Bei mir wurde eine Perforierende Keratoplastik (PKP) durchgeführt, da meine Hornhaut vernarbt war. Wie bei vielen anderen auch, hatte ich beim Gedanken an eine Hornhauttransplantation ein ungutes Gefühl. Mich störte vor allem die lange Heilungsphase.
Meine Hornhauttrübung trat durch einen fortgeschrittenen Keratokonus ein, der eine Entzündung mit der dementsprechenden Vernarbung auslöste. Das war im Jahr 2001. Meine Sehkraft verschlechterte sich damals auf circa 10 Prozent.
Da ich damals beruflich sehr angespannt war, kam eine sofortige Operation nicht infrage. Außerdem zweifelte ich stark am Erfolg einer Hornhauttransplantation. Vor circa fünf Jahren meldete ich mich für eine OP an, konnte diese aber wiederum nicht aus beruflichen Gründen durchführen.
Am Anfang des Jahres 2011 entschloss ich mich, nachdem ich hier viele positive Kommentare zum Thema Hornhauttransplantation gelesen hatte, nun endgültig zur Operation. Als erstes ließ ich mich in der Helios Klinik in Schwerin vom Professor Frank Wilhelm Untersuchen. Hier merkte ich, dass mir ein Fachmann mit langjährigen Erfahrungen gegenüber saß. Er offerierte mir gleich, dass in meinem Fall nur eine PKP durchgeführt werden konnte, da mein Keratokonus schon zu weit fortgeschritten war, und die Vernarbung der Hornhaut keine andere Alternative zu ließe. Das verschreckte mich etwas, so dass sich mir vornahm, noch eine andere Meinung und einen anerkannten Experten einzuholen.
Also fuhr ich nach Bochum zu Dr. Krummeich. Auch dort merkte ich schnell, dass ich in den besten Händen war. Leider sagte mir auch Dr. Krummeich, dass nur eine PKP für mich infrage kommt.
Da ich in Schwerin wohne, entschied ich mich aus praktischen Gründen (Anfahrt usw.) für eine Operation bei Professor Frank Wilhelm in Schwerin.
Da die Helios Klinik eine eigene Hornhautdatenbank hat, beziehungsweise mit anderen Datenbanken vernetzt, dauerte es nicht lang bis ich einen Operationstermin für die Transplantation bekam. Insgesamt wartete ich nur circa drei Monate auf den Termin.
Zwischenzeitlich informierte ich mich genau im Internet, sowie hier auch hier im Forum über die möglichen Risiken und Komplikationen, die hier bei einer Hornhauttransplantation auftreten können.
Obwohl ich hier im Forum viel Gutes über eine Hornhauttransplantation lesen konnte, war ich doch bis zum Tag an dem die OP anstand, sehr skeptisch.
Am 31.5.2011 war es nun soweit, um 10:00 Uhr musste ich mich in der Klinik melden zu den dringend benötigten Voruntersuchungen. Dabei musste ich verschiedene Fragen beantworten, zum Beispiel ob Vorerkrankungen vorliegen usw. Aufgrund dieser Angaben wurde das Operationsrisiko eingeschätzt und ich für Operationsfähig befunden.
In meinem drei Bettzimmer lagen zwei weitere Leidensgenossen, die auch Augenkrankheiten hatten. So verging die Wartezeit bis zur Operation schnell. Die Nacht konnte ich, dank der Ablenkung durch die Gespräche mit anderen Patienten gut verbringen und tief schlafen.
Am nächsten Tag kam es dann mit etwas Verzögerung zur Operation. Ich musste ein Operationshemd anziehen, 30 min vor der Narkose bekam ich eine Beruhigungstablette. Die Narkose verlief reibungslos und ohne nennenswerte Komplikationen. Nachdem ich nach circa 2 Stunden wieder aus der Vollnarkose erwacht bin war ich positiv überrascht, dass sich meine Schmerzen im Auge in Grenzen hielten. Bis auf ein leichtes Brennen und Ziehen, verspürte ich keine großartigen Schmerzen. Das Auge wurde mit einer geschlossenen Kapsel gegen Bakterien und Flüssigkeitsverlust geschützt. Hin und wieder merkte ich wie etwas Flüssigkeit aus dem Augenverband austrat.
Mir wurde von den Schwestern erklärt, dass dies ganz normal sei, was mich etwas beruhigte. Mit großer Begeisterung stellte ich fest, dass ich das frisch operierte Auge schon etwas öffnen und meine Hand sehen konnte.
Die Nacht nach der Operation verlief gut und ich konnte schlafen. Am Morgen bekam ich dann, wie die weiteren Tage circa fünfmal am Tag jeweils einen Tropfen Floxal EDO, Dexa EDO sowie Corneregel EDO.
Nach zwei Tagen hatte ich einen Visus von 0,1. Meine alten Werte vor der Operation waren Visus 0,05.
Am Sonntag den 05.06.2011 wurde ich dann aus der Klinik entlassen. Die notwendigen Medikamente wurden mir mitgegeben. An der Dosierung hatte sich nichts geändert. Heute ist der 06.06.2011 und meine Sehleistung hat sich meiner Meinung nach noch etwas verbessert. Obwohl ich der Meinung bin, dass das Transplantat noch nicht ganz klar ist, bin ich guter Hoffnung, dass sich meine Sehleistung noch weiter verbessern wird.
Grundsätzlich kann ich sagen, dass ich zum jetzigen Zeitpunkt die Operation nicht bereue sondern angenehm überrascht bin. Habe mir die Angelegenheit schmerzhafter und komplizierter vorgestellt.
Werde Euch in den nächsten Wochen berichten, wie die Heilungsphase verlaufen ist.
http://imageshack.us/photo/my-images/641/augef.jpg/
Hier ist ein Foto vom operierten Auge. Man sieht kaum Nähte. Der Operateur hat gute Arbeit geleistet.