkungen das Tragen von Keratokonuslinsen hat. Kann das Tragen den Keratokonus wirklich stoppen oder fördert es ihn vielleicht sogar?

Viele Grüße
Chris
Tracker
-
Posts: 22
Joined: 2010-01-26, 12:20
KC-Experience: Ich bin 49 Jahre alt und habe seit 1996 eine leichte Doppelsichtigkeit auf dem rechten, dominierenden Auge, die als Keratokonus erkannt wurde. Auf dem linken, schwächeren Auge sehe ich scharf. Daher halte ich mit der Hand mein rechtes Auge zu, wenn ich Details erkennen will. Ich habe Probleme bei Kontrastunterschieden und kleiner Schrift. Beim Lesen sehe ich in ca. 20-30 cm Entfernung scharf und je mehr sich dieser Abstand vergrößert, desto ich mehr stehen die Buchstaben übereinander. Ich sehe dann schwarze Buchstaben und darunter, leicht nach links versetzt eine graue Kopie davon, was problematisch ist, solange die Buchstaben ineinander übergehen.
Vor einigen Jahren war ich 4 mal in der Augenklinik Homburg, wobei versucht wurde mit harten Kontaktlinsen die Hornhaut zu gurten. Bei Weitsichtigen scheint das aber nicht so einfach zu sein. Ich kam mit den Kontaktlinsen nicht klar, sah schlecht und wenn ich den Eindruck hatte, besser zu sehen, hatten sie sich gelöst und waren in der Augenhöhle verschwunden. Da ich ansonsten den Eindruck hatte mit meiner Brille ganz gut zu sehen, brach ich die Behandlung ab.
Eine Operation (Hornhauttransplantation) wird erst gemacht, wenn man 30% oder weniger sieht und das Risiko einer Verschlechterung zu vermeiden.
In den letzten Jahren scheint sich mein rechtes Auge aber weiter verschlechtert zu haben. Bei einer augenärztlichen Untersuchung am Arbeitsplatz konnte ich die Zahlenreihen im Gerät nicht eindeutig erkennen und bestenfalls raten, wobei ich meist falsch lag. Man sagte mir, ich bräuchte dringend eine neue Brille und müsste zum Augenarzt, wobei ich von dem Erfolg dieser Maßnahme nicht überzeugt war. Das hat sich beim Augenarzt dann auch bestätigt, weil ich wieder nichts klar erkennen konnte. Ich kann einfach nicht sagen mit welchen Linsen ich schärfer oder weniger scharf sehe, weil die Buchstaben ineinander übergehen und ich mit jeder Einstellung fast nichts exakt erkennen kann. Der Augenarzt meinte auch, dass es keinen Zweck habe, mir eine neue Brille zu verschreiben und versprach sich eine größere Chance von harten Kontaktlinsen, wovon ich nicht sehr begeistert war. Von einer Augenoperation riet er mir auch ab, weil ich dann mindestens ein Jahr Probleme hätte. Stattdessen erwähnte er, dass es auch ein neues Verfahren namens Hornhautvernetzung gäbe, überwies mich diesbezüglich nochmal in die Augenklinik Homburg und machte am 1. März einen Termin für mich aus. Jetzt versuche ich über das Internet mehr über das Verfahren der Hornhautvernetzung zu herauszufinden und ob ich mir das überhaupt finanziell leisten kann.

Re: Kontaktlinsen vs. Brille

Post by Tracker »

Hallo Chris,

ich bin ebenfalls neu hier und alles andere, als ein Experte.
Ich habe einen Keratokonus an meinem rechten, dominierenden Auge, der mich etwas unscharf und leichte Doppelbilder sehen lässt.
Ansonsten sehe ich nach eigenem Empfinden mit oder ohne Brille noch ganz gut (ohne Brille strengt mich nur mehr an).
Ich arbeite auch (sowohl beruflich als privat) viel am PC, wobei ich mich oft dabei ertappe, beim Lesen über die Brille zu sehen bzw. ca. 30 cm vor dem Bildschirm zu sitzen, weil ich in diesem Abstand erst scharf sehe.
Meine Erkenntnisse stammen aus eigener Erfahrung bzw. dem Lesen von Beiträgen hier in den letzten Tagen.

Mein Augenarzt verschreibt mir keine Brille mehr, weil ich mit oder ohne Brille nicht mehr in der Lage bin, kleine Zahlen eindeutig zu erkennen. Eine Brille würde wegen meiner leichten Doppelsichtigkeit bei Keratokonus nichts bringen.

Er empfahl mir harte Kontaktlinsen, wovon ich wenig begeistert war.
Ich war vor einigen Jahren bereits 4 mal in der Augenklinik in Homburg um mir harte Kontaktlinsen anpassen zu lassen.
Mir ging es genauso wie dir. Ich sah damit sehr schlecht.
Außerdem hafteten sie nicht gut, denn wenn ich den Eindruck hatte besser zu sehen, waren sie in der Augenhöhle verschwunden.
Meine Frau half mir beim Suchen und ich fischte sie wieder raus.
Weil ich mit den harten Kontaktlinsen nicht zufrieden war, habe ich damals die Behandlung abgebrochen.
Vielleicht waren sie aber auch nicht richtig angepasst.
Bei Weitsichtigen ist das offenbar nicht so einfach.
Da sich meine Augen nun aber etwas verschlechtert haben und ich mit Brille nicht mehr scharf sehe, werde ich mir zwangsläufigerweise wieder Kontaktlinsen anpassen lassen müssen.

Soweit ich weiß, sollen harte Kontaktlinsen die Hornhaut gurten, damit man besser sehen kann, aber sie halten den Keratokonus nicht auf.

Einige hier im Forum probieren auch weiche, torische Kontaktlinsen aus, weil sie harte Kontaktlinsen nicht vertragen.
Ob man damit genauso gut sieht, wie mit harten Kontaktlinsen, weiß ich nicht.
Vielleicht kommt es auch darauf an, wie weit der Keratokonus bereits fortgeschritten ist.

Eine Hornhauttransplantation würde erst gemacht, wenn es unbedingt erforderlich ist und man weniger als 30% sieht, sagte man mir.
Außerdem hätte man damit über ein Jahr Probleme und die Transplantation müsste nach 20 Jahren wiederholt werden.

Seit 8 Jahren gibt es ein neues Verfahren namens Hornhautvernetzung (Cross linking), das eine echte Alternative zu sein scheint.
Es soll in der Lage sein den momentanen Zustand einzufrieren, damit sich der Ketatokonus nicht mehr verschlechtert.
Außerdem muss es nach momentanen Erkenntnissen nur einmal durchgeführt werden.
Hier im Forum findest du Videos und Berichte, wie das funktioniert.
ich überlege noch, ob ich das bei mir auch machen lasse.
Kontaktlinsen werde ich danach aber vermutlich trotzdem brauchen, obwohl mir eine Brille lieber wäre.

Vom Lasern der Augen habe ich auch schon gehört.
Das soll aber nur eine Verbesserung bringen, wenn der Keratokonus mehr am Rand und nicht zentrisch sitzt.
Außerdem wäre es besser das vor der Vernetzung durchführen zu lassen, weil dabei bis zu 10 % der Hornhaut abgetragen wird.

Soweit meine bisherigen Eindrücke und Erfahrungen.
Sieh dir die VIdeos und OP-Berichte hier im Forum mal an.
Außerdem findest du hier auch eine Liste guter Kontaktlinsenanpasser.
Ich bin nur Laie. Andere mit mehr Erfahrung können dir sicher bessere Tipps geben, als ich. :)

Grüße
Tracker
Günter
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Joined: 2003-06-03, 15:12
KC-Experience: - Ende 1978 Diagnose KC , mit 14 jahren
- Ende 1990 endgültiger zusammenbruch des rechten Auges, ca. 5% Sehfähigkeit
- April 1991 KP (Keratoplastik, Hornhauttransplantation) rechtes Auge in Heidelberg
- 1993 endgültiger Zusammenbruch des linken Auges, tragen von Linsen nicht mehr möglich, ca. 5% Sehfähigkeit (Visus)
- 1993 fast zur gleichen Zeit, rechtes Transplantiertes Auge wieder einsatzfähig, mit Linse ca. 80%
- Dezember 1995 KP linkes Auge in Jena
- 1997 linkes Transplantiertes Auge wieder einsatzfähig, mit Linse ca. 80%
- 2000 habe einen neuen Optiker, und klasse Linsen jetzt auf beiden Augen ca. 120%
- 2012 Abstoßungsreaktion auf dem linken Auge
- 2013 hohe Belastung für das rechte Auge, das Auge wird instabil. Rekeratokonus mit steigender Instabilität beider Augen
- 2015 März 2015 erneute KP links
- rechtes Auge wird mit Medikamenten einigermaßen stabil gehalten
- 2017 Mai, das linke Auge ist soweit stabil, das ich wieder eine
Kontaktlinse auf dem Auge tragen kann damit erreiche ich einen Visus
von ca. 1,0 (100%). Somit kann ich wieder auf beiden Augen vernünftig
sehen.
Keratoconus since: Ab dem Alter von 14 Jahren.
Experience with eyeglasses / lenses: Mit meinen harten Kontaktlinsen komme ich im großen Ganzen gut klar.

Ich trage sehr gut angepasste quartantenspezifische Kontaktlinsen, von FALCO. Mit diesen erreiche ich einen Visus von ca. 1,0 (100%) auf beiden Augen.

Die Tragezeit der Kontaktlinsen beträgt ca. 10 Stunden pro Tag.
Ohne Kontaktlinsen habe ich links einen Visus von ca. 0.05 (5%) und rechts < 0.05(5%).

Mit einer iScription Brille komme habe ich links ca. 0,3 (30%) und rechts 0,3 (30%).
Dir Brille hat die Werte:
R Spr. -2,75 Cyl -8,50 Achse 175
L Spr. +4,50 Cyl -3,75 Achse 131
Operationen: Auf beiden Augen eine Keratoplastik (Hornhauttransplantation)
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Re: Kontaktlinsen vs. Brille

Post by Günter »

Hallo,

den Artikel über Keratokonus im Wiki hat, soweit ich wies, ein (ehemaliges?) Mitglied dieses Forums geschrieben.
Wer es war wies ich nicht mehr aber wenn du im Forum stöberst findest Du sicher Hinweise darauf.

Der Hauptgrund warum harte Kontaktlinsen bei KC verwendet werden, besteht ganz einfach darin, dass nur mit diesem Linsentyp ein irregulärer Astigmatismus, wie er bei KC vorkommt, in vernünftigem Maß optisch ausgeglichen werden kann. Alle anderen Methoden bringen hier nicht diese Ergebnisse.
Wenn Du hier im Forum ein wenig stöberst findest Du an einigen Stellen die Erklärung hierfür.
Gruß Günter
Chris
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KC-Experience: Diagnose wurde gerade gestellt...

Re: Kontaktlinsen vs. Brille

Post by Chris »

Hallo Traker, hallo Günter,

vielen Dank für die ausführlichen Antworten. Ihr bestätigt damit das, was ich bereits gelesen habe. Aber irgendwie habe ich nirgendwo dazu etwas gefunden, was aussagekräftig belegt, dass spezielle Keratokonuslinsen in dem Sinne für die Augen gut sind, dass sie den Keratokonus aufhalten können oder aber das Gegenteil, dass sie ihn sogar verschlimmern. Für mich ist daher die derzeit entscheidene Frage, ob das Tragen von Kontaktlinsen langfristig positiv oder negativ für die Augen ist, da ich noch wunderbar mit meiner Brille zurecht komme! Selbst ohne Brille habe ich noch keine großen Probleme!Mir geht es bei der Frage also NICHT darum, welche Sehverbesserung ich jetzt erreichen kann.
Mein Augenarzt ist total davon überzeugt, dass Linsen den Keratokonus aufhalten können und daher auf jeden Fall getragen werden sollten. Welche Aussagen habt ihr dazu gehört? Welche Erfahrungen und Eindrücke habt ihr gemacht/gesamelt?

Viele Grüße
Chris
Seven of Nine

Re: Kontaktlinsen vs. Brille

Post by Seven of Nine »

Hallo Chris,

dein Augenarzt ist entweder 80 Jahre alt und hat seit seiner Ausbildung keine Bücher mehr gelesen - oder er passt selbst Kontaktlinsen an. Daran kann man tatsächlich gut verdienen - viele Augenärzte haben auch Absprachen mit Optikern, zu denen dann die "Schäfchen getrieben werden".

Gruß, Seven
sabine s.
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KC-Experience: 4x transplantiert, 3x an einem auge, immunsuppression wegen ständiger transplantatabstoßungen, glaukom bereits mehrmals operiert, beginnender katarakt an beiden augen. visus mit brille um die 35%. Kontaklinsenunverträglichkeit .
augen-op´s insges. 13x. bin bei prof. th. neuhann in behandlung.
5. transpl. steht in den starlöchern.??? mehr oder weniger. das 5. transplantat war bereits am anfang märz 08 gefunden worden. 2 h später, anruf vom Prof. er könne es nicht nehmen. jetzt muß ich also weiter warten.
nävus auf der netzhaut inoperabel, tumor in der orbita nähe des sehnerves.
visus bleibt erwiesenermaßen schlecht, bzw. verschlechtert sich zumindest in der nähe und an den äußeren gesichtsfeldrändern. visus scheint irgendwie zu stagnieren, komme gerade so zurecht, wobei das Lesen immer schwieriger wird.
Experience with eyeglasses / lenses: Sehr schnell wurden mir harte KC-Linsen angepaßt, die sich aber andauernd veränderten, so, daß der Anpasser gar nciht mehr nachgekommen ist.
Operationen: 1999 wurde die erste Keratoplastik gemacht. s.o. bei und von Prof. Thomas Neuhann. Alle anderen Keratoplastiken (mit wachsendem Vergnügen, ebenfalls vom Prof. Neuhann der sich absolut rührend um mich kümmert. Div. Trabekulektomien, Div. Cortisonspülungen....................alles zwar Operationen, aber immer irgendwie im Vorbeigehen.
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Re: Kontaktlinsen vs. Brille

Post by sabine s. »

hallo chris,

allein mein gesunder menschenverstand sagt mir, daß es wahnsinn ist auf ein auge, das selbst ohne brille noch einigemaßen sehen kann, eine kontaktlinse zu setzen.
man läßt sich doch auch nicht auf einen gesunden zahn eine krone setzen, und bandagiert auch keine gesunden gelenke.
eine linse ist ein fremdkörper der direkt auf dem auge, auf der empfindlichen hornhaut sitzt und darauf mehr oder weniger hin und her schrubbt.
ich habe meinen kc jetzt seit 12 jahren und jeder augenarzt und auch optiker hat damals schon gemeint, je länger man auf eine linse verzichten kann, desto besser.
eine linse KANN auf dauer nicht gesund sein und schon gar nicht den KC aufhalten.
allein das mittel, die chemikalien mit denen man tagtäglich mehrmals die linsen behandelt können ja u.U. sogar allergien auslösen.

Meine meinung ist:

so lange es möglich ist, mit brille.

grüßle
sabine
Günter
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- April 1991 KP (Keratoplastik, Hornhauttransplantation) rechtes Auge in Heidelberg
- 1993 endgültiger Zusammenbruch des linken Auges, tragen von Linsen nicht mehr möglich, ca. 5% Sehfähigkeit (Visus)
- 1993 fast zur gleichen Zeit, rechtes Transplantiertes Auge wieder einsatzfähig, mit Linse ca. 80%
- Dezember 1995 KP linkes Auge in Jena
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- 2012 Abstoßungsreaktion auf dem linken Auge
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- 2017 Mai, das linke Auge ist soweit stabil, das ich wieder eine
Kontaktlinse auf dem Auge tragen kann damit erreiche ich einen Visus
von ca. 1,0 (100%). Somit kann ich wieder auf beiden Augen vernünftig
sehen.
Keratoconus since: Ab dem Alter von 14 Jahren.
Experience with eyeglasses / lenses: Mit meinen harten Kontaktlinsen komme ich im großen Ganzen gut klar.

Ich trage sehr gut angepasste quartantenspezifische Kontaktlinsen, von FALCO. Mit diesen erreiche ich einen Visus von ca. 1,0 (100%) auf beiden Augen.

Die Tragezeit der Kontaktlinsen beträgt ca. 10 Stunden pro Tag.
Ohne Kontaktlinsen habe ich links einen Visus von ca. 0.05 (5%) und rechts < 0.05(5%).

Mit einer iScription Brille komme habe ich links ca. 0,3 (30%) und rechts 0,3 (30%).
Dir Brille hat die Werte:
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Re: Kontaktlinsen vs. Brille

Post by Günter »

Hallo,

die Frage ob, gut angepasste harte Kontaktlinsen (ich betone gut angepasst) KC aufhalten oder verlangsamen können ist, bis heute nicht geklärt.
Deswegen findet man noch beide Meinungen. Manche Ärzte schwören darauf, manche lehnen es ab.
Die Begründungen beider Seiten klingen plausibel, aber aussagekräftige Untersuchungen gibt es Dazu keine, nur Erfahrungsberichte und Meinungen der verschiedenen Ärzte dazu.

Einen Arzt pauschal auszuwerten, weil er Kontaktlinsen für eine gute Therapie hält ist genauso falsch wie umgekehrt.

Für Dich bedeutet es, Du musst die Entscheidung selbst treffen, was Du meinst, was für Dich am besten ist - denn die Ärzte wissen es auch nicht mit Sicherheit.
Gruß Günter
Natalia
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Joined: 2010-01-01, 20:45
KC-Experience: RA Keratokonus Grad 2, LA stabil, aber es gibt schon Anmerkungen laut der Topographie. RA: Sph -1,5, Cyl. -4,5. Hornhautdicke 534. LA: Sph -0,75, Cyl -0,25. Seit der Schulzeit hatte ich etwa -0,75 Sph linkes Auge und -0,5 Sph rechtes Auge.
mehrere Ärzte/Chirurgen besucht und zwar die bekanntesten in RU auf diesem Gebiet. 70% von denen empfeheln zur Zeit nur eine harte Linse, weil ich noch 60% Visus habe und orientiere mich ziehmlich gut im Alltag ohne Brille und weil jede chirurgische OP kann schlechte Auswirkung haben. Was Hornhautvernetzung anbetrifft, da gibts aber die Meining dass niemand mit dieser OP zufrieden blieb und dass das nur der Weg zur Bereicherung ist. Das hat mir einer der besten Ophtalmochirurgen, hier in RU gesagt, der schon seit einigen Jahren diese nue Methode erforscht und praktiziert.
Keratoconus since: mit 28 diagnostiert, weil ich bemerkt habe, dass sich mein Sehen seit 4-6 Monaten stark verschlechtert hat. Es sieht aber so aus, dass das Keratokonus schon seit einigen Jahren existiert, weil ich die alten Angaben von Cylinder nachgeguckt habe, also vor 2 Jahren hatte ich -2,5 for Cyl.
Experience with eyeglasses / lenses: überhaupt keine Erfahrungen, was die Situation in einigem Sinne verschlechtert, weil einige Ärzte sofort nur die Intacts anbieten
Operationen: noch keine, aber die stehen bestimmt vor.
Begeiterscheinungen: plattes Schuppenröschen auch in demselben Jahr diagnostiert, bestimmt hängt das alles zusammen.
Mögliche Ursachen: niemand kann das sagen...ich neige zu der Theorie, dass mehrere Faktoren die Entwicklung beeinflüssen, Endokrinologie am meisten.
Ich über mich: ich komme aus Russland. Da ich auf den russischen seiten nix gefunden habe, ist es ein Glück für mich, dieses Forum zu finden. Bin Verheiratet, habe ein Kind.

Re: Kontaktlinsen vs. Brille

Post by Natalia »

die Linse kann den Process nicht verlangsamen, aber andererseits gibt es viele, die diese schon Jahrzehnte tragen ( sowie die berühmte Sportler und die Ärzte selbst) und scheinen ganz zufrieden damit zu sein. Die Linse kann nur Schaden bringen, wenn man weniger als 50-60% Visus hat und die Hornhautdicke weniger als 480 ist. Oder wenn man den hygienische Prinzipien nicht richtigt folgt. Ich habe 60% Visus aber der Arzt hat mir überhaupt nicht nur die Vernetzumg, sondern auch die Linze abgeraten. Aber die Lnse lasse ich mir trotzalledem bestellen...vielleicht Intuition?
Alles im Leben hat seinen Preis
Christoph
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Re: Kontaktlinsen vs. Brille

Post by Christoph »

Jede Linse belastet das Auge , formt die Hornhaut aber wenn ich könnte würde ich gerne drauf verzichten. Teilweise trug ich nur eine Linse auf dem schlechten rechten Auge. Das ist leider nun nicht mehr möglich. Das eine Linse einen Konus aufhält halte ich für einen Trugschluß und ist auch nicht mehr aktuelle Lehrmeinung.

Viele Grüße

Christoph
Chris
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KC-Experience: Diagnose wurde gerade gestellt...

Re: Kontaktlinsen vs. Brille

Post by Chris »

Vielen Dank für eure Antworten. Momentan tendiere ich dahin, auf Linsen zu verzichten. Das Wichtigste, was aus meiner Sicht für Kontaktlinsen gesprochen hat, war die Aussage, dass sie den Keratokonus aufhalten können.
Wenn das nicht bewiesen ist, spricht meines Erachtens auch vieles eher dafür, dass man damit gut Geld verdienen kann.

Ich hatte mir Linsen anpassen lassen, diese zwei Wochen getragen und mir wieder Linsen anpassen lassen. Aber auch die neuen Linsen sind nichts für mich. Meine Sehstärke ist mit Linsen schlechter. Vor allem mein starkes Auge wird beim Tragen der Linsen zu meinem Schwächeren und ich sehe auf dem Auge ziemlich verschwommen/verwaschen, wobei ich dort sonst ganz gut sehe. Irgendwie zweifel ich an dem CL-Anpasser...
Ich stelle aber auch fest, dass meine Sehstärke beim Tragen der Linsen stark varriiert... und vor allem nach dem Entfernen der Linsen meine Sehvermögen ziemlich abgenommen hat. Das finde ich erschreckend! Ich werde daher wohl wieder auf die gute alte Brille zurückgreifen... bzw. auf eine Neue. Denn wenn CL den Keratokonus nicht aufhalten können, sehe ich für mich persönlich keinen Mehrwert, aber viele Nachteile und auch gefahren für die Augen. Ich werde mir da nochmal einen anderen Augenarzt suchen :-)
Lina
-
Posts: 103
Joined: 2008-03-06, 11:52
KC-Experience: Bis 2005 bin ich ziemlich uneingeschränkt und unbeschwert mit meinem Keratokonus (und auch ansonsten) durchs Leben marschiert. Nach einem heftigen Schub hat sich mein Sehvermögen innerhalb weniger Monate drastisch von 70 -80% auf 25% pro Auge nach Korrektur durch KK verschlechtert. Mit diesem Schub ging auch eine sehr heftige Hornhautentzündung einher, die sicher zu der jetzigen Situation beigetragen hat. Habe im Juli 2009 mein erstes Transplantat erhalten. 2011 bekam ich einen grauen Star, der sehr spät erkannt wur
de. Diese ist mittlerweile erfolgreich operiert. Im August 2012 habe ich auf dem linke Auge nun meine zweites Transplantat erhalten. im November 2013 wurde nun der zweite graue Star operiert.
Keratoconus since: ungefähr im 16. Lebensjahr.
Experience with eyeglasses / lenses: Ich trage seit dem 16 Lebensjahr Kontaktlinsen, weil eine
Brille nicht mehr angepasst werden konnte. Bis zu den
Transplantationen trug ich zuletzt asymetrische
Keratokonuslinsen und vertrug diese zum Glück sehr gut.
Zuletzt habe ich bis zur ersten Transplantation meine rechte
Kontaktlinsen recht oft verloren. 4-5 Monate nach der
Transplatation habe ich auf dem operierten Auge schon
wieder eine Kontaktlinse erhalten, die ich ebenfalls gut
vertrug. Die Sehleistung damit war zunächst zwischen
60 und 40%. Nach dem Fadenzug und einer Star-OP habe ich
nun eine entgültige Kontaktlinse mit der ich auf eine volle
Sehleistung komme. Ich kann auch eine Brille tragen
mit der ich ungefähr 80% sehe.
Operationen: Nach einem Jahr Wartezeit habe ich am 17.07.2009 mein
erstes Transplantat im Berliner Virchow-Klinikum erhalten.
Dort fühle ich mich fachlich und menschlich gut aufgehoben.
Zwei Jahre später wurde ein sekundäre grauer Star
festgestellt, der am 18.08.2011 operiert wurde. Am
16.08.2012 habe ich nun auf dem linken Auge mein zweites
Transplantat erhalten und im November 2013 wurde links ein grauer Star operiert, alles von Professor Rieck.
Begeiterscheinungen: Ich habe Neurodermits, Heuschnupfen, alle möglichen
Allergien und seit 2 Jahren und Asthma. Außerdem hatte ich
nun mehrfach kreisrunden Haarausfall, der ein Immunreaktion
sein soll und das letzte Mal ziemlich heftig war.
Mögliche Ursachen: VERERBUNG-Mein Vater und mein Bruder sind auch betroffen. Habe den Eindruck, dass das Erbgut immer schlechter wurde, bin jedenfalls am stärksten betroffen.
ÜBERLASTUNG- Nach einer großen Lebenskrise - Kranheiten,
2 Todesfälle in meinem nähesten Lebensumfeld, Trennung,
Verlust des Arbeitsplatzes, habe ich einen deutlichen Schub
erlitten.
ASTHMA-War nach der Krise selbst länger krank und habe
dabei Asthma entwickelt.
HORNHAUTENTZÜNDUNG- Während meiner Krankeheit habe
ich mir eine ordentliche Hornhautentzündung eingefangen und
nicht gleich behandeln lassen.
Ich über mich: bin berufstätig, selbständig, kinderlos und
und lebe mit meinem Partner glücklich zusammen.
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Re: Kontaktlinsen vs. Brille

Post by Lina »

Hallo,

also, ich habe die Information, dass spezielle gut angepasste Keratokonuslinsen durchaus förderlich für das erkrankte Keratokonus-Auge sein soll. Dies soll jedenfalls für mich mit einem sehr weit vorangeschrittenen Keratokonus und guter Kontaktlinsenverträglichkeit gelten. Mein Hornhaut ist ziemlich dünn (weit unter 480) und der Visus auch wesentlich schlechter als 60%, so dass ich bezweifele, dass Hornahutdicke und Visus irgendwelche Parameter sind.

Professor Rieck von der Berliner Virchow-Klinik/Charité hat mir ausdrücklich geraten, die Linse möglichst lange zu tragen (natürlich nicht bei Schmerzen oder Entzündungen) und gerade keine Tragepausen zur Entlastung zu machen. Soweit ich es verstanden habe, geht es um die stark veränderte Struktur der Hornhaut durch die Ausdünnung. Die Linse gibt der Hornhaut wohl Halt. Professor Rieck ist weder über 80 Jahre alt, noch passt er Kontktlinsen selbst an. Er hat eher ein Interesse, dass mein Auge noch ein wenig durchhält, weil das andere gerade erst transplantiert wurde und ich vor dem Fadenzug und dem Absetzten von Immunsuppressiva noch nicht auf die Liste kommen soll.

Auch mein Kontaktlinseninstitut, dass seit vielen Jahren auf Keratokonuslinsen spezialisiert ist, vertritt diese Auffassung. Ob dies auch für einen Keratokonus im Anfangsstadium gilt, weiß ich nicht und bezweifele ich auch.

I
Gute Grüße

Lina
Seven of Nine

Re: Kontaktlinsen vs. Brille

Post by Seven of Nine »

Hallo Lina,

lass dich nicht veräppeln - es fehlt jede physikalische oder medizinische Grundlage für die Behauptung: "Die Kontaktlinse gibt der Hornhaut Halt oder Struktur".

Eine Kontaktlinse schwimmt idealerweise auf dem Tränenfilm des Auges, ohne dass das Epithel der Hornhaut berührt wird. Bei fortgeschrittenem Keratokonus ist das Auge so weit verformt, dass meist die Kegelspitze des Keratokonus direkt an der Linse anstößt. Spezielle Linsen wie die "Rose K" versuchen die Innenflächen der Linse so zu konstruieren, dass selbst die Kegelspitze nicht direkt an die Linse stößt.

Was passiert, wenn die Linse direkten Kontakt zur Hornhaut hat?

Zuerst gibt es eine direkte mechanische Reizung an dieser Stelle. Auf diese Reizung reagieren die Zellen der Hornhaut mit Entzündung und mechanischen Schäden. Als erste Instanz der Immunantwort (zelluläre Ebene) reagieren die Keratozyten im Auge auf diese Reizung. Die versuchen die geschädigten, gereizten und ggf. durch die mechanische Reibung zerstörten Zellen zu schützen oder zu ersetzen; bzw. die zerstörte Epithelschicht auf der Hornhaut zu reparieren. Wenn die Reizung durch die mechanische Reibung dauerhaft andauert, besteht die Gefahr, dass der Körper versucht (in zweiter und dritter Ebene) durch die Bildung von neuen Blutgefäßen im Auge, die z.T. in die Hornhaut einsprossen können, die offensichtlich nicht ausreichende erste Ebene der Gegenreaktion auf den "Fremdkörper Kontaktlinse" durch die humorale Immunabwehr (im Blut) zu unterstützen.

Klar kann man das Gewebe der Hornhaut in gewissen Grenzen "formen" - es gibt sogar spezielle Kontaktlinsen, die die Hornhaut über Nacht formen sollen, so dass man am nächsten Tag keine Brille brauchen soll. Nun ja das funktioniert in gewissen Grenzen ja auch mit dem Druck der über Nacht geschlossenen Augenlider, die die "Form-Linsen" auf die Hornhaut pressen..... ABER UM WELCHEN PREIS?

Einen Schaumstoffblock kann man jeden Tag in eine Form pressen - diese Form wird auch eine Zeit lang gehalten, bis die ursprüngliche Form wieder eingenommen wird (so wie bei der Augenhornhaut auch).

Aber was ist der Unterschied? Die Hornhaut besteht aus lebenden Zellen, die im Gewebeverband von beweglichen Abwehrzellen umgeben sind; es gibt extrem viele Nerven in der Hornhaut, die auf eine Dauerreizung reagieren; der menschliche Körper versucht viele Gegenmaßnahmen um die Dauerreizung zu beseitigen - ein Stück Schaumstoff reagiert da rein mechanisch = nicht lebendig.

Wenn mit einer Brille keine ausreichende Korrektur mehr möglich ist, bleibt oft nur noch die Keratokonuslinse - in vielen Fällen reicht die Korrekturmöglichkeit um viele Jahre oder dauerhaft eine Transplantation zu verhindern. ABER: Selbst eine ideal angepasste Keratokonuslinse, die bei offenem Auge nicht die Hornhaut berührt und deren Rand gut gearbeitet ist, wird durch den Lidschlag immer kurz minimal aus der Idealposition verschoben, dezentriert und kurz gegen die Hornhaut gedrückt; jedes Kontaktlinsenmaterial hat einen verminderten Sauerstoffeintrag in den Tränenfilm und damit in die Hornhaut zur Folge - egal wie modern das Material ist..... insgesamt ist eine Linse immer ein Fremdkörper im Auge und es muss immer ein Kompromiss zwischen notwendiger Tragezeit und Ruhezeit des Auges gefunden werden.

Aber nun ja, es gibt auch heute noch viele Menschen/Ärzte die 100%ig sicher sind, dass die Welt eine Scheibe ist.

Da muss sich wohl jeder seine eigene Meinung bilden.

Gruß, Seven
Lina
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Joined: 2008-03-06, 11:52
KC-Experience: Bis 2005 bin ich ziemlich uneingeschränkt und unbeschwert mit meinem Keratokonus (und auch ansonsten) durchs Leben marschiert. Nach einem heftigen Schub hat sich mein Sehvermögen innerhalb weniger Monate drastisch von 70 -80% auf 25% pro Auge nach Korrektur durch KK verschlechtert. Mit diesem Schub ging auch eine sehr heftige Hornhautentzündung einher, die sicher zu der jetzigen Situation beigetragen hat. Habe im Juli 2009 mein erstes Transplantat erhalten. 2011 bekam ich einen grauen Star, der sehr spät erkannt wur
de. Diese ist mittlerweile erfolgreich operiert. Im August 2012 habe ich auf dem linke Auge nun meine zweites Transplantat erhalten. im November 2013 wurde nun der zweite graue Star operiert.
Keratoconus since: ungefähr im 16. Lebensjahr.
Experience with eyeglasses / lenses: Ich trage seit dem 16 Lebensjahr Kontaktlinsen, weil eine
Brille nicht mehr angepasst werden konnte. Bis zu den
Transplantationen trug ich zuletzt asymetrische
Keratokonuslinsen und vertrug diese zum Glück sehr gut.
Zuletzt habe ich bis zur ersten Transplantation meine rechte
Kontaktlinsen recht oft verloren. 4-5 Monate nach der
Transplatation habe ich auf dem operierten Auge schon
wieder eine Kontaktlinse erhalten, die ich ebenfalls gut
vertrug. Die Sehleistung damit war zunächst zwischen
60 und 40%. Nach dem Fadenzug und einer Star-OP habe ich
nun eine entgültige Kontaktlinse mit der ich auf eine volle
Sehleistung komme. Ich kann auch eine Brille tragen
mit der ich ungefähr 80% sehe.
Operationen: Nach einem Jahr Wartezeit habe ich am 17.07.2009 mein
erstes Transplantat im Berliner Virchow-Klinikum erhalten.
Dort fühle ich mich fachlich und menschlich gut aufgehoben.
Zwei Jahre später wurde ein sekundäre grauer Star
festgestellt, der am 18.08.2011 operiert wurde. Am
16.08.2012 habe ich nun auf dem linken Auge mein zweites
Transplantat erhalten und im November 2013 wurde links ein grauer Star operiert, alles von Professor Rieck.
Begeiterscheinungen: Ich habe Neurodermits, Heuschnupfen, alle möglichen
Allergien und seit 2 Jahren und Asthma. Außerdem hatte ich
nun mehrfach kreisrunden Haarausfall, der ein Immunreaktion
sein soll und das letzte Mal ziemlich heftig war.
Mögliche Ursachen: VERERBUNG-Mein Vater und mein Bruder sind auch betroffen. Habe den Eindruck, dass das Erbgut immer schlechter wurde, bin jedenfalls am stärksten betroffen.
ÜBERLASTUNG- Nach einer großen Lebenskrise - Kranheiten,
2 Todesfälle in meinem nähesten Lebensumfeld, Trennung,
Verlust des Arbeitsplatzes, habe ich einen deutlichen Schub
erlitten.
ASTHMA-War nach der Krise selbst länger krank und habe
dabei Asthma entwickelt.
HORNHAUTENTZÜNDUNG- Während meiner Krankeheit habe
ich mir eine ordentliche Hornhautentzündung eingefangen und
nicht gleich behandeln lassen.
Ich über mich: bin berufstätig, selbständig, kinderlos und
und lebe mit meinem Partner glücklich zusammen.
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Re: Kontaktlinsen vs. Brille

Post by Lina »

Hallo Seven,

ich finde Deinen Beitrag "ein wenig" polemisch.

Gruß

Lina
sabine s.
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Joined: 2005-05-30, 11:25
KC-Experience: 4x transplantiert, 3x an einem auge, immunsuppression wegen ständiger transplantatabstoßungen, glaukom bereits mehrmals operiert, beginnender katarakt an beiden augen. visus mit brille um die 35%. Kontaklinsenunverträglichkeit .
augen-op´s insges. 13x. bin bei prof. th. neuhann in behandlung.
5. transpl. steht in den starlöchern.??? mehr oder weniger. das 5. transplantat war bereits am anfang märz 08 gefunden worden. 2 h später, anruf vom Prof. er könne es nicht nehmen. jetzt muß ich also weiter warten.
nävus auf der netzhaut inoperabel, tumor in der orbita nähe des sehnerves.
visus bleibt erwiesenermaßen schlecht, bzw. verschlechtert sich zumindest in der nähe und an den äußeren gesichtsfeldrändern. visus scheint irgendwie zu stagnieren, komme gerade so zurecht, wobei das Lesen immer schwieriger wird.
Experience with eyeglasses / lenses: Sehr schnell wurden mir harte KC-Linsen angepaßt, die sich aber andauernd veränderten, so, daß der Anpasser gar nciht mehr nachgekommen ist.
Operationen: 1999 wurde die erste Keratoplastik gemacht. s.o. bei und von Prof. Thomas Neuhann. Alle anderen Keratoplastiken (mit wachsendem Vergnügen, ebenfalls vom Prof. Neuhann der sich absolut rührend um mich kümmert. Div. Trabekulektomien, Div. Cortisonspülungen....................alles zwar Operationen, aber immer irgendwie im Vorbeigehen.
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Re: Kontaktlinsen vs. Brille

Post by sabine s. »

hallo lina

warum findest du den ein beitrag "wenig polemisch"?? ich glaube, in vielen , wenn nicht sogar allen punkten hat "Seven" recht.
es gibt meines erachtens wenig fälle bei denen eine kontaktlinsenversorgung als EINZIGE alternative angezeigt ist, und zwar in dem fall, wenn man eine operation aus welchen gründen auch immer, hinausschieben MUSS und man mit brille zu wenig sehen würde.
das, was prof. rieck dir rät, die linse möglichst viele stunden am tag zu tragen, kann ich irgendwie nicht ganz nachvollziehen. meine persönliche erfahrung war folgende:

auch ich hab anfangs die harte CL extrem lange getragen, also wirklich von nach dem aufstehen, geg. 6.00, bis ich ins bett bin gegen 23.00h. monatelang. WENN ich die linse mal rausgetan hab, hab ich festgestellt, daß ich eklatant schlechter sehe, als vor der linsenanpassung.
das lag, lt. optiker daran, daß sich das auge und das hirn an den guten visus mit linse derart gewöhnt hat, daß es"faul" geworden ist und der visus tatsächlich abgenommen hat, ähnlich eines gewöhnungseffektes (wenn man dauernd nur noch mit navigationssystem fährt, verliert man mit der zeit auch seinen natürlichen orientierungssinn).
vor der linsenanpassung konnte ich mich ohne sehhilfe gerade noch so zurechtfinden, wochen später, war ich ohne linse total hilflos, was zur folge hatte, daß ich die linse NOCH länger im auge ließ.
irgendwann haben dann ständige entzündungen angefangen, sei es KCbedingt, oder eine reinigungsmittelallergie oder zuwenig sauerstoff oder die linse saß nicht mehr sooo optimal, daß die hornhaut nicht von ihr "berührt" worden ist............egal wie............ich hatte immer öfter entzündungen., mußte die linse immer öfter komplett weglassen, war also immer öfter "blind".
schließlich war die hornaut so dünn und so deformiert, daß eine anpassung beim besten willen nicht mehr möglich gewesen ist und eine transplantation unumgänglich geworden ist.

ich bin, und auch meine ärzte, davon überzeugt, daß die transplantation durch das exzessive linsentragen (ich HATTE keine andere möglichkeit, brille hat von vornherein nicht funktioniert und eine vernetzung gabs damals noch nicht) schneller hat stattfinden müssen als hätte ich keine linsen gehabt.

sollte eine brille noch den gewünschten visuseffekt bringen (ICH würde inzwischen sogar auf ein paar prozent besseren visus mit kontaktlinse verzichten, wenns mit brille auch ertrtäglich ist), würde ich niemals dauerhaft auf kontaktlinsen umsteigen. niemals!!!

grüßle
sabine
sabine s.
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KC-Experience: 4x transplantiert, 3x an einem auge, immunsuppression wegen ständiger transplantatabstoßungen, glaukom bereits mehrmals operiert, beginnender katarakt an beiden augen. visus mit brille um die 35%. Kontaklinsenunverträglichkeit .
augen-op´s insges. 13x. bin bei prof. th. neuhann in behandlung.
5. transpl. steht in den starlöchern.??? mehr oder weniger. das 5. transplantat war bereits am anfang märz 08 gefunden worden. 2 h später, anruf vom Prof. er könne es nicht nehmen. jetzt muß ich also weiter warten.
nävus auf der netzhaut inoperabel, tumor in der orbita nähe des sehnerves.
visus bleibt erwiesenermaßen schlecht, bzw. verschlechtert sich zumindest in der nähe und an den äußeren gesichtsfeldrändern. visus scheint irgendwie zu stagnieren, komme gerade so zurecht, wobei das Lesen immer schwieriger wird.
Experience with eyeglasses / lenses: Sehr schnell wurden mir harte KC-Linsen angepaßt, die sich aber andauernd veränderten, so, daß der Anpasser gar nciht mehr nachgekommen ist.
Operationen: 1999 wurde die erste Keratoplastik gemacht. s.o. bei und von Prof. Thomas Neuhann. Alle anderen Keratoplastiken (mit wachsendem Vergnügen, ebenfalls vom Prof. Neuhann der sich absolut rührend um mich kümmert. Div. Trabekulektomien, Div. Cortisonspülungen....................alles zwar Operationen, aber immer irgendwie im Vorbeigehen.
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Re: Kontaktlinsen vs. Brille

Post by sabine s. »

nachtrag zu meinem obigen beitrag:

in den beiträgen weiter oben findest du meine beobachtung, daß man nach dem linsentragen schlechter sieht, mehrmals bestätigt.

grüßle
sabine
Seven of Nine

Re: Kontaktlinsen vs. Brille

Post by Seven of Nine »

Was ist dir lieber? Demaskierende Polemik oder Auge kaputt?

Wach auf und informier dich selbst. Glaub nicht alles was dir Ärzte erzählen - die sind leider auch in der Falle Geld verdienen zu müssen.

Mach doch mal (so wie ich es gemach habe) den Vergleich: Geh zu einem 60 oder 70 jährigen Zahnarzt, der seinen Beruf nur noch als Hobby macht (bereits genug verdient hat), den ich auch privat kenne und dann zu einem jungen, der gerade seine Praxis aufgemacht hat - bei wem wirst du wohl mehr Geld lassen?

Gruß, Sevn
Lina
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de. Diese ist mittlerweile erfolgreich operiert. Im August 2012 habe ich auf dem linke Auge nun meine zweites Transplantat erhalten. im November 2013 wurde nun der zweite graue Star operiert.
Keratoconus since: ungefähr im 16. Lebensjahr.
Experience with eyeglasses / lenses: Ich trage seit dem 16 Lebensjahr Kontaktlinsen, weil eine
Brille nicht mehr angepasst werden konnte. Bis zu den
Transplantationen trug ich zuletzt asymetrische
Keratokonuslinsen und vertrug diese zum Glück sehr gut.
Zuletzt habe ich bis zur ersten Transplantation meine rechte
Kontaktlinsen recht oft verloren. 4-5 Monate nach der
Transplatation habe ich auf dem operierten Auge schon
wieder eine Kontaktlinse erhalten, die ich ebenfalls gut
vertrug. Die Sehleistung damit war zunächst zwischen
60 und 40%. Nach dem Fadenzug und einer Star-OP habe ich
nun eine entgültige Kontaktlinse mit der ich auf eine volle
Sehleistung komme. Ich kann auch eine Brille tragen
mit der ich ungefähr 80% sehe.
Operationen: Nach einem Jahr Wartezeit habe ich am 17.07.2009 mein
erstes Transplantat im Berliner Virchow-Klinikum erhalten.
Dort fühle ich mich fachlich und menschlich gut aufgehoben.
Zwei Jahre später wurde ein sekundäre grauer Star
festgestellt, der am 18.08.2011 operiert wurde. Am
16.08.2012 habe ich nun auf dem linken Auge mein zweites
Transplantat erhalten und im November 2013 wurde links ein grauer Star operiert, alles von Professor Rieck.
Begeiterscheinungen: Ich habe Neurodermits, Heuschnupfen, alle möglichen
Allergien und seit 2 Jahren und Asthma. Außerdem hatte ich
nun mehrfach kreisrunden Haarausfall, der ein Immunreaktion
sein soll und das letzte Mal ziemlich heftig war.
Mögliche Ursachen: VERERBUNG-Mein Vater und mein Bruder sind auch betroffen. Habe den Eindruck, dass das Erbgut immer schlechter wurde, bin jedenfalls am stärksten betroffen.
ÜBERLASTUNG- Nach einer großen Lebenskrise - Kranheiten,
2 Todesfälle in meinem nähesten Lebensumfeld, Trennung,
Verlust des Arbeitsplatzes, habe ich einen deutlichen Schub
erlitten.
ASTHMA-War nach der Krise selbst länger krank und habe
dabei Asthma entwickelt.
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ich mir eine ordentliche Hornhautentzündung eingefangen und
nicht gleich behandeln lassen.
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und lebe mit meinem Partner glücklich zusammen.
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Re: Kontaktlinsen vs. Brille

Post by Lina »

Hallo Sabine und Seven,

ich fand die Äußerung „Manche glauben noch daran, die Erde sei eine Scheibe“ polemisch und habe mich damit auf den Schlipps getreten gefühlt und geärgert. Seven, wie kommsst Du darauf, dass ich mich nicht informieren und mir keine eigene Meinung bilde? Ich wünsche mir einen anderen Umgang miteinander im Forum.

Ich habe lediglich wiedergegeben, was mir von den mich betreuenden Fachleuten gesagt wurde. Ich halte diese Meinungen nicht für unumstößlich, kann aber aus meiner Erfahrung auch nicht sagen, dass Sie falsch sind. Und ich gehe auch davon aus, dass beide ihre Erfahrung haben, kompetent und nicht doof sind.

Ich habe nicht geschrieben, dass Kontaktlinsen getragen werden sollen, wenn sie drücken, sich die Augen entzünden oder der Visus sich durch das Tragen verschlechtert. Das sind nicht die Voraussetzungen unter denen ich beraten werde. Ich habe ja das Glück, dass ich die Linsen sehr gut vertragen, sich meine Augen nicht entzünden und ich sie auch von morgens bis zum Schlafen gehen vertrage und tragen kann (Das gilt übrigens nicht für das transplantierte Augen – Niemand hat mir geraten, auf dem operierten Auge die Linse möglichst lange zu tragen). Der Sitz der Linsen wird regelmäßig kontrolliert. Sie sind wohl ziemlich gut angepasst, so jedenfalls die Meinung meiner Augenärztin, ihres Kollegen und verschiedener Klinikärzte verschiedener Kliniken und meines Anpassers.

Natürlich muss differenziert und abgewogen werden.

Güte Grüße

Lina
Seven of Nine

Re: Kontaktlinsen vs. Brille

Post by Seven of Nine »

Dein Einstieg in die Diskussion:".....also, ich habe die Information, dass spezielle gut angepasste Keratokonuslinsen durchaus förderlich für das erkrankte Keratokonus-Auge sein soll...." liest sich wie ein Werbespruch aus einem Kontaktlinsen-Flyer.

Das mit der Scheibe war an einige Ärzte gerichtet - nicht an dich - kannst deine Blätter wieder aufklappen.

Gruß, Seven
sabine s.
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nävus auf der netzhaut inoperabel, tumor in der orbita nähe des sehnerves.
visus bleibt erwiesenermaßen schlecht, bzw. verschlechtert sich zumindest in der nähe und an den äußeren gesichtsfeldrändern. visus scheint irgendwie zu stagnieren, komme gerade so zurecht, wobei das Lesen immer schwieriger wird.
Experience with eyeglasses / lenses: Sehr schnell wurden mir harte KC-Linsen angepaßt, die sich aber andauernd veränderten, so, daß der Anpasser gar nciht mehr nachgekommen ist.
Operationen: 1999 wurde die erste Keratoplastik gemacht. s.o. bei und von Prof. Thomas Neuhann. Alle anderen Keratoplastiken (mit wachsendem Vergnügen, ebenfalls vom Prof. Neuhann der sich absolut rührend um mich kümmert. Div. Trabekulektomien, Div. Cortisonspülungen....................alles zwar Operationen, aber immer irgendwie im Vorbeigehen.
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Re: Kontaktlinsen vs. Brille

Post by sabine s. »

hallo lina,

ja das hab ich schon richtig verstanden und auch dahingehend geantwortet. meine meinung und erfahrung ändert sich aber nicht. dies alles was wir geschrieben haben, trifft auch zu, wenn die linsen optimal sitzen.!!! wir haben evtl. auch schon längere "praktische" erfahrung mit diesem thema, deshalb sollte man das, was z.b. seven geschrieben hat wirklich nicht außer acht lassen.selbst eine noch so gut angepasste linse IST einfach ein fremdkörper und ein mechanischer reiz.
auch meine linsen waren extrem gut angepaßt, ich habe tage und stunden bei optikern verbracht die nicht grad bei mir ums eck sind, bin also oft stundenlang gefahren, und selbst diese optiker, die geld damit verdient haben, haben gesagt, eine linse, egal WIE super die ist , ist immer irgendwo die 2. wahl, denn besser wäre, wir könnten durch ne brille schauen.
WENN dein im moment noch einigermaßen "intaktes" auge dann durch eine harte linse schneller und vllt. sogar in größerem ausmaß kaputt geht, dann hast du keine option mehr, dann geht eben nur noch transplantation. dies gilt es ja zu verhindern. deshalb sage ich nach wie vor:

so lange es mit einer brille geht. die brille. laß die zeit für dich arbeiten, denn was linsen und behandlungsmethoden betrifft gibts ja ständig neuerungen.

ich mußte so viele jahre linsen haben, das ist nicht immer angenehm!!! oft hab ich die dinger verflucht.

ganz ehrlich: mir scheint die theorie, daß linsen den kc auf irgendeine art positiv beeinflussen könnten nicht plausibel. und wenn beeinflussen, dann eher noch negativ.


p.s. na ja der vergleich mit der"erde als scheibe", das würde ich eher als launigen einwurf betrachten,weniger als beleidigung oder diffamierung.

grüßle
sabine
Günter
Administrator/in
Posts: 1070
Joined: 2003-06-03, 15:12
KC-Experience: - Ende 1978 Diagnose KC , mit 14 jahren
- Ende 1990 endgültiger zusammenbruch des rechten Auges, ca. 5% Sehfähigkeit
- April 1991 KP (Keratoplastik, Hornhauttransplantation) rechtes Auge in Heidelberg
- 1993 endgültiger Zusammenbruch des linken Auges, tragen von Linsen nicht mehr möglich, ca. 5% Sehfähigkeit (Visus)
- 1993 fast zur gleichen Zeit, rechtes Transplantiertes Auge wieder einsatzfähig, mit Linse ca. 80%
- Dezember 1995 KP linkes Auge in Jena
- 1997 linkes Transplantiertes Auge wieder einsatzfähig, mit Linse ca. 80%
- 2000 habe einen neuen Optiker, und klasse Linsen jetzt auf beiden Augen ca. 120%
- 2012 Abstoßungsreaktion auf dem linken Auge
- 2013 hohe Belastung für das rechte Auge, das Auge wird instabil. Rekeratokonus mit steigender Instabilität beider Augen
- 2015 März 2015 erneute KP links
- rechtes Auge wird mit Medikamenten einigermaßen stabil gehalten
- 2017 Mai, das linke Auge ist soweit stabil, das ich wieder eine
Kontaktlinse auf dem Auge tragen kann damit erreiche ich einen Visus
von ca. 1,0 (100%). Somit kann ich wieder auf beiden Augen vernünftig
sehen.
Keratoconus since: Ab dem Alter von 14 Jahren.
Experience with eyeglasses / lenses: Mit meinen harten Kontaktlinsen komme ich im großen Ganzen gut klar.

Ich trage sehr gut angepasste quartantenspezifische Kontaktlinsen, von FALCO. Mit diesen erreiche ich einen Visus von ca. 1,0 (100%) auf beiden Augen.

Die Tragezeit der Kontaktlinsen beträgt ca. 10 Stunden pro Tag.
Ohne Kontaktlinsen habe ich links einen Visus von ca. 0.05 (5%) und rechts < 0.05(5%).

Mit einer iScription Brille komme habe ich links ca. 0,3 (30%) und rechts 0,3 (30%).
Dir Brille hat die Werte:
R Spr. -2,75 Cyl -8,50 Achse 175
L Spr. +4,50 Cyl -3,75 Achse 131
Operationen: Auf beiden Augen eine Keratoplastik (Hornhauttransplantation)
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Re: Kontaktlinsen vs. Brille

Post by Günter »

Hallo,

eigentlich ist mir diese Diskussion auch zu polemisch! - und normalerweise mische ich mich in solche Diskussionen nicht mehr ein.

Denn in meinem Beitrag von 05.02.2010 habe ich eigentlich alles gesagt was ich dazu sagen möchte.

Es gibt kein Beweise für beide Seiten - es hat sich noch niemand die mühe gemacht hier zusammenhänge zu Untersuchen.

Beide Seiten vertreten nach heutigem Wissenstand nur Meinungen von verschiedenen Leuten (Ärzten), mangels Ausagekräftiger Daten.
Das macht es auch so schwierig Entscheidungen zu treffen.

Ich halte nichts davon die eine oder andere Seite abzuwerten.
Gruß Günter
sabine s.
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augen-op´s insges. 13x. bin bei prof. th. neuhann in behandlung.
5. transpl. steht in den starlöchern.??? mehr oder weniger. das 5. transplantat war bereits am anfang märz 08 gefunden worden. 2 h später, anruf vom Prof. er könne es nicht nehmen. jetzt muß ich also weiter warten.
nävus auf der netzhaut inoperabel, tumor in der orbita nähe des sehnerves.
visus bleibt erwiesenermaßen schlecht, bzw. verschlechtert sich zumindest in der nähe und an den äußeren gesichtsfeldrändern. visus scheint irgendwie zu stagnieren, komme gerade so zurecht, wobei das Lesen immer schwieriger wird.
Experience with eyeglasses / lenses: Sehr schnell wurden mir harte KC-Linsen angepaßt, die sich aber andauernd veränderten, so, daß der Anpasser gar nciht mehr nachgekommen ist.
Operationen: 1999 wurde die erste Keratoplastik gemacht. s.o. bei und von Prof. Thomas Neuhann. Alle anderen Keratoplastiken (mit wachsendem Vergnügen, ebenfalls vom Prof. Neuhann der sich absolut rührend um mich kümmert. Div. Trabekulektomien, Div. Cortisonspülungen....................alles zwar Operationen, aber immer irgendwie im Vorbeigehen.
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Re: Kontaktlinsen vs. Brille

Post by sabine s. »

hallo,

es sind hier ja auch eigentlich nur eigene erfahrungen und eigene meinungen, bzw.fakten zu wort gekommen.
das ist einfach die funktion einer diskussion
beide fraktionen geben anregungen zum nachdenken. ich finde das nicht polemisch. nicht mal polarisierend.

grüßle
sabine
Natalia
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Posts: 6
Joined: 2010-01-01, 20:45
KC-Experience: RA Keratokonus Grad 2, LA stabil, aber es gibt schon Anmerkungen laut der Topographie. RA: Sph -1,5, Cyl. -4,5. Hornhautdicke 534. LA: Sph -0,75, Cyl -0,25. Seit der Schulzeit hatte ich etwa -0,75 Sph linkes Auge und -0,5 Sph rechtes Auge.
mehrere Ärzte/Chirurgen besucht und zwar die bekanntesten in RU auf diesem Gebiet. 70% von denen empfeheln zur Zeit nur eine harte Linse, weil ich noch 60% Visus habe und orientiere mich ziehmlich gut im Alltag ohne Brille und weil jede chirurgische OP kann schlechte Auswirkung haben. Was Hornhautvernetzung anbetrifft, da gibts aber die Meining dass niemand mit dieser OP zufrieden blieb und dass das nur der Weg zur Bereicherung ist. Das hat mir einer der besten Ophtalmochirurgen, hier in RU gesagt, der schon seit einigen Jahren diese nue Methode erforscht und praktiziert.
Keratoconus since: mit 28 diagnostiert, weil ich bemerkt habe, dass sich mein Sehen seit 4-6 Monaten stark verschlechtert hat. Es sieht aber so aus, dass das Keratokonus schon seit einigen Jahren existiert, weil ich die alten Angaben von Cylinder nachgeguckt habe, also vor 2 Jahren hatte ich -2,5 for Cyl.
Experience with eyeglasses / lenses: überhaupt keine Erfahrungen, was die Situation in einigem Sinne verschlechtert, weil einige Ärzte sofort nur die Intacts anbieten
Operationen: noch keine, aber die stehen bestimmt vor.
Begeiterscheinungen: plattes Schuppenröschen auch in demselben Jahr diagnostiert, bestimmt hängt das alles zusammen.
Mögliche Ursachen: niemand kann das sagen...ich neige zu der Theorie, dass mehrere Faktoren die Entwicklung beeinflüssen, Endokrinologie am meisten.
Ich über mich: ich komme aus Russland. Da ich auf den russischen seiten nix gefunden habe, ist es ein Glück für mich, dieses Forum zu finden. Bin Verheiratet, habe ein Kind.

Re: Kontaktlinsen vs. Brille

Post by Natalia »

hallo!

waeren dann die Intacts (intrastromale Ringe) viel besser? Ansosten sieht es so aus, dass wenn es keinen Schub gibt-dann Brille, wenn schon nichts zu sehen is dann sofort Keratoplastik? die eigentlich auch zu dem zweiten Konus bringen kann...

ich habe meinen Arzt gefragt, der sagte dass es zur Zeit nichts neues zum Erforschen gibt, d.h. waehrend den 5 nachsten Jahren werden wir nix neues bekommen...keine neuen Methoden oder so...
Alles im Leben hat seinen Preis